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Zwist mit US-Präsident: Steve Bannon bittet um Entschuldigung und will unerschütterlicher Donald-Trump-Fan bleiben

Ein Großteil des Buchs "Fire and Fury" geht auf die Aussagen von Steve Bannon zurück. Donald Trump hat deshalb öffentlich mit seinem Ex-Strategen gebrochen. Nun entschuldigt der sich und schwört dem Trumpismus weiter die Treue.

Große Teile des spektakulären Trump-Buchs "Fire and Fury" beruhen auf den Äußerungen von Stephen Bannon. Große Teile hat der damalige Chefstratege des US-Präsidenten dem Autor zu einem Zeitpunkt in den Block diktiert, als die Liebe zwischen den beiden Männern schon spürbar abgekühlt war. Manche Sätze dürften also im Furor der Enttäuschung gefallen sein, andere wiederum hat Michael Wolff vielleicht falsch verstanden oder einfach nur verzerrt wiedergegeben. Sicher ist: Jetzt, nachdem Trump öffentlich mit seinem einstigen Busenfreund gebrochen hat, will der alles nicht so gemeint haben.

Bannon ist weiter Donald-Trump-Fan

Die US-Nachrichtenseite "Axios" hat eine Art offenen Entschuldigungsbrief von Bannon veröffentlicht. Darin sichert er dem Präsidenten weiterhin seine "unerschütterliche Unterstützung" zu, und bedauert die Verwerfungen, die seine Äußerungen ausgelöst haben. "Ich bin der Einzige, der Trumps Botschaft des Trumpismus gepredigt hat und stehe weiter in der Bresche für seine Bemühungen, Amerika wieder groß zu machen", schreibt Bannon.


Stephen Bannon war im Sommer 2016 zu Trumps Wahlkampfteam gestoßen und hatte die zu dem Zeitpunkt etwas ins Stocken geratene Kampagne wiederbelebt. Vielen gilt er als Architekt von Trumps Wahlsieg und Kopf seiner rechten Politikagenda. Im August vergangenen Jahres musste er wegen offenen Konflikten mit Trump-Tochter Ivanka und ihrem Mann Jared Kushner das Weiße Haus verlassen. Dennoch gelobte er damals, Donald Trump weiterhin die Treue zu halten. Doch dann erschien "Fire and Fury - Inside Trump White House" und Bannon stand als Verräter dar. Selbst prominente Geldgeber wandten sich von Bannon ab - wie etwa die ultrarechte Milliardärin Rebekah Mercer.

Bannon meinte nicht Don Jr. sondern Manafort

Möglicherweise ist dies ein Grund dafür, dass der umstrittene Journalist und Polit-Stratege nun reumütig um Gnade winselt. Seine Entschuldigung nutzt Bannon zudem, um in dem Buch gefallene Anschuldigungen zu korrigieren - auch wenn er grundsätzlich keine der ihm zugeschriebenen Äußerungen bestreitet. Doch sollte er tatsächlich vom Autoren Wolff falsch zitiert worden sein, wären Korrekturen durchaus angebracht.

Konkret geht es um Bannons Urteil über ein Treffen von Donald Trump Jr., Schwiegersohn Jared Kushner und dem damaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfes. Grund dafür seien "schmutzige" Informationen gewesen, die die Juristin über Hillary Clinton gehabt haben will. Bannon, der nicht dabei gewesen war, bezeichnete das Treffen als "unpatriotischen Verrat" und beschuldigte vor allem Trump Jr.

Enthüllungsbuch über Trump: Das müssen Sie über "Fire and Fury…" wissen

"Donald Jr. ist ein guter Mann"

In seiner Erklärung sagt er nun, dass sich die Bemerkung gegen Manafort gerichtet habe, nicht gegen Donald Jr. Letzterer sei ein "Patriot und ein guter Mann". Manafort aber hätte wissen müssen, wie die Russen operierten und dass sie nicht Freunde der USA seien. "Ich bedauere, dass meine verspätete Antwort auf den inakkuraten Bericht bezüglich Don Jr. die Aufmerksamkeit von den historischen Errungenschaften im ersten Jahr der Präsidentschaft (von Trump) abgelenkt hat", schreibt Bannon.


Donald Trump hatte nach den ersten Veröffentlichungen aus "Fire and Fury" seinen ehemaligen Mitstreiter öffentlich fallengelassen. Bannon, so das Staatsoberhaupt, habe geweint, als er gefeuert wurde. "Er hat nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand", so der US-Präsident. "Axios" zufolge soll Trump, der nicht gerade für Versöhnlichkeit bekannt ist, seine Mitarbeiter angewiesen haben, Bannon "zu beerdigen".