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Rückschlag für Friedensverhandlungen: Afghanistans Ex-Präsident Rabbani ermordet

Der frühere Präsident Afghanistans, Burhanuddin Rabbani, ist bei einem Selbsmordattentat in Kabul getötet worden. Seine Mission war es, den Konflikt am Hindukusch mit politischen Mitteln zu lösen.

Der frühere afghanische Präsident, Burhanuddin Rabbani, ist am Dienstag bei einem Attentat in Kabul getötet worden. "Er ist durch die Explosion zum Märtyrer geworden", sagte der Leiter der Kabuler Kriminalpolizei. "Ein als Besucher getarnter Selbstmordattentäter hat seine Sprengstoffweste detonieren lassen und Rabbani getötet." Mindestens zwei Menschen seien zudem durch die Explosion verletzt worden.

Rabbani war Vorgänger von Hamid Karsai im afghanischen Präsidentenamt und sollte in seiner Position als Chef des Friedensrates versuchen, den jahrelangen Konflikt am Hindukusch mit politischen Mitteln zu lösen.

Von zwei Taliban umgebracht?

"Rabbani sollte heute mit zwei Vertretern der Taliban in seinem Haus zusammenkommen. Die beiden könnten ihn getötet haben", sagte Arsala Rahmai, Mitglied des Friedensrates. Rabbani sollte die Aussöhnung mit den Taliban vorantreiben. Mit seinem Tod dürfte auch die ohnehin vage Hoffnung auf baldigen Frieden gestorben sein.

Das Haus Rabbanis steht in einem schwer bewachten diplomatischen Viertel in der Hauptstadt Kabul innerhalb der Grünen Zone. Das Gebiet wurde schon in der vergangenen Woche von Aufständischen angegriffen, die seit Jahren einen Krieg gegen die Zentralregierung in Kabul und westliche Truppen führen.

fw/Reuters/DPA / DPA / Reuters