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Schock in Simbabwe: Tsvangirai legt Einheitsregierung auf Eis

Die Hoffnungen der Bevölkerung Simbabwes auf bessere Zeiten sind vorerst geplatzt. Ministerpräsident und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai kündigte an, die Einheitsregierung mit Präsident Robert Mugabe zu boykottieren. Als Grund nannte er die Verhaftung eines seiner Berater.

Der simbabwische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai will die zu Jahresbeginn mit Präsident Robert Mugabe gebildete Einheitsregierung vorübergehend boykottieren. Seine Partei, die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), werde nicht mehr an Kabinettssitzungen teilnehmen oder in der Exekutive mit Mugabes Partei ZANU-PF zusammenarbeiten, sagte Tsvangirai am Freitag in Harare. Hintergrund sei die politische "Verfolgung" eines ranghohen Beraters. Die MDC werde jedoch weiter im Parlament konstruktive Arbeit leisten.

Neuwahlen möglich

Für den Fall, dass Mugabe nun einseitig die Regierungsarbeit an sich ziehe, drohte Tsvangirai damit, die im Februar nach monatelangem Tauziehen gebildete Einheitsregierung zu Fall zu bringen. Bei einer Zuspitzung der Krise seien Neuwahlen unter Aufsicht der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft und der Vereinten Nationen nötig. Simbabwe war unter der jahrzehntelangen Herrschaft Mugabes zuletzt dramatisch verarmt.

Bis der Prozess gegen Roy Bennett und andere Streitthemen geregelt seien, werde es keine Zusammenarbeit mehr geben, sagte Tsvangirai. Bennett war von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) als stellvertretender Agrarminister der Einheitsregierung nominiert worden, wurde jedoch an dem Tag verhaftet, an dem er als Minister vereidigt werden sollte. Später kam er auf Kaution frei, am Mittwoch wurde er jedoch erneut in Haft genommen. Die MDC sah in der Verhaftung von Beginn an politische Motive.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters