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Terror im Irak: Anschläge auf Schiiten fordern 62 Todesopfer

Das Blutvergießen nimmt kein Ende - 14 Autobomben explodierten am Montag im Zweistromland. Die schiitische Regierung scheint machtlos gegen den Terror der al-Kaida-nahen sunnitischen Extremisten.

Eine Anschlagsserie mit mindestens 54 Todesopfern hat am Montag den Irak erschüttert: Allein in der Hauptstadt Bagdad und ihrer Umgebung wurden 48 Menschen durch explodierende Autobomben getötet und mehr als 220 verletzt, wie Sicherheits- und Rettungskräfte berichteten. In der westlichen Provinz Anbar und nördlich der Stadt Tikrit rissen zwei weitere Anschläge zudem sechs Polizisten in den Tod.

Elf Autobomben detonierten in verschiedenen Stadtteilen Bagdads, von denen die meisten überwiegend von Schiiten bewohnt werden. Sechs Sprengsätze gingen in Ortschaften südlich der Hauptstadt hoch. Eines der schwersten Attentate ereignete sich auf einem Platz in Bagdads Bezirk Sadr City, wo Tagelöhner nach Beschäftigung suchten. Die Wucht der Detonation schleuderte einen Minibus zehn Meter durch die Luft und zerstörte mehrere angrenzende Geschäfte. Die umliegenden Straßen waren von Trümmern übersät.

Gewalt nimmt weiter zu

Die Gewalt im Irak hatte in jüngster Zeit wieder zugenommen: Nach Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden seit Anfang Juli mehr als 780 Menschen bei Gewalttaten getötet - so viele wie in keinem anderen Monat des laufenden Jahres. Insgesamt wurden seit Januar schon mehr als 3000 Menschen getötet.

Die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind mitverantwortlich für die Eskalation und durch diese weiter verschärft worden. Der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien spitzt den Glaubenskonflikt zusätzlich zu. Zwar wird der Irak seit Jahren von Angriffen militanter Regierungsgegner erschüttert, die jüngste Eskalation machen Experten aber auch an den enttäuschten Hoffnungen der sunnitischen Minderheit fest: Diese wirft der schiitisch geprägten Staatsführung Diskriminierung vor, etwa durch willkürliche Festnahmen und falsche Terrorismus-Verdächtigungen.

amt/AFP / AFP