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Islamischer Staat: Russland: IS-Anführer al-Baghdadi möglicherweise tot

Abu Bakr al-Baghdadi, der Anführer des sogenannten Islamischen Staates, ist möglicherweise tot. Das meldet eine russische Nachrichtenagentur und beruft sich auf einen Bericht des russischen Verteidigungsministeriums.

Russland meldet: IS-Anführer Abu Bakr al-Baghadi ist möglicherweise tot

Russland meldet: IS-Anführer Abu Bakr al Bagdadi ist möglicherweise tot

Der Anführer der IS-Terrormiliz Abu Bakr al-Baghdadi könnte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums getötet worden sein. Das Ministerium prüfe Berichte, wonach er bei einem russischen Luftangriff ums Leben gekommen sein könnte, meldete die Agentur Tass am Freitag in Moskau.

Einem Bericht des britischen TV-Nachrichtensenders BBC zufolge geht der Luftangriff laut der Nachrichtenagentur auf den 28. Mai zurück. Ziel des Angriffs sei damals ein Treffen der Terrormiliz IS in Al-Rakka im Norden Syriens gewesen. Der Meldung des Verteidigungsministeriums zufolge sollen an dem Treffen rund 30 Befehlshaber und 300 Soldaten teilgenommen haben, darunter auch der IS-Anführer. Nun lägen Informationen vor, wonach Abu Bakr al-Baghdadi bei dem Angriff getötet worden sei. Das russische Verteidigungsministerium prüfe diese Berichte "über diverse Kanäle".

Über einen angeblichen Tod von Abu Bakr al-Baghdadi war in Vergangenheit bereits mehrfach berichtet worden. Diese Berichte stellten sich später als falsch heraus.

Terror-Experte

Al-Baghdadi rief 2014 das Kalifat aus

Nach irakischen Regierungsangaben wurde al-Baghdadi 1971 in Samara geboren. Einem irakischen Geheimdienstbericht zufolge hat er einen Doktor in Islamstudien und war Professor an der Universität von Tikrit. Offenbar schloss er sich nach der US-Invasion im Irak im Jahr 2003 den Aufständischen an und verbrachte einige Zeit in einem US-Militärgefängnis.

Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung Mossuls durch den IS, hatte al-Baghdadi dort bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das "Kalifat" des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen. In dem bisher einzigen Video ist ein Mann mit schwarzgrauem Bart, schwarzem Mantel und schwarzem Turban zu sehen.

Al-Baghdadis Aufenthaltsort galt lange Zeit als unbekannt. Im Gegensatz zum IS, der offensiv an die Öffentlichkeit geht, hält sich al-Baghdadi sehr bedeckt.

USA erhöhen Kopfgeld auf 25 Millionen Dollar

Erst im Dezember hatten die USA das Kopfgeld für die Ergreifung al-Baghdadis erhöht - von 10 auf auf 25 Millionen Dollar. Unter al-Baghdadi sei der IS verantwortlich für den Tod von tausenden Zivilisten im Nahen Osten sowie für die "brutale Ermordung zahlreicher Geiseln aus Japan, Großbritannien und den USA", erklärte damals das Pentagon. Zudem habe die Miliz Chemiewaffen im Irak und in Syrien eingesetzt und Terroranschläge jenseits der Grenzen ihres selbsterklärten Kalifats "ermöglicht oder angeleitet".


pg/mit AFP-Material