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Krieg in der Ukraine Vater eines "Moskwa"-Matrosen beschimpft russische Militärführung als "Lumpen"

Ein großes graues Kriegsschiff mit einer weißen "121" im vorderen Drittel des Rumpfes
Der russische Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" – hier bei einer Bosporus-Durchfahrt 2014 –war das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte
© Can Merey / Picture Alliance
Laut Kreml läuft Militäreinsatz "nach Plan" +++ UN: Berichte über Getreidediebsstahl sind glaubhaft +++ Melnyk sieht keinen Grund für Entschuldigung +++ Die wichtigsten Meldungen zum Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

In der schwer zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol könnten heute weitere Zivilisten aus dem umkämpften Werk Azovstal evakuiert werden. Das teilten sowohl UN-Generalsekretär António Guterres als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Einzelheiten wurden nicht genannt. Nach ukrainischer Darstellung wurden bereits Busse in Richtung Mariupol in Marsch gesetzt.

In dem Stahlwerk, der letzten Bastion der Verteidiger von Mariupol, warten nach ukrainischen Angaben noch rund 200 Zivilisten auf eine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Bei zwei vorherigen Evakuierungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden etwa 500 Menschen aus Mariupol und Umgebung auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet nach Saporischschja geholt.

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Die wichtigsten Meldungen zum Krieg in der Ukraine am Freitag, den 6. Mai:

19.40 Uhr: UN-Generalsekretär reist nach Moldau

Nach seinen Besuchen in Moskau und Kiew wird UN-Generalsekretär António Guterres nach Moldau reisen. Der 73 Jahre alte Portugiese will im Nachbarland der Ukraine am Montag unter anderem Präsidentin Maia Sandu und Premierministerin Natalia Gavrili?a treffen. Am Dienstag soll Guterres ein Flüchtlingslager besuchen. Die Republik Moldau mit ihren 2,5 Millionen Einwohnern hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs über 450 000 Flüchtlinge aufgenommen. Am Mittwoch will der UN-Chef nach Österreich weiterreisen.

19.23 Uhr: Diplomaten: UN-Sicherheitsrat erstmals mit Ukraine-Erklärung

Der UN-Sicherheitsrat hat sich mehr als zwei Monate nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine erstmals auf eine gemeinsame Stellungnahme geeinigt. Das mächtigste UN-Gremium, zu dem Russland als Veto-Macht gehört, soll den Text noch am Freitag um 21.00 Uhr MESZ in New York verabschieden, wie Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten.

Ein vorliegender Entwurf enthält die Formulierung, dass der Rat "zutiefst besorgt" über die Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit in der Ukraine ist und die Vermittlungsbemühungen von UN-Generalsekretär António Guterres unterstützt. Auch wird daran erinnert, dass alle Staaten unter der UN-Charta dazu verpflichtet sind, ihre internationalen Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln beizulegen.

18.36 Uhr: Ostukrainische Separatisten ernennen Botschafter in Russland

Rund zweieinhalb Monate nach ihrer Anerkennung durch Russland haben die selbst ernannten ostukrainischen Volksrepubliken Donezk und Luhansk Botschafter nach Moskau entsandt. Die prorussischen Separatisten aus Donezk teilten mit, dass ihre Interessen in Moskau künftig durch die Politikerin Olga Makejewa vertreten werden sollen. Luhansk schickt den ehemaligen Journalisten Rodion Miroschnik, der vor Jahren für den damaligen russlandnahen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch arbeitete.

Bis die beiden Botschaften in Moskau tatsächlich geöffnet werden, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern. Für die Luhansker Vertretung etwa sei zwar schon ein passendes Gebäude gefunden worden, sagte Miroschnik im russischen Fernsehen. Doch es werde noch einige Wochen dauern, bis es "in Ordnung" gebracht worden sei.

17.58 Uhr: Kiew: 41 Ukrainer bei Gefangenenaustausch mit Russland freigelassen

Russland hat nach ukrainischen Angaben im Rahmen eines weiteren Gefangenenaustauschs 41 Menschen freigelassen, darunter elf Frauen. 28 Soldaten und 13 Zivilisten seien freigekommen, teilte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk im Messengerdienst Telegram mit. Unter den Freigelassenen sei auch ein ukrainisch-orthodoxer Geistlicher. 

Zur Zahl der an Russland übergebenen Gefangenen machte Wereschtschuk keine Angaben. Seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar haben Kiew und Moskau mehrere Gefangenenaustausche vorgenommen. Vor einer Woche waren bei einem Gefangenenaustausch 14 Ukrainer freigelassen worden, darunter eine Schwangere. 

17.20 Uhr: Regierungspartei: Russland wird "für immer" in der Südukraine bleiben

Bei einem Besuch im südukrainischen Cherson hat sich erstmals ein hochrangiger russischer Politiker zu Moskaus Absichten infolge des Militäreinsatzes in der Ukraine geäußert. "An die Menschen in der Region Cherson gerichtet, möchte ich sagen, dass Russland hier ist, um für immer zu bleiben", sagte der hochrangige Funktionär der russischen Regierungspartei Geeintes Russland, Andrej Turtschak, laut einer Erklärung der Partei.

Bislang hatte Moskau angegeben, als Hauptziel seines Militäreinsatzes im Nachbarland dessen "Entnazifizierung" anzustreben. "Es gibt kein Zurück in die Vergangenheit", sagte Turtschak nun laut der Erklärung, aus der die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitierte. "Wir werden zusammen leben und diese reiche Region zusammen weiter entwickeln."

Turtschak ist erster Stellvertreter des Vorsitzenden des russischen Oberhauses, dem Föderationsrat, und außerdem Generalsekretär des Parteivorstandes von Geeintes Russland. In Cherson kündigte er laut Ria Nowosti zudem die Eröffnung eines Logistikzentrums an, um humanitäre Hilfe in der Region zu leisten.

17.15 Uhr: Medienbericht: Ukrainischer Beschuss auf russische Fregatte

Ukrainischen Medienberichten zufolge ist eine russische Fregatte im Schwarzen Meer nach Raketenbeschuss in Brand geraten. Offiziell wurden die Berichte zunächst weder in Moskau noch in Kiew bestätigt. Der ukrainische Generalstab erhöhte die Zahl der vermeintlich versenkten russischen Schiffe allerdings bereits um ein weiteres auf nun insgesamt elf. "Die Explosion mit anschließendem Brand ereignete sich an Bord der Fregatte des Projekts 11356 vom Typ "Burewestnik", die sich nahe der Schlangeninsel befindet", berichtete das in Odessa beheimatete Medium Dumskaja.net.

Anderen Medienberichten zufolge hingegen soll es sich bei dem Schiff, das demnach von einer Antischiffsrakete des Typs Neptun getroffen wurde, um die "Admiral Makarow" handeln.

17.02 Uhr: Selenskyj: Kampf für Freiheit ist keine Frage von Größe eines Landes

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält den Kampf für Freiheit für keine Frage der Größe eines Landes. "Es spielt keine Rolle, wie groß oder bevölkert das Land ist, wenn man für die Freiheit kämpft", sagte er in einer Videoansprache vor dem Parlament von Island, einem der ältesten der Welt.

Selenskyj dankte der Nordatlantik-Insel mit ihren nur rund 360.000 Einwohnern für ihre Unterstützung nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine und forderte sie zugleich auf, diesen Weg weiterzugehen. Jeder Beitrag im Kampf gegen die russische Aggression auch von kleineren Ländern zähle. "Keine Geschäfte mit der Diktatur!", sagte er. Russisches Öl müsse gestoppt und alle finanziellen Verbindungen nach Russland sollten gekappt werden.

Es war das erste Mal überhaupt, dass ein Staatschef aus dem Ausland eine Rede vor dem isländischen Parlament Althingi hielt. Islands Präsident Gudni Jóhannesson sprach den Ukrainern zuvor die Unterstützung seines Landes aus - und richtete sogar einige Sätze auf Ukrainisch an Selenskyj. 

16.05 Uhr: Ukrainische Kämpfer – Russen brechen erneut Waffenruhe in Mariupol

Ukrainische Kämpfer haben Russland einen erneuten Bruch der Waffenruhe rund um das belagerte Stahlwerk Azovstal in der schwer umkämpften Stadt Mariupol vorgeworfen. Dabei sei ein Auto, mit dem eigentlich Zivilisten hätten evakuiert werden sollen, mit einer Panzerabwehrrakete beschossen worden, teilten die Kämpfer des Nationalgarderegiments "Asow" im Nachrichtendienst Telegram mit. Einer ihrer Soldaten sei getötet und sechs verletzt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

16.01 Uhr: Ausbildung ukrainischer Soldaten beginnt bald

Die Bundeswehr wird schon bald in Rheinland-Pfalz mit der Schulung von ukrainischen Soldaten für die Bedienung von schweren Artilleriegeschützen starten. "Die Ausbildung gemeinsam mit den Niederlanden soll nach Klärung letzter Details kommende Woche in Idar-Oberstein beginnen", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministerium in Berlin. Deutschland werde der Ukraine sieben Panzerhaubitzen 2000 liefern. Die Geschütze kämen nicht aus dem Bestand der aktiven Truppe. Zuvor hatten andere Medien über den Start der Ausbildung berichtet.

15.25 Uhr: Gesunkener Kreuzer "Moskwa" angeblich nicht am Krieg beteiligt – Matrosen-Vater beschimpft Militärführung

Das vor der ukrainischen Küste gesunkene Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte "Moskwa" war nach Darstellung Moskaus nicht am Militäreinsatz gegen die Ukraine beteiligt. Das geht aus einer Antwort der Militärstaatsanwaltschaft an den Hinterbliebenen eines Matrosen hervor. "Die Überprüfung hat ergeben, dass das Schiff, auf dem E.D. Schkrebez Dienst geleistet hat, nicht in die ukrainischen Hoheitsgewässer eingefahren ist und auch nicht auf der Liste der Verbände und Einheiten stand, die zum Einsatz an der militärischen Spezialoperation herangezogen wurden", heißt es in dem offiziellen Schreiben, das der Vater des Matrosen am Freitag im sozialen Netzwerk Vkontakte veröffentlichte. Der Matrose gelte seit dem Unglück auf dem Raketenkreuzer Mitte April als vermisst. Der Vater des Vermissten, Dmitri Schkrebez, bezeichnete das Schreiben als Lüge. "Gehört die Schlangeninsel etwa nicht zu den Hoheitsgewässern der Ukraine, ihr Lumpen?", kommentierte er.

Krieg in der Ukraine: Vater eines "Moskwa"-Matrosen beschimpft russische Militärführung als "Lumpen"

15.14 Uhr: BKA soll bei Ermittlungen zu Gräueltaten helfen

Das Bundeskriminalamt (BKA) soll einem Bericht zufolge bei der Ermittlung zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen in der Ukraine helfen. Das BKA bereite "eine umfangreiche materielle Unterstützung der Ukraine durch Forensikausstattung vor", erste Materialien und Geräte seien bereits unterwegs, zitierte der "Spiegel" das Bundesinnenministerium.

14.06 Uhr: UN-Organisation: Berichte über russischen Getreidediebstahl glaubhaft

In der Ukraine sind nach Angaben der UN-Agrarorganisation (FAO) rund 700.000 Tonnen Getreide verschwunden. Der stellvertretende FAO-Direktor der Abteilung Märkte und Handel, Josef Schmidhuber, geht davon aus, dass russische Streitkräfte Getreide in ihre Heimat brachten. "Es gibt anekdotische Beweise, dass (russische Streitkräfte) Getreide stehlen und mit Lastwagen nach Russland schaffen", sagt Schmidhuber in einem UN-Briefing zu Reportern in Genf. Ebenso gebe es glaubhafte Berichte, dass russische Streitkräfte Agrargeräte stehlen und Lagerhäuser zerstören. Es gebe Videos in den sozialen Medien, die die die Diebstähle nahelegten, und er halte diese Videos für glaubwürdig, sagt Schmidhuber.

Nach seinen Angaben dürfte die Ukraine in diesem Jahr 14 Millionen Tonnen Getreide für den Export zur Verfügung haben, in anderen Jahren waren 25 Millionen Tonnen für den Export oder die Lagerung über den Winter verfügbar. Allerdings seien die Häfen blockiert und der Abtransport mit Lastwagen oder Zügen sei sehr schwierig.

13.42 Uhr: Kreml: Militäreinsatz in Ukraine läuft "nach Plan"

Entgegen vieler anderslautender Experteneinschätzungen hat sich der Kreml mehr als zehn Wochen nach Kriegsbeginn zufrieden mit den Leistungen des eigenen Militärs in der Ukraine gezeigt. "Die Operation läuft nach Plan", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Der am 24. Februar von Russlands Präsident Wladimir Putin angeordnete Angriffskrieg gegen das Nachbarland wird in Moskau offiziell nur als "militärische Spezial-Operation" bezeichnet.

Internationale Beobachter hingegen sind der Auffassung, dass der Kreml am "Tag des Sieges" am 9. Mai gerne unter anderem die vollständige Eroberung der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk gefeiert hätte. Das scheint aufgrund des stockenden Vormarschs der russischen Truppen kaum noch realistisch zu sein.

13.27 Uhr: Unicef: Tausende traumatisierte Kinder brauchen Hilfe in der Ukraine

Mit den traumatischen Kriegserfahrungen sind in der Ukraine nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef tausende Kinder dringend auf psychologische Unterstützung angewiesen. Nach Schätzungen seien noch 4000 bis 6000 Fachkräfte im Land, und es müsse alles getan werden, um ihre Gehälter sicherzustellen und sie in ihrer Arbeit zu unterstützen, damit sie ihre wichtige Arbeit fortsetzen könnten, sagt der Unicef-Experte Aaron Greenberg aus dem westukrainischen Lwiw per Video-Schalte zu Reportern in Genf.

Besondere Aufmerksamkeit brauchten etwa 91.000 Kinder und Jugendliche, die bereits vor dem russischen Angriff am 24. Februar in Heimen betreut wurden. Dazu gehören Waisen- und Kinderheime für junge Menschen mit Behinderungen ebenso wie Internate, in denen oft besonders schutzbedürftige Kinder gelebt hätten, sagt Greenberg. Etwa 35.000 von ihnen seien nach Beginn der Angriffe zu ihren Familien zurückkehrt. Sie müssten nun besucht und unterstützt werden.

Gemessen an der Bevölkerung sei die Zahl der Kinder in Heimen sehr hoch, weil die Ukraine es noch nicht geschafft habe, Familien oder Pflegeeltern bei der Betreuung zu Hause besser zu unterstützen, sagte Greenberg. "Kinder sind widerstandsfähig und erholen sich wieder, aber sie müssen unterstützt werden", sagte er.

Nach seinen Angaben sind 56 mobile Teams im ganzen Land unterwegs, um Kinder und ihre Familien mit traumatischen Erlebnissen, darunter auch sexuelle Gewalt, zu betreuen. Seit Beginn des Krieges habe Unicef psychosoziale Hilfe für 145 000 Kinder und Jugendliche mit organisiert. 34 000 Minderjährige mit besonderen Bedürfnissen seien ebenfalls unterstützt worden.

13.11 Uhr: Scholz warnt vor internationaler Regellosigkeit

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor dem Verlust der internationalen Ordnung gewarnt. Komme der russische Präsident Wladimir "Putin damit durch, dann droht internationale Regellosigkeit", sagt er in einer Festrede zum 100-jährigen Bestehen des Überseeclubs im Hamburger Rathaus. Schon allein deshalb dürfe Russland nicht die Oberhand behalten. "Putin darf diesen verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen – und er wird diesen Krieg auch nicht gewinnen", sagt der Kanzler unter dem Applaus vor rund 500 geladenen Gästen im Festsaal des Rathauses.

13.09 Uhr: Ministerium: Haubitzen-Lieferung "richtig und angemessen"

Das Bundesverteidigungsministerium hat die geplante Lieferung von sieben Panzerhaubitzen an die Ukraine als "richtig und angemessen" bezeichnet. Ein Ministeriumssprecher spicht von einer ausgewogenen und sinnvollen Lösung, um sowohl die Landes- und Bündnisverteidigung zu gewährleisten, als auch dem Druck gerecht zu werden, der im Moment in der Ukraine bestehe.

Zum genauen Lieferzeitpunkt der Haubitzen gibt es zunächst keine Informationen. Der Sprecher sagt, sobald die Instandsetzung der Systeme abgeschlossen sei, könnten sie abgegeben werden. Parallel dazu beginne man mit der Ausbildung. Das werde voraussichtlich nächste Woche passieren. Je nach Vorkenntnissen ist von einer Ausbildungsdauer von etwa 40 Tagen die Rede.

13.02 Uhr: Baltische Außenminister besuchen gemeinsam Ukraine

Die Außenminister der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind in die Ukraine gereist. "Wir sind hier, um unsere Solidarität zu bekräftigen und über weitere Unterstützung zu sprechen", schrieb der lettische Außenminister Edgars Rinkevics auf Twitter über ein gemeinsames Bild mit seinen beiden Amtskollegen Eva-Maria Liimets (Estland) und Gabrielius Landsbergis (Litauen). Auf der vorab nicht angekündigten Reise sollen die Chefdiplomaten der drei EU- und Nato-Länder nach Regierungsangaben aus Tallinn mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba zusammenkommen. 

12.54 Uhr: Russland setzt Offensive gegen Stahlwerk in Mariupol laut Kiew fort

Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben seine Offensive auf das Asow-Stahlwerk in Mariupol fortgesetzt. Die russischen Streitkräfte hätten "in einigen Gebieten mit Unterstützung der Luftwaffe die Einsätze zur Übernahme der Kontrolle über die Fabrik wieder aufgenommen", teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Für heute wurde ein weiterer Konvoi der UNO zur Evakuierung von Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk erwartet.

Russland hatte am Mittwochabend eine dreitägige Feuerpause für Evakuierungseinsätze aus dem Industriekomplex angekündigt. Die Ukraine warf Russland jedoch vor, dagegen verstoßen zu haben. Der Kreml bestritt die Vorwürfe.

12.42 Uhr: Scholz und Selenskyj nehmen an G7-Schalte teil

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird am Sonntag mit den Partnern der G7-Staaten in einer digitalen Schaltkonferenz über die aktuelle Lage in der Ukraine beraten. Das teilte die stellvertretende Regierungssprecherin, Christiane Hoffmann, in Berlin mit. Bei der Videokonferenz wird demnach auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zugeschaltet sein, um über die Entwicklungen in seinem Land zu berichten. Zur G7-Gruppe gehören neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die USA.

12.22 Uhr: Russland schließt taktischen Atomschlag gegen Ukraine derzeit aus

Russlands Außenministerium hat Spekulationen über einen möglichen Atomwaffeneinsatz in der Ukraine zurückgewiesen. Für einen solchen Einsatz gebe es klare Richtlinien in der russischen Atomdoktrin, betonte Alexej Saizew, ein Sprecher des Ministeriums, laut der Nachrichtenagentur Interfax. "Sie sind nicht anwendbar für die Verwirklichung der Ziele, die im Rahmen der militärischen Spezialoperation in der Ukraine, gesetzt wurden", fügte er hinzu. Russland nennt den Krieg in der Ukraine "Spezialoperation." Die russische Atomdoktrin sieht einen Einsatz der Atomwaffen nur bei einer Gefährdung der Existenz des Landes selbst vor.

Saizews Angaben nach hat Russland mehrfach Abkommen vorgeschlagen, die einen Atomkrieg unmöglich machen sollen. Dem Westen warf der Top-Diplomat eine bewusste Eskalation mithilfe der "erfundenen atomaren Bedrohung durch Russland" vor. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im Februar, als er den Krieg gegen die Ukraine befahl, den Westen davor gewarnt, sich einzumischen. Anderenfalls hätte das für die betreffenden Länder "Folgen, mit denen sie noch nie konfrontiert" waren. Gleichzeitig ließ der Kremlchef die eigenen Atomstreitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen.

12.14 Uhr: Scholz hält Fernsehansprache zum Jahrestag des Weltkriegsendes

Bundeskanzler Olaf Scholz wird an diesem Sonntag eine Fernsehansprache zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai 1945 halten. Anlass sei der Krieg in der Ukraine, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann in Berlin in der Bundespressekonferenz. Es sei "ein sehr besonderer 8. Mai in diesem Jahr". Dass zwei Länder, die im Zweiten Weltkrieg Opfer deutscher Aggression geworden seien, jetzt miteinander im Krieg stünden, sei "ein sehr bedrückender Umstand".

Die Ansprache soll der Sprecherin zufolge am Abend im Fernsehen ausgestrahlt werden. Über den Plan hatte zuerst "Bild" berichtet. Scholz hatte sich bereits kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine am 24. Februar mit einer Ansprache an die Bevölkerung gewandt.

11.49 Uhr:  Amnesty legt Bericht zu mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechen in Region Kiew vor

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat einen rund 40-seitigen Bericht über mutmaßliche russische Kriegsverbrechen in der Ukraine vorgelegt. Unter anderem seien "rechtswidrige Luftangriffe auf Borodjanka" sowie "außergerichtliche Hinrichtungen" in der Region um die Hauptstadt Kiew dokumentiert worden, teilte Amnesty mit. 

Amnesty rufe die ukrainischen Behörden und den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag dazu auf, "dafür zu sorgen, dass die Beweise gesichert werden, die eine künftige Verfolgung von Kriegsverbrechen ermöglichen könnten". Es sei "von entscheidender Bedeutung, dass alle Verantwortlichen, auch diejenigen an der Spitze der Befehlskette, vor Gericht gestellt werden", betonte Generalsekretärin Agnès Callamard.

11.37 Uhr: Menschenrechtsorganisation Memorial plant virtuelle Demo am 9. Mai

Die in Russland inzwischen verbotene Menschenrechtsorganisation Memorial will mit einer digitalen Protestaktion am 9. Mai gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine demonstrieren. Ziel seien eine Million digitale Demonstrierende auf einem "digitalen Roten Platz", teilt Memorial Deutschland mit. Der echte Rote Platz in Moskau wird am Montag zum Schauplatz einer großen Militärparade zum 77. Jahrestag des Siegs der Sowjetunion über Nazi-Deutschland, der vom Kreml in diesem Jahr mit vielen Bezügen zum Ukraine-Krieg gefeiert wird.

"Eine freie Meinungsäußerung ist in Russland de facto nicht mehr möglich. Auch darauf möchten wir mit dieser Aktion hinweisen", erklärt Irina Scherbakowa von Memorial. Auf der Seite redsquareprotest.org soll die Demonstration stattfinden, "ohne dass Putin und sein Regime dies verhindern können".

Das Oberste Gericht Russlands hatte Memorial Ende Februar endgültig verboten. Die angesehene Organisation arbeitete sowjetische Verbrechen auf und setzte sich für Menschenrechte im gegenwärtigen Russland ein. Die Aktivisten setzen ihre Arbeit in neuen Formen fort.

10.47: Uhr: Russisches Militär bestätigt Raketenschlag gegen Großstadt Kramatorsk

Das russische Militär hat eigenen Angaben nach ein großes Munitionsdepot in der ukrainischen Großstadt Kramatorsk im Gebiet Donezk zerstört. "Mit luftbasierten Hochpräzisionsraketen wurde ein großes Munitionslager der ukrainischen Streitkräfte vernichtet, das auf dem Territorium der Fabrik Energomaschstal in der Stadt Kramatorsk angelegt war", sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Ukrainische Behörden hatten am Vortag von einem massiven Raketenangriff auf die Stadt mit 25 Verletzten gesprochen.

Nach Moskauer Angaben waren zudem in den vergangenen 24 Stunden die taktische Luftwaffe und die Artillerie wieder sehr aktiv. Demnach habe die Luftwaffe 24 Militärobjekte beschossen, die Artillerie über 200. Unter den getroffenen Zielen nennt Konaschenkow Munitionsdepots, Artilleriestellungen, Truppenansammlungen und Luftabwehrsysteme. Gesondert berichtete er über den Abschuss von zwei ukrainischen Kampfflugzeugen; eine Su-25 und eine MiG-29. Von unabhängiger Seite konnten diese Angaben nicht überprüft werden.

10.42 Uhr: Russland: Gesunkener Kreuzer "Moskwa" nicht am Krieg beteiligt

Das vor der ukrainischen Küste gesunkene Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte "Moskwa" war nach Darstellung Moskaus nicht am Militäreinsatz gegen die Ukraine beteiligt. Das geht aus einer Antwort der Militärstaatsanwaltschaft an den Hinterbliebenen eines Matrosen hervor. "Die Überprüfung hat ergeben, dass das Schiff, auf dem E.D. Schkrebez Dienst geleistet hat, nicht in die ukrainischen Hoheitsgewässer eingefahren ist und auch nicht auf der Liste der Verbände und Einheiten stand, die zum Einsatz an der militärischen Spezialoperation herangezogen wurden", heißt es in dem offiziellen Schreiben, das der Vater des Matrosen im sozialen Netzwerk Vkontakte veröffentlichte. Der Matrose gelte seit dem Unglück auf dem Raketenkreuzer Mitte April als vermisst.

9.22 Uhr: Ukrainischer Botschafter sieht keinen Anlass für Entschuldigung

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sieht nach seiner Attacke auf Bundeskanzler Olaf Scholz keinen Anlass für eine Entschuldigung. "Es geht nicht darum, ob man sich entschuldigt, es geht darum, dass eine richtige Politik in diesen Tagen gemacht wird", sagte er dem Deutschlandfunk. "Es geht nicht darum, ob man sich beleidigt fühlt oder nicht, sondern es geht darum, ob man uns hilft, in diesem Krieg nicht zu verlieren und Menschenleben zu retten." Das Problem, das im Weg gestanden habe, sei durch das Telefonat der beiden Präsidenten Frank-Walter Steinmeier und Wolodymyr Selenskyj nun auch ausgeräumt worden.

9.02 Uhr: London: Angriffe auf Azovstal-Werk bringen hohe Verluste für Moskau

Die russischen Truppen in der Ukraine müssen bei ihrem Sturm auf das Azovstal-Werk in der schwer zerstörten Hafenstadt Mariupol nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten schwere Verluste hinnehmen. Russland wolle das Stahlwerk, die letzte Bastion der Verteidiger von Mariupol, wohl für die Siegesfeier am 9. Mai erobern, heißt es in einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums. Russlands Präsident Wladimir Putin wünsche sich für den Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland einen symbolischen Erfolg in der Ukraine. Russland müsse das aber mit hohen Verlusten an Soldaten, Material und Munition bezahlen.

8.34 Uhr: Ukraine: Knapp 500 Zivilisten in vergangenen Tagen aus Mariupol evakuiert

Aus der seit Wochen von russischen Truppen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol und dem dortigen Stahlwerk sind nach ukrainischen Angaben in den vergangenen Tagen insgesamt rund 500 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden. "Es ist uns gelungen, fast 500 Zivilisten zu evakuieren", teilt der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, mit. Der Evakuierungseinsatz werde fortgesetzt.

7.52 Uhr: Lambrecht: Deutschland liefert Ukraine sieben Panzerhaubitzen

Deutschland wird der Ukraine sieben Panzerhaubitzen 2000 liefern. Dazu sei eine Übereinkunft erzielt worden, sagt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in Sliac in der Slowakei. Die Waffensysteme sollen aus einer laufenden Instandsetzung kommen und damit der Bundeswehr nicht unmittelbar fehlen. Zu den Haubitzen solle eine Ausbildung angeboten werden.

5.54 Uhr: Britische Regierung friert Vermögenswerte von Stahlfirma Evraz ein

Die britische Regierung hat die Vermögenswerte des in Großbritannien ansässigen Stahl- und Bergbauunternehmens Evraz eingefroren, an dem der russische Oligarch Roman Abramowitsch Hauptanteilseigner ist. Die Regierung erklärt, dass Evraz ein wichtiger Zulieferer der Eisenbahn in Russland sei, und die Eisenbahn für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine von "entscheidender Bedeutung" sei, da sie "wichtige militärische Güter und Truppen an die Frontlinie" transportiert.

Die Londoner Regierung weist darauf hin, dass das Kerngeschäft von Evraz in Russland liegt, wo das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber ist. "Diese Sanktionen werden Putins Finanzreserven und seine Belagerungswirtschaft weiter aushöhlen und den anhaltenden Widerstand der Ukraine unterstützen".

4.48 Uhr: Ukrainer halten russische Landungsoperation bei Odessa für möglich

Das ukrainische Militär hält eine russische Landungsoperation an der Schwarzmeerküste in der Umgebung der Hafenstadt Odessa für möglich. Nach einer Mitteilung der regionalen Militärführung werde das Gebiet verstärkt von russischen Aufklärungsdrohnen überflogen, berichtet die Zeitung "Ukrajinska Prawda". Zudem sei die russische Marine vor dem von ukrainischer Seite kontrollierten Küstenabschnitt weiterhin stark präsent.

3.55 Uhr: Selenskyj: Bisher über 2000 russische Raketenangriffe

Die russische Armee hat in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bisher 2014 Raketen gegen diverse Ziele eingesetzt. Das teilt Selenskyj in der Nacht in seiner täglichen Videoansprache mit. Darüber hinaus seien seit Beginn der Invasion der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar bereits 2682 Luftangriffe registriert worden. "Jeder dieser Einsätze bedeutet den Tod unseres Volkes, die Zerstörung unserer Infrastruktur."

Allein die medizinische Infrastruktur der Ukraine habe schwere Verluste erlitten, sagt Selenskyj. "So haben russische Truppen bis heute fast 400 Gesundheitseinrichtungen zerstört oder beschädigt."

1.39 Uhr: Medien: Ukraine hat "Moskwa" mit Hilfe von US-Informationenversenkt

Geheimdienstinformationen der USA haben Medienberichten zufolge dem ukrainischen Militär dabei geholfen, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte "Moskwa" (Moskau) zu versenken. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis über die Pläne der Ukraine gehabt, berichten mehrere US-Medien wie die "Washington Post" oder die "New York Times" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Die USA hätten das Schiff auf Nachfrage des ukrainischen Militärs als "Moskwa" identifiziert und bei der Lokalisierung geholfen, berichtet der Sender NBC News. Mutmaßlich mit ukrainischen Schiffsabwehrraketen des Typs "Neptun" war Mitte April die "Moskwa" versenkt worden. Moskau bestreitet das. Der Raketenkreuzer war auch für die Luftabwehr im Schwarzen Meer zwischen Donaumündung und der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim zuständig.

0.41 Uhr: Selenskyj bekräftigt Forderung nach Marshall-Plan für die Ukraine

Ungeachtet der massiven finanziellen Unterstützung des Westens für die Ukraine hält Präsident Wolodymyr Selenskyj an seinen Gedanken über eine Art Marshall-Plan für sein Land nach dem Krieg fest. Die internationale Geberkonferenz in Warschau, die wenige Stunden zuvor etwas über sechs Milliarden Euro Unterstützung für Kiew zusammengebracht hatte, sei "ein Element unseres Schutzes, ein Element des Schutzes für ganz Europa", sagt Selenskyj in der Nacht in seiner täglichen Videoansprache. Das Schicksal der Ukraine und Europas entscheide sich jetzt "nicht nur auf dem Schlachtfeld", sondern auch im wirtschaftlichen Bereich, beim Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg.

Die in Warschau zugesagten Milliarden seien jedoch "nur ein Teil dessen, was wirklich notwendig ist, um das normale Leben in dem gesamten Gebiet wiederherzustellen, in das Russland den Krieg gebracht hat". Dafür sei eine noch stärkere Beteiligung der freien Welt und internationaler Institutionen erforderlich. "Deshalb brauchen wir ein modernes Analogon des Marshall-Plans für die Ukraine."

Mit dem Marshall-Plan, benannt nach dem damaligen US-Außenminister George Marshall, hatten die USA in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau in Westeuropa mit Milliardensummen unterstützt. Insgesamt wurden damals knapp 14 Milliarden US-Dollar an europäische Länder ausgeschüttet - nach heutigem Wert geschätzt 140 Milliarden Dollar (rund 132,7 Mrd Euro).

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0.15 Uhr: Kiew: Russen wollen Azovstal bis zum 9. Mai erobern

Russland will nach Einschätzung der ukrainischen Regierung das belagerte Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol bis Montag erobern. Präsident Wolodymyr Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sagt in der Nacht, das Azovstal-Werk solle zum 77. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai erobert werden. "Das schönste Geschenk an einen Herrscher ist der Kopf seines Gegners. Ich erkenne klar das Bestreben, Azovstal zu erobern und Putin zum 9. Mai den "Sieg" zu schenken", wird er von der Agentur Unian zitiert. Zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, der in Russland am 9. Mai gefeiert wird, ist in Moskau am Montag eine große Militärparade geplant. Präsident Wladimir Putin wird eine Rede halten.

0.01 Uhr: Sanitäter aus Mariupol bittet Erdogan um Unterstützung

Ein Sanitäter aus dem von russischen Truppen belagerten Werk Azovstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol bittet den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan um Unterstützung. "Beenden Sie diesen Alptraum", bitett der Mann, der sich als muslimischer Krim-Tatare mit dem Namen Hassan zu erkennen gibt, in einer Videobotschaft. "Hier sterben Menschen, die einen durch Kugeln, die anderen vor Hunger, die Verwundeten aus Mangel an Medikamenten, unter schrecklichen Bedingungen."

Er bittet den türkischen Staatschef um Vermittlung in dem Konflikt, um Überwachung der Evakuierung der Menschen aus dem Werk, auch von ukrainischen Militärs. "Uns bleibt keine Zeit, ich weiß nicht, ob es noch ein morgen gibt", sagte der Mann, der vor dem Krieg Medizin studiert hatte und nun im Lazarett des Stahlwerks, in dem sich die letzten Verteidiger von Mariupol verschanzt haben, im Einsatz ist.

kng DPA AFP

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