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Rückblick: Der lange Streit um Nordkoreas Atomprogramm

Nordkoreas Atomprogramm beunruhigt die internationale Gemeinschaft mit seinem dritten Atomtest. Dabei hält das Regime seit Jahrzenten die Welt mit seiner Atompolitik in Atem. Ein Rückblick.

Im Jahr 1994 erklärt Nordkorea seinen Austritt aus der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), bleibt aber seinen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag unterworfen. Im Oktober verspricht das Land in einem Abkommen mit den USA, sein Atomprogramm zu stoppen. Nur vier Jahre später startet Nordkorea jedoch eine mehrstufige Rakete, angeblich mit einem Satelliten an Bord. Die USA warfen Pjöngjang vor, es habe sich um den Test einer Mittelstreckenrakete gehandelt.

2003 tritt Nordkorea schließlich aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die ersten Sechser-Gespräche zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland enden ohne Ergebnis. Zwei Jahre später bekennt sich das Regime erstmals zum Besitz von Atomwaffen. Es verpflichtet sich im September zwar zur Aufgabe seines Atomprogramms, stellt die Vereinbarung aber wenig später wieder infrage. 2006 löst Nordkorea mit einer Serie von Raketenversuchen über dem Japanischen Meer weltweit Empörung aus. Im Oktober folgt der erste unterirdische Atomtest.

Nordkorea steigt aus internationalen Gesprächen aus

Im Februar 2007 sagt Nordkorea die Schließung der Atomanlage in Yongbyon zu. Im Gegenzug soll es Energie- und Wirtschaftshilfe erhalten. Im Juli wird der Reaktor abgeschaltet. Doch nur ein Jahr später demonstriert das Regime mit dem Abschuss mehrerer Testraketen Stärke und droht, die Stilllegung von Atomanlagen hinauszuzögern.

Der Weltsicherheitsrat verurteilt 2009 den Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete. Aus Protest gegen die Kritik steigt Pjöngjang aus den internationalen Atomgesprächen aus. Nach einem zweiten Atomtest Nordkoreas verschärfen die Uno ihre Sanktionen.

Eine Expertengruppe kommt 2011 zu dem Schluss, dass Nordkorea weiter entwickelte Atomanlagen haben muss als bisher bekannt. Nach Uno-Angaben exportiert das Regime für nukleare Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran und andere Krisengebiete. Im Juli und im Oktober treffen sich Vertreter der USA und Nordkoreas wieder zu Gesprächen über das Atomprogramm.

Atom-Gespräche werden wieder aufgenommen

Zum ersten Mal seit dem Tod des Diktators Kim Jong Il im Dezember 2011 führen Washington und Pjöngjang wieder direkte Atom-Gespräche. Washington verkündet, Nordkorea sei im Gegenzug für Nahrungsmittelhilfen zu einem Moratorium bei der Urananreicherung, Atom- und Raketentests bereit. Ein weiterer Raketentest scheitert im April. Nach massiver Kritik daran hebt Nordkorea das Moratorium wieder auf. Im Dezember schießt das Regime eine weitere Rakete mit einem Satelliten ins All.

Im Januar 2013 weitet der Weltsicherheitsrat die Sanktionen aus. Der Rat hatte den Raketenstart zuvor scharf verurteilt. Das Regime in Pjöngjang droht, sein Atomwaffenarsenal auszubauen und kündigt einen dritten Atomtest sowie weitere Raketenstarts an. Gespräche über das Atomprogramm werde es nicht mehr geben. Am 12. Februar 2013 unternimmt das Regime einen neuen Atomtest und löst damit bei der internationalen Gemeinschaft scharfe Kritik aus.

ds/DPA / DPA