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Simbabwe: Mugabes Brutalität empört die Uno

Die Welt blickt besorgt nach Simbabwe: Präsident Mugabe soll den Oppositionsführer Morgan Tsvangirai festgenommen und schwer misshandelt haben. Seiner Partei zufolge ringt Tsvangirai nun mit dem Tod.

Nach der Festnahme und angeblichen Misshandlung des wichtigsten Oppositionspolitikers in Simbabwe, Morgan Tsvangirai, ist international Besorgnis über die Lage in dem südafrikanischen Land laut worden. Tsvangirai ringt seiner Partei zufolge nach schweren Misshandlungen durch Polizisten mit dem Tod.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Regierung in Harare auf, die inhaftierten Oppositionspolitiker sofort freizulassen und ihre Sicherheit zu garantieren. Auch die EU unterstrich die Verantwortung der simbabwischen Regierung für die Sicherheit und Unversehrtheit der Verhafteten. In einer Erklärung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hieß es, man erwarte, dass ihnen Zugang zu rechtlichem Beistand eröffnet und die notwendige medizinische Hilfe gewährt wird.

Tsvangirai war am Sonntag zusammen mit Dutzenden anderen Oppositionellen bei der blutigen Niederschlagung einer Protestkundgebung in Harare festgenommenen worden. Bei dem Einsatz war mindestens ein Demonstrant getötet worden.

"Es gab einen Mordversuch auf Tsvangirai"

Nach Angaben seiner Partei wurde Tsvangirai in Polizeihaft misshandelt. "Es gab einen Mordversuch auf Tsvangirai", erklärte am Montag Eliphas Mukonoweshuru von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Tsvangirai, der wichtigste Oppositionsführer des Landes, habe schwere Kopfverletzungen erlitten und mehrfach das Bewusstsein verloren. Er sei erst am Montagmorgen in ein Krankenhaus gebracht worden. Ein Rechtsbeistand werde ihm ebenso wie Dutzenden anderen Festgenommenen weiter verwehrt.

Unterdessen berichtete die britische BBC, dass ein Richter am Obersten Gericht Simbabwes angeordnet habe, dass die Polizei den Anwälten Tsvangirais Zugang zu ihrem Mandanten gewähren und dem verletzten Politiker die ärztliche Versorgung ermöglichen müsse. Tsvangirai solle ihm am Dienstagmorgen entweder vorgeführt oder freigelassen werden, habe der Richter verfügt.

Friedliche Versammlung kriminalisiert

Botschafter mehrerer EU-Länder hatten sich am Montag erfolglos auf die Suche nach dem Oppositionschef gemacht. Der schwedische Botschafter Sten Rylander erklärte im Rundfunk seines Heimatlandes: "Wir sind sehr besorgt um Morgan Tsvangirai." Die Lage im Lande sei Besorgnis erregend. Der spanische Botschafter in Simbabwe habe einen anderen Oppositionellen in einer Polizeizelle mit gebrochenem Arm und bandagiertem Kopf gesehen.

Die EU-Präsidentschaft warf Simbabwes Regierung vor, die angemeldete friedliche Versammlung der Opposition kriminalisiert zu haben. "Die Präsidentschaft verurteilt die fortwährende gewaltsame Unterdrückung der Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit und anderer fundamentaler Grundrechte", hieß es in der Erklärung aus Berlin. Zuvor hatten bereits die USA das Vorgehen der Regierung in Harare verurteilt. In Südafrika rief Oppositionschef Tony Leon von der Demokratischen Allianz Präsident Thabo Mbeki auf, entschiedener gegen die autokratische Regierung von Präsident Robert Mugabe vorzugehen. Der seit der Unabhängigkeit des Landes herrschende Mugabe will 2008 erneut fürs Präsidentenamt kandidieren.

DPA/Reuters / DPA / Reuters