HOME

UN-Konferenz: Die Toten ehren, die Überlebenden schützen

Bundesforschungsministerin Bulmahn hat auf einer UN-Konferenz das deutsche Konzept eines weltweiten Tsunami-Warnsystems angepriesen. Für die Schwellenländer in den gefährdeten Regionen soll es kostenlos sein.

Mit einer Schweigeminute hat am Dienstag in der japanischen Stadt Kobe eine UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge begonnen. Die seit längerem geplante Veranstaltung fällt zusammen mit dem zehnten Jahrestag des Erdbebens von Kobe, bei dem 1995 fast 6500 Menschen ums Leben kamen. Die beste Art, die Toten von Katastrophen zu ehren sei, die Lebenden zu schützen, sagte UN-Hilfskoordinator Jan Egeland entsprechend zum Auftakt der fünftägigen Tagung. Mehr als 800 Delegierte aus rund 150 Ländern beraten während der Tagung über Wege, wie die Menschen mehr Sicherheit vor Erdbeben, Flutwellen und anderen Naturgewalten gewinnen können. Ein Netzwerk von Sensoren und Warnsystemen hätte bei dem Beben am zweiten Weihnachtstag möglicherweise tausende Leben retten können.

Bulmahn stellt deutsches Frühwarnsystem vor

Der deutsche Beitrag zur Konferenz konzentriert sich auf ein Tsunami-Frühwarnsystem, das die Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Dienstag vorstellte. Deutschland will angesichts der Flutkatastrophe am Indischen Ozean sicherstellen, dass künftig sämtliche weltweit existierenden Warnpotenziale genutzt werden, sagte Bulmahn. In anderthalb bis drei Jahren könnte ein solches System weltweit arbeiten, meinte die Ministerin: "Das ist von der Sache her machbar und finanzierbar."

Das von Deutschland angebotene System baue, laut Bulmahn, auf den Messstationen auf, "die es heute schon gibt, die wir auch teilweise aus Deutschland schon weltweit betreiben". Es sieht die Integration von Boden-, Meer- und Luftbeobachtung vor. Meeresbojen erfassen dabei Wellenbewegungen und übertragen sie per Funktechnik in Echtzeit an die Rechenzentren. Das deutsche System könne auch bei Katastrophen wie Vulkanausbrüchen und Erdbeben verwendet werden.

Zudem sei es offen für alle interessierten Partner, Geber und UN-Behörden. "Unser Angebot sieht auch vor, dass die Systeme anderer Länder mit einbezogen werden, dass wir also gemeinsam dann ein weltweit sehr leistungsfähiges System zur Verfügung hätten", sagte die Ministerin. Zur Errichtung eines Tsunami-Frühwarnsystems biete Deutschland den Regierungen der betroffenen Länder wissenschaftliche und technische Hilfe an. Die Bundesrepublik mache derzeit ein "Angebot zur Zusammenarbeit mit Japan, aber auch mit anderen Staaten".

Reiche Länder sollen Vorbeugung unterstützen

Ganz oben auf der Tagesordnung der Konferenz steht der an reiche Gebernationen gerichtete Wunsch, armen Ländern für eine solche Vorsorge Mittel zur Verfügung zu stellen. "Ich würde vorschlagen, dass zehn Prozent des Geldes, das als Nothilfe gespendet wird, für eine Verringerung des Katastrophenrisikos gegeben wird", sagte der Koordinator für die Hilfen der Vereinten Nationen, Jan Egeland. Binnen zehn Jahren könnten alle potenziell gefährdeten Bewohner von einem Frühwarnsystem profitieren. Egeland bezeichnete es als herzzerreißend, dass im letzten Sommer fast 3000 Menschen auf Haiti bei einem Hurrikan ums Leben gekommen seien, während es in besser vorbereiteten Ländern wie Kuba oder den USA nur vergleichsweise geringe Schäden gegeben habe. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan rief zu einer besseren Vorbeugung auf. Die Welt müsse aus der Flutkatastrophe in Südasien lernen und jetzt Geld dafür aufbringen, in Zukunft den Verlust an Leben und Gut durch unvermeidbare Naturkatastrophen zu verringern, sagte Annan in einer Videobotschaft an die Konferenzteilnehmer. "Es genügt nicht, die Trümmer einzusammeln. Wir müssen unsere Lektion daraus lernen, wie wir solche Katastrophen in Zukunft vermeiden können". Die Investition verhältnismäßig geringer Summen vor einem Unglück könne die Folgen lindern, so der Generalsekretär.

Katastrophenvorsorge ist billiger als Wiederaufbau

Die Kosten für das deutsche Frühwarnsystem würden sich auf 45 Millionen belaufen. Eine Summe, die auch nach Ansicht von Edelgard Bulmahn im Verhältnis zu den entstandenen Schäden angemessen sei. Diese Größenordnung müsse sich die Weltgemeinschaft leisten können, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. "Es macht Sinn, in Katastrophenvorsorge zu investieren, weil es billiger ist als der Wiederaufbau", sagte auch Thomas Schaef, Experte für Katastrophenvorsorge bei der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).

Neben Schaef forderten auch andere Experten in ersten Arbeitssitzungen, künftig Geld für die Präventionsmaßnahmen bereit zu stellen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse könne helfen, Finanzminister zu überzeugen, mehr Mittel für Vorsorgemaßnahmen bereit zu stellen. Dies gelte vor allem für Entwicklungsländer. Thomas Schaef zeigte sich optimistisch. Im Moment werde viel angestoßen. "Es gab noch nie eine so große Katastrophe", sagte der Experte. Doch die Erfahrungen hätten andererseits gezeigt, dass die "Lernkurve" oft wieder abfällt.

Außerdem wurde auf der Konferenz eine bei den Vereinten Nationen angesiedelte Datenbank angeregt. Darin sollen weltweite Erfahrungen im Umgang mit Katastrophen gesammelt sowie Informationen zu Technologien für den Katastrophenschutz erfasst werden.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.