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Konflikt in Golfregion: Trump: USA schießen iranische Drohne ab – Iran widerspricht

Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA nimmt erneut Fahrt auf: Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump haben die USA eine iranische Drohne abgeschossen. Es gab aber auch Signale der Verhandlungsbereitschaft.

Straße von Hormus: US-Kriegsschiff schießt iranische Drohne ab

Ein erneuter Zwischenfall in der Golfregion hat die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter wachsen lassen. Ein US-Kriegsschiff schoss nach Angaben von Präsident Donald Trump am Donnerstag über der Straße von Hormus eine iranische Drohne ab. Die "USS Boxer" habe eine "verteidigende Maßnahme gegen eine iranische Drohne ergriffen", die dem Kriegsschiff "sehr, sehr nahe" gekommen sei. Laut einem Sprecher des US-Verteidigungsministeriums ereignete sich der Vorfall am Vormittag (Ortszeit), als das Kriegsschiff dabei war, in die Straße von Hormus einzufahren.

Die Drohne sei sofort zerstört worden, sagte Trump weiter. Dem US-Präsidenten zufolge war die Drohne nur etwa 1000 Yard (etwa 914 Meter) von dem US-Schiff entfernt. Er sprach von der "jüngsten von vielen Provokationen und feindlichen Aktionen durch den Iran". Trump appellierte an "andere Länder, ihre Schiffe bei der Durchfahrt der Meerenge zu beschützen und künftig mit uns zusammenzuarbeiten".

Seit Monaten Spannungen zwischen Iran und USA    

Der Iran widerspricht den US-Angaben. Die USA könnten nach Angaben von Irans Vize-Außenminister Abbas Araghschi "irrtümlich" eine eigene Drohne abgeschossen haben. Der Iran habe keine Drohne verloren, begründete Araghschi seine Einschätzung am Freitag bei Twitter. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte vor einem Treffen mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres in New York, er habe "keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag". Weitere Angaben machte er nicht.

Der Abschuss kommt zu einer Zeit der massiven Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Seit dem Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran im Mai 2018 und der Verhängung neuer Sanktionen kommt es in der Golfregion immer wieder zu Zwischenfällen.

Seit Anfang Mai gab es mehrere Angriffe auf Tanker in der Region, für die Washington den Iran verantwortlich machte. Teheran wies jede Verantwortung zurück. Ende Juni brachte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die Revolutionsgarden über der Straße von Hormus den Iran und die USA an den Rand einer militärischen Konfrontation. Trump stoppte nach eigenen Angaben erst in letzter Minute einen Vergeltungsangriff.

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Signale der Verhandlungsbereitschaft     

Für weitere Spannungen sorgte Anfang Juli die Festsetzung eines Tankers mit iranischem Erdöl vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar. Am Donnerstag verkündeten dann die iranischen Revolutionsgarden, sie hätten einen "ausländischen Tanker" im Persischen Golf festgesetzt. Das Schiff soll in Ölschmuggel verwickelt sein.

Das US-Finanzministerium kündigte unterdessen Sanktionen gegen eine Reihe internationaler Unternehmen wegen ihrer Verbindung zum iranischen Atomprogramm an. Unternehmen aus dem Iran, Belgien und China seien auf die schwarze Liste gesetzt worden, hieß es. Sie würden als Beschaffungsnetzwerk für das iranische Unternehmen Tesa dienen, das die Anreicherungszentrifugen für die iranische Atomorganisation AEOI liefere. Bei den chinesischen und belgischen Unternehmen handele es sich um Tarnfirmen, "um wichtige nukleare Materialien zu bekommen", erklärte Finanzminister Steven Mnuchin.

Zugleich gab es am Donnerstag aber auch Signale der Verhandlungsbereitschaft zwischen dem Iran und den USA. Der britische "Guardian" berichtete, Sarif habe in Aussicht gestellt, striktere Kontrollen des iranischen Atomprogramms zuzulassen. Im Gegenzug wolle der Iran eine Aufhebung von US-Sanktionen. Trump sagte vor Journalisten, der Druck auf Teheran habe Wirkung gezeigt und die Verhandlungsbereitschaft der iranischen Führung wachsen lassen. "Alles, was wir wollen, ist ein fairer Deal." Das mit dem Iran ausgehandelte internationale Atomabkommen sei ein "schlechter Deal" gewesen. "Wir können schnell etwas machen, oder wir können uns Zeit lassen", sagte Trump. "Ich habe keine Eile."

rw / AFP