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Amnesty International: Diese Staaten lassen die meisten Menschen hinrichten

In Deutschland ist die Todesstrafe längst Geschichte - andere Länder wenden sie weiterhin an. Und das recht fleißig: Die Zahl der Hinrichtungen ist 2015 nach Angaben von Amnesty International stark gestiegen.

2015 ist die Zahl der Hinrichtungen nach Angaben von Amnesty International sprunghaft gestiegen und hat mit 1634 weltweit registrierten Fällen einen neuen Höchststand erreicht. "Die Zahl der bekanntgewordenen Hinrichtungen ist im Vergleich zu 2014 um mehr als 50 Prozent gestiegen", erklärte Oliver Hendrich von der Menschenrechtsorganisation.

Die untenstehende Karte zeigt Details. Fahren sie mit der Maus über die Blasen, um die genauen Zahlen der Hinrichtungen angezeigt zu bekommen:

Da für China keine definitiven Zahlen vorlägen, geht Amnesty von wesentlich mehr vollstreckten Todesurteilen aus. Ähnlich sieht es in anderen Ländern aus, für die keine oder wenig Informationen verfügbar waren - etwa Nordkorea, Syrien oder Malaysia. Die meisten registrierten Exekutionen habe es im Iran, in Pakistan und Saudi-Arabien gegeben. Iran hat demnach 2015 mindestens 977 Menschen hinrichten lassen, unter ihnen auch Minderjährige. Die meisten Todesurteile seien hier wegen Drogenkriminalität ergangen. In Pakistan gab es über 320 Hinrichtungen, in Saudi-Arabien mindestens 158. 

Hunderte Todesurteile in 2015 ausgersprochen

Viele Regierungen wollen offenbar noch immer daran glauben, dass die Todesstrafe mehr Sicherheit schafft", kritisierte Hendrich. Diese Annahme scheint durch die Tatsache untermauert, dass auch 2015 weltweit hunderte neuer Todesurteile ausgesprochen wurden.

Die untere Karte zeigt die Details:

Dafür gebe es aber keinerlei Beweise. Dennoch sei ein positiver Trend erkennbar: Erstmals seien Staaten, in denen die Todesstrafe noch verhängt wird, in der Minderheit. Weltweit hätten inzwischen 102 Staaten die Todesstrafe aus den Gesetzbüchern gestrichen. Und in den USA sei mit 28 Exekutionen die niedrigste Zahl an Hinrichtungen registriert worden seit 1991.

rös/gos, mit Reuters/dpa