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Treffen der US-Republikaner Romney begeistert den Parteitag mit großen Versprechungen


Mitt Romney hat es doch noch geschafft. Mit seiner Rede riss er den Republikaner-Parteitag von den Stühlen. Er ist ein schwerer Gegner für Obama.

Der Saal brodelt, es regnet Konfetti und Luftballons. Die Inszenierung ist perfekt. Gerade eben hat Mitt Romney, der Mann, der ins Weiße Haus will, beim Parteitag der US-Republikaner in Tampa gesprochen. Es war einer seiner besten Auftritte seit langem. Eine Botschaft voller Optimismus und Zuversicht: Das Ziel liegt in Reichweite, der Wahlsieg gegen Barack Obama ist möglich, die Zukunft kann wieder republikanisch werden.

"Lasst uns mit dieser Zukunft heute beginnen", sind die letzten Worte Romneys, die bereits im Jubel des Parteitags untergehen. "USA, USA", rufen die Delegierten immer wieder aus voller Kehle. Vieles mag von den Partei-Strategen inszeniert worden sein. Doch es scheint, als habe es der als Langweiler verrufene Romney doch noch geschafft, die eigene Partei in seinen Bann zu ziehen - zumindest in Tampa, zumindest an diesem Abend.

"Ich wünschte, Obama wäre erfolgreich gewesen, weil ich will, dass Amerika erfolgreich ist" - Romney eröffnet seine Rede mit einem raffinierten rhetorischen Schachzug. "Aber seine Versprechen wichen der Enttäuschung und Uneinigkeit", fährt er fort. "Das ist nichts, was wir akzeptieren müssen. ... Jetzt ist der Moment, in dem wir etwas tun können."

Romney verspricht zwölf Millionen neue Jobs

Romneys Rede ist nicht so aggressiv wie die seines Vizekandidaten Paul Ryan vom Vortag. Der 65-jährige Ex-Gouverneur und Multimillionär versucht einen Balanceakt: Halb gibt er sich noch als Wahlkämpfer, der Obama ins Visier nimmt. Halb präsentiert er sich bereits als Staatsmann, der alle Amerikaner im Herzen hat - als habe er die Wahlen im November schon gewonnen.

Auch Romney verspricht den Amerikanern Großes, falls er ins Weiße Haus einzieht. Zwölf Millionen neue Jobs sollen her, bis 2020 müsse das Land unabhängig von Energie aus dem Ausland sein, die schwindelerregenden Staatsschulden seien runterzufahren, die amerikanischen Streitkräfte müssten die stärksten der Welt bleiben. Doch anders als sonst so häufig vermied Romney in Tampa, seine Zuhörer mit Einzelheiten zu langweilen.

Es ist der Höhepunkt eines Parteitags, der einige Probleme überwinden musste. Erst war da Tropensturm "Isaac", dann machte die Minderheit um den radikalliberalen Ron Paul Querelen. Und zudem bestand die Gefahr, dass der redegewandte Vize Ryan seinen Chef in den Schatten stellt.

"Ich kandidiere als Präsident, um eine bessere Zukunft zu schaffen"

Es sei die wichtigste Rede seines Lebens, raunten Insider schon vor Romneys großen Auftritt. Es sei die letzte große Chance, sein Image aufzupolieren. Zu zeigen, dass er mehr ist als der berechnende Flip-Flopper, der sein Mäntelchen nach dem Wind hängt. Mehr als der kühle Ex-Finanzinvestor, der auf Profit schaut.

Am Ende schweben die blau-weiß-roten Luftballons von der Decke. Die Musik spielt mit doppelter Lautstärke auf. Romney und Ryan präsentieren sich Arm in Arm, mitsamt der Ehefrauen und inmitten einer Kinderschar.

"Ich kandidiere als Präsident, um eine bessere Zukunft zu schaffen", hat Romney dem Parteitag gerade eben zugerufen. Stehen die beiden Republikaner mit ihren drastischen Sparplänen, mit ihrem Versprechen von Steuersenkungen auch für die Reichen und Superreichen für den Aufbruch, den die USA so dringend brauchen?

Ob die Megashow ein Erfolg ist, ob es Romney gelungen ist, die Amerikaner auch draußen in Land mitzureißen, werden erst die nächsten Tage zeigen. Traditionell klettern die Umfragewerte von Präsidentschaftskandidaten nach einem Parteitag in die Höhe. Allerdings hat Romney mit baldiger Konkurrenz zu rechnen: Bereits Anfang kommender Woche steigt der Parteitag der Demokraten. Dann ist Obamas großer Auftritt.

von Peer Meinert, DPA DPA

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