Suche nach Massenvernichtungswaffen Heimlich, still und leise...

Die USA haben die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak - deren Existenz als Hauptkriegsgrund angeführt worden war - offenbar in aller Stille ergebnislos beendet.

Knapp zwei Jahre nach Beginn des Irakkriegs ist die Suche nach Massenvernichtungswaffen ohne jeglichen Fund stillschweigend eingestellt worden. Das berichtete die "Washington Post" am Mittwoch unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Danach ist der Leiter der für die Suche zuständigen Expertengruppe, Charles Duelfer vom Geheimdienst CIA, inzwischen in die USA zurückgekehrt.

Mit der Existenz von Vorräten an biologischen und chemischen Waffen hatte die US-Regierung die Irakinvasion zum Sturz von Diktator Saddam Hussein hauptsächlich begründet. Außerdem sprach sie von Verbindungen zwischen dem Irak und der Terrororganisation El Kaida. Unabhängige Untersuchungen ergaben aber auch dafür keine Beweise.

Gefährlich und erfolglos

Der "Washington Post" zufolge bestätigten verschiedene Mitglieder der Expertengruppe, dass die Gewalt im Irak verbunden mit dem Ausbleiben neuer Informationen zur Einstellung der Waffensuche kurz vor Weihnachten geführt habe. Der im September von der Gruppe veröffentlichte vorläufige Bericht an den US-Kongress werde mit leichten Ergänzungen im Frühjahr als Abschlussreport veröffentlicht.

Die Experten hätten alle möglichen Personen mit Verbindungen zu früheren Waffenprogrammen befragt und alle potenziellen Lagerorte durchsucht. "Wir haben mit so vielen Leuten gesprochen, dass jemand etwas gesagt hätte", zitierte die Zeitung einen Beamten. "Wir haben nichts gefunden, was dem bisherigen Bild ... widersprochen hätte."

Auswertung von Unterlagen wird fortgesetzt

Dem Beamten zufolge sollen Experten zwar ihre Auswertung von Millionen Seiten an gesammelten Unterlagen fortsetzen, aber neue Erkenntnisse seien daraus nicht zu erwarten. Vielmehr konzentriere sich die Arbeit auf Informationen, die in Kriegsverbrecherprozessen gegen Mitglieder des früheren irakischen Regimes verwendet werden könnten.

Auch die andauernde Gefangenschaft mehrerer irakischer Wissenschaftler, darunter die auch "Frau Anthrax" genannte Biologin Huda Amash, stehe in keinem Zusammenhang mit weiteren Nachforschungen in Sachen Massenvernichtungswaffen, zitierte die "Washington Post" weitere Beamte. Alle diese Wissenschaftler seien intensiv verhört worden, hätten trotz fast zweijähriger Gefangenschaft ohne Anklage oder Prozess mit den Suchteams kooperiert und seit dem Golfkrieg 1991 keine Verbindung zu Massenvernichtungswaffen-Programmen gehabt.

DPA DPA

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