HOME
Videoserie Survivors

Djerba: Adrian ist drei Jahre alt, als er ein Selbstmordattentat überlebt – von Vergeltung hält er bis heute nichts

Als er mit seinen Eltern im Urlaub auf Djerba eine Synagoge besichtigt, explodiert ein Lastwagen mit Flüssiggas. Der kleine Junge erleidet Verbrennungen an 40 Prozent der Haut. Im Interview spricht der heute 20-Jährige selbstbewusst über sein Leben nach dem Überleben.

Djerba, 11.04.2002: Die Besichtigung der al-Ghriba-Synagoge hat schon begonnen, da merkt der dreijährige Adrian: Alle Männer tragen Kippa. Er möchte auch eine haben. Und läuft von der Touristengruppe mit seinen Eltern weg Richtung Eingang, wo der Korb mit den Kopfbedeckungen für Besucher steht. In diesem Augenblick explodiert vor dem Gotteshaus ein Lastwagen mit 5000 Litern Flüssiggas.

Der Junge erleidet Verbrennungen zweiten und dritten Grades an 40 Prozent der Haut. Der Anschlag fordert 19 Todesopfer und 30 Verletzte. In den zwölf Jahren nach dem Anschlag hat Adrian Esper über 60 Operationen überstanden. Vergangenes Jahr hat er sein Abitur bestanden. Heute studiert der 20-Jährige aus Bergkamen im zweiten Semester Psychologie.