HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

Simon Kremer: Lost in Nahost: Die lieben Nachbarn, oder: Hochzeit ist nur einmal im Leben - das Schaf von nebenan ist immer da

Mit den Nachbarn muss man sich ja irgendwie arrangieren. Immerhin ersetzen sie auch ein wenig die Familie - zumindest fern der Heimat. Aber was tun bei Zetteln an der Tür - oder wenn das Schaf auf dem Balkon die Nacht durchblökt?

Von Simon Kremer, Tunis

Schaf auf Markt in Tunis

Herkömmliche Schafe auf einem Markt in Tunis, ...

An die Sache mit dem Schaf kann ich mich ja noch gewöhnen. Es stört mich nicht mehr, wenn der warme Nachtwind das schiefe Blöken vom Nachbarschaf von dessen Balkon rüber in mein Schlafzimmer trägt. Eigentlich ist es ja sogar ganz schön und gibt den Soundtrack vor fürs Schäfchenzählen beim Einschlafen.

Freunde und Familie in Deutschland klagen mir immer wieder von ihren Nachbarschaftserlebnissen: Der Hund, der die kreative Mittagspause zerbellt; die Rosenhecke, die zu nah an die Grenzmauer heranwächst und jetzt zum Thema von Juristen wird; der 13-Jährige von Gegenüber, der sich zum Geburtstag unbedingt ein Schlagzeug gewünscht hat; oder das Gothicmädchen von schräg unten, das zu oft zu laut bei offenem Fenster Sex hat. Und bei mir? Werden die Nachbarhunde vom Nachbarschaf gnadenlos an die Wand geblökt.

Mein Verdacht: die Wohnung mit dem Nachbarsschaf

Eine Bekannte von mir hat jahrelang Zettel gesammelt (hier geht es zu ihrem Blog "Zettelgold"), die Menschen an Straßen und Hausfluren aufgehangen haben, à la: "An den Idioten, der nachts um 5.30 hier im Haus gehämmert hat. Machst Du das nochmal, dann hämmert es bei Dir!" Ich könnte ihr inzwischen weiteres Material liefern, denn auch den Menschen in der arabischen Welt ist das Zettelschreiben nicht fremd: Keine zwei Wochen, nachdem ich in das Mehrfamilienhaus im Zentrum von Tunis eingezogen bin, hängt der erste Zettel an der Tür: "Bitte die Tür leise schließen! Merci." Ich habe irgendwie die Wohnung mit dem Nachbarsschaf schwer in Verdacht.

Nachbarsschaf in Tunis

... aber hier: der Nachbar mit dem Nachbarsschaf

Oder ich könnte ihr den zusammengeknüllten Zettel schicken, der auf den Balkon unserer Jungs-WG im syrischen Damaskus flog, weil sich ein Mitbewohner mit nacktem Oberkörper auf dem Balkon sonnte: "Bat-Man will come!" Wenn ich jetzt aus dem Fenster gucke und gegenüber den dicken Libyer in seinem viel zu engen Feinripp-Schlüpper und dem Unterhemdchen auf dem Balkon die Wäsche aufhängen sehe, sehne ich mich nach diesem Zettel.

Ein bisschen ist die Soziologie da wie die Mathematik: Die Gleichung "Nachbarschaft ist gleich soziale Kontrolle" gilt international. Leute vom Land bemühen auch gerne mal den mittelalterlichen Rechtsspruch, wenn sie von "zuhause wech kommen": "Stadtluft macht frei." Hier sitzen in den großen Metropolen wie Kairo oder Damaskus unten, an den Eingangstüren der Residenzen und Mehrfamilienhäuser, noch immer meist ältere Herren und behalten Tür, Publikum und Post argwöhnisch im Auge. Freiheit liegt da im Auge des mittelalten Betrachters.

Ein wenig ersetzt die Nachbarschaft aber ja auch die Familie. Da ist der alte Mathematikprofessor mit seiner Frau, die zu den muslimischen Feiertagen immer zum Essen einladen. Oder der Tunesier mit seiner italienischen Frau, die eine Eisdiele im Ruhrgebiet haben und zum Überwintern runter in den Süden in unsere Nachbarschaft kommen und zum Grillen einladen (ja, bei 20 Grad im Dezember, sorry, Leute). Nachbarschaft ist, wenn es kurz klingelt und ein Topf mit frischer Hühnersuppe vor der Tür steht in der Woche nach der Geburt.

Nur die Bässe sind lauter als das Schaf

Woran ich mich nur nicht gewöhnen kann: Wenn das Blöken der Schafe und das Bellen der Hunde in den Sommermonaten nur von den Bässen der Gartenpartys übertönt wird. Wenn die Bässe so wummern, dass die Scharniere der Haustür wackeln und kein Ohropax der Welt mehr hilft ("DEEES-PAAAA-CIIITOOOO!"). Das ist dann zu viel für den Deutschen. Da geht er dann rüber. Oder er schickt seine Frau. Und dann geht die rüber zu den Nachbarn - und feiert mit.

Und am nächsten Morgen stellt man übermüdet fest, dass keiner aus der Straße die Nacht geschlafen hat und es allen egal ist. "Es sind ja die Nachbarn …", sagen die Nachbarn dann. Und: "Hochzeit ist ja nur einmal." "Nur bei soviel Nachbarn ist immer irgendwo Hochz …", will man einwenden, legt sich dann mit der Michel-Mütze aber lieber wieder schlafen.

Es stimmt ja: Hochzeit ist nur einmal im Leben. Und die Sache mit den Schafen, die hat sich nach drei Tagen meist auch wieder gegeben. Opferfest ist ja auch nur einmal im Jahr.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.