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Syrien: Washington zieht US-Botschafter aus Damaskus ab

Mit dem Beginn des arabischen Frühlings in Syrien hat der amerikanische Botschafter offen den friedlichen Protest unterstützt. Jetzt schließt Washington seine Botschaft in Damaskus, nach Schikane durch die syrische Regierung und konkreten Bedrohungen.

Die USA haben ihren Botschafter in Syrien, Robert Ford, aus Sicherheitsgründen vorübergehend abgezogen. "Botschafter Ford ist infolge glaubwürdiger Bedrohungen seiner persönlichen Sicherheit in Syrien zurück nach Washington geholt worden", erklärte Außenministeriumssprecher Mark Toner in der US-Hauptstadt. Es stehe nicht fest, wann Ford nach Syrien zurückkehren könne. Dies hänge von der Sicherheitslage ab.

Anhänger des Regimes von Präsident Baschar al Assad hatten in den vergangenen Monaten mehrfach sowohl die US-Botschaft in Damaskus als auch den Konvoi des Botschafters attackiert. Zuletzt hatten sie Ford am vergangenen Freitag mit Tomaten und Eiern beworfen, als er sich einer Moschee in einem Stadtteil von Damaskus näherte. Dort hatte es zuvor Protestdemonstrationen gegen Assad gegeben.

Ford hatte die Anhänger des Assad-Regimes gegen sich aufgebracht, weil er die friedlichen Proteste der Regierungsgegner offen unterstützt. Im Juli zog er den Zorn der Regierung auf sich, als er den Demonstranten in der Protesthochburg Hama einen Besuch abstattete. Der US-Botschafter hatte wiederholt die gewaltsame Niederschlagung der Protestbewegung durch die Regierung kritisiert.

Nachrichtensperre verhindert klares Bild über al Assads Familie

Mehr als 3000 Menschen sollen getötet worden sein, seitdem sich in dem arabischen Land im vergangenen März eine Protestbewegung formiert hatte.

Unterdessen dementierte der einflussreiche syrische Geschäftsmann Rami Machluf Berichte der Regimegegner, wonach er einen Attentatsversuch überlebt haben soll. Dies seien üble Propagandalügen, ließ Machluf, ein Cousin des Präsidenten, über sein Büro mitteilen. Machluf gehört zu den reichsten Männern Syriens. Bereits im Mai hatte die Europäische Union Sanktionen gegen ihn verhängt. Am vergangenen Wochenende war berichtet worden, Machluf habe einen Attentatsversuch unverletzt überstanden. Zwei seiner Begleiter seien getötet worden. Aufgrund der Medienblockade der Regierung lassen sich Berichte aus Syrien oft nicht überprüfen.

ono/DPA / DPA