VG-Wort Pixel

Laute Pfiffe und Parolen Türkische Fans stören massiv Schweigeminute für Paris-Opfer


Beim Länderspiel der Türkei gegen Griechenland sollte der Paris-Toten gedacht werden. Türkische Fans sorgten mit lauten Buhrufen und Parolen jedoch für einen Eklat. Erst als Kapitän Arda Turhan eingriff, wurde es leiser.

Bei Fußball-Länderspielen in ganz Europa ist der mehr als 120 Toten bei den Terroranschlägen von Paris gedacht worden. In vielen Stadien ließen die Veranstalter am Dienstagabend neben den Nationalhymnen auch die französische "Marseillaise" abspielen. Im Wembley-Stadion in London sangen Spieler und rund 70.000 Fans vor dem Spiel zwischen England und Frankreich einträchtig und lautstark Frankreichs Hymne. Auch als das Spiel lief, stimmten Fans immer wieder lautstark die "Marseillaise" an.

Pfiffe und Buhrufe während Schweigeminute

Ganz anders die Situation im Istanbuler Fatih-Terim-Stadion, wo vor der Partie zwischen der Türkei und Griechenland laute Pfiffe und Buhrufe die Schweigeminute störten. Einige Zuschauer sollen zudem eine unter Nationalisten verbreitete Parole gegen die kurdische PKK angestimmt haben. Wie die "Welt" berichtet, sollen von der Tribüne "Die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar"-Rufe zu hören gewesen sein.

Die Pfiffe seien erst leiser geworden, als der türkische Kapitän Arda Turhan die Zuschauer mit Handzeichen zum Schweigen aufforderte. Eine Stellungnahme des türkischen Fußballverbands stand zunächst aus.

Es war nicht das erste Mal, dass türkische Fans während einer Schweigeminute negativ auffielen. Schon beim Länderspiel ihrer Nation gegen Island im vergangenen Oktober hatten Anhänger das gemeinsame Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von Ankara massiv gestört. Dabei sollen auch "Allahu akbar"-Parolen ("Gott ist groß") skandiert worden sein.  

mod

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker