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Nigel Farage Der Rücktritt des Brexit-Gesichts in fünf wütenden Tweets

Brexit Nigel Farage Rücktritt
Brexit! EU-Austrittsbefürworter Nigel Farage hat sein Ziel erreicht und will jetzt lieber nach Hause
© Ben Stansall/AFP
Exit der Brexit-Bewegung: Der Rechtspopulist Nigel Farage hat 17 Jahre für Großbritanniens EU-Austritt getrommelt. Jetzt tritt er ab und lässt nicht nur Chaos zurück, sondern auch sehr viele, sehr wütende Briten.
Von Niels Kruse

Jetzt also auch Nigel Farage. 52 Jahre alt, Rechtsaußen-Politiker, lautstarker Brexit-Kämpfer. Mit dem EU-Austritt Großbritanniens habe er sein politisches Ziel erreicht, er könne sich deshalb nun zur Ruhe setzen. So sprach der Chef der britischen UKIP-Partei am Montagvormittag und trat als Parteichef zurück.

Er will sein Leben zurück

Farages Abgang ist nach dem Verzicht von Boris Johnson auf das Amt des Premierministers der zweite Rückzug eines der prominentesten Brexit-Befürworter. "Ich will mein Leben zurück", sagte der Rechtspopulist, und da geht es ihm wohl so ähnlich wie 48 Prozent der Briten, die ebenfalls ihr Leben zurück haben wollen. Aber ein Leben in der EU und nicht eines außerhalb der Union. Aber was schert das schon einen verantwortungslosen, nach-mir-die-Sintflut-Populisten wie Nigel Farage?

Brexit-Versprechen nicht zu halten

17 Jahre hat der frühere Rohstoffhändler für die Austritt Großbritanniens im EU-Parlament getrommelt, er galt nicht nur deswegen und wegen seiner rassistischen Ausfälle als rechtes Schmuddelkind. Er war es auch, der direkt nach seinem größten politischen Erfolg einräumen musste, dass eines der zentralen Versprechen der Kampagne, nämlich 350 Millionen Pfund in das Gesundheitssystem statt nach Brüssel zu überweisen, nicht zu halten sei. Aber damit habe er ja ohnehin nie geworben, behauptete er scheinheilig.

Mittlerweile stehen die Austritts-Befürworter vor einem Scherbenhaufen: Die Währung wackelt, die Kreditwürdigkeit des Landes wurde herabgestuft, große Unternehmen kündigen an, London verlassen zu wollen. Dazu zerlegen sich die beiden großen Parteien selbst, und weit und breit ist niemand in Sicht, der bereit wäre, überhaupt die Scheidung einzureichen. Einen Plan für den Brexit-Fall scheint auch niemand gehabt zu haben. Stattdessen machen sich diejenigen, die am lautesten Raus! gerufen haben vom Acker - sollen die anderen doch Schlamassel ausbaden.

Entsprechend sauer lassen die Menschen ihren Frust bei Twitter ab:

"Klasse. Du rückratloser, feiger, cheddar-fressender Aufgeber-Affe":

Vorbild Joker:

"Diese ganze Clique richtet Chaos in Großbritannien an und duckt sich weg? Cool":

"Wow. Dieser Wichser lenkt Britannien direkt in einen Eisberg und haut mit seinem Rettungsboot ab, während das Schiff sinkt?":

Galgenhumor: "Farage und Johnson treten zurück? Der Brexit läuft ja gut":


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