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Bei Giftgas-Einsatz durch Assad: Regierung prüft laut Bericht, deutsche Kampfjets Syrien bombardieren zu lassen

Einem Bericht zufolge prüft die Bundeswehr militärische Optionen für Syrien, darunter auch einen Kampfeinsatz. Voraussetzung dafür wäre ein erneuter Einsatz von Giftgas durch das syrische Regime.

Brandenburg, Schönefeld: Ein Tornado-Kampfjet der Bundeswehr ist bei der Raumfahrtausstellung (ILA) ausgestellt

Der Tornado könnte in Syrien für Aufklärungsflüge, aber auch für Bombardements eingesetzt werden

DPA

Die Bundesregierung prüft einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge weitergehende Militäroptionen in Syrien bis hin zum Kampfeinsatz. In einer "Experten-Runde" und weiteren Gesprächen im Verteidigungsministerium sei dies kürzlich diskutiert worden, berichtete das Blatt am Montag. Voraussetzung für eine deutsche Beteiligung an Militäreinsätzen gegen Machthaber Baschar al-Assad wäre demnach, dass syrische Regierungstruppen erneut Giftgas gegen die einheimische Bevölkerung einsetzen.

Zu den diskutierten Optionen zählten dem "Bild"-Bericht zufolge Aufklärungsflüge und Schadensanalysen, aber auch die Teilnahme an möglichen Kampfeinsätzen. Demnach könnten Bundeswehr-Tornados etwa militärische Einrichtungen der syrischen Regierungsarmee angreifen. 

Derzeit beteiligt sich die Bundeswehr mit in Jordanien stationierten Tornado-Aufklärungsjets und Tankflugzeugen der Luftwaffe am internationalen Einsatz gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak. Die Debatte über ein direktes Eingreifen deutscher Truppen in Syrien geht laut dem "Bild"-Bericht auf eine Anfrage der US-Seite an das Bundeskanzleramt zurück.

SPD lehnt weitergehende Militäroperationen ab

SPD-Chefin Andrea Nahles lehnte weitergehende Militäroptionen allerdings ab. "Die SPD wird weder in der Regierung noch im Parlament einer Beteiligung Deutschlands am Krieg in Syrien zustimmen", erklärte sie in Berlin. In einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums und des Auswärtigen Amts hieß es laut "Bild"-Zeitung, die Regierung tausche sich mit europäischen Partnern und den USA ständig über die Lage in Syrien aus und erörtere "gemeinsame Handlungsoptionen".

In Syrien wird derzeit eine Großoffensive auf die Rebellenprovinz Idlib erwartet. Am Wochenende flogen russische Streitkräfte und syrische Regierungstruppen laut Aktivisten bereits schwere Luftangriffe auf die Provinz. Die UNO rechnet für den Fall einer Großoffensive mit bis zu 800.000 Flüchtlingen. Nach UN-Angaben leben in Idlib 2,9 Millionen Menschen, darunter 1,4 Millionen Vertriebene aus anderen Landesteilen. 

Angst vor Giftgas-Einsatz: Russland und Syrien greifen Städte und Dörfer in Idlib an
fin / AFP