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US-Wahlen 2020 Biden gegen Sanders: Wer kann den "Mini Super Tuesday" für sich entscheiden?

Die Demokraten Joe Biden (l.) und Bernie Sanders
Die Demokraten Joe Biden (l.) und Bernie Sanders
© Mark Felix und Mark Ralston / AFP
Am "Super Tuesday" überraschte Ex-US-Vizepräsident Biden mit einer Siegesserie. Nun steht der nächste große Tag der Vorwahlen bei den Demokraten an. Kann Bidens Konkurrent Sanders das Rennen wieder drehen?

Kann Joe Biden seinen Vorsprung ausbauen oder kann Bernie Sanders bei den Demokraten wieder die Führung übernehmen? Im US-Präsidentschaftsrennen läuft zur Stunde bereits der nächste große Vorwahl-Tag an. Abgestimmt wird in sechs Bundesstaaten: Idaho, Michigan, Mississippi, Missouri, North Dakota und Washington. Demokraten und Republikaner stimmen darüber ab, wen sie für den besten Kandidaten ihrer Partei für die Präsidentschaftswahl im November halten. Bei den Demokraten ist das Rennen zu einem Zweikampf geworden, nachdem die letzten aussichtsreichen Mitbewerber und Mitbewerberinnen das Handtuch geworfen haben. Nun streiten sich noch der frühere US-Vizepräsident Biden, 77, und der linke Senator Sanders, 78, um die Nominierung. Für sie geht es an diesem Tag um viel. Außerdem im Rennen ist noch die Abgeordnete Tulsi Gabbard, die aber weit abgeschlagen hinter Biden und Sanders liegt.

Die ersten Wahllokale haben bereits seit Mittag deutscher Zeit geöffnet. Gewählt wird in den Wahlstationen bis in die Nacht zum Mittwoch hinein. Ergebnisse werden also erst danach erwartet.

Bei den Vorwahlen werden die Stimmen von Delegierten verteilt, die im Sommer zum Nominierungsparteitag der Demokraten reisen, um dort den Präsidentschaftskandidaten endgültig zu küren. 1991 von 3979 regulären Delegierten dort muss ein Bewerber auf seiner Seite haben, um sich die Nominierung zu sichern. 

Biden führt bei Deligiertenzahlen

Bei den Abstimmungen in sechs Staaten geht es an diesem Dienstag um etwa neun Prozent aller regulären Parteitagsdelegierten. Angesichts der vergleichsweise vielen Stimmen, die an diesem Tag verteilt werden, wird der Vorwahltag auch "Mini Super Tuesday" genannt.

Die genauen Delegiertenzahlen pro Bewerber werden erst festgelegt, wenn die endgültigen Vorwahlergebnisse vorliegen. Das ist noch nicht überall der Fall. Insbesondere in Kalifornien, dem größten und für die Vorwahlen wichtigsten Staat, wo bereits am vergangenen Dienstag abgestimmt wurde, sind die Resultate wegen langer Briefwahlfristen noch nicht abschließend verkündet. Nach den bisherigen Zahlen liegt Sanders dort in Führung, er hat sich selbst in dem Staat bereits zum Sieger erklärt.

Insgesamt gesehen führt laut vorläufigen Berechnungen zu allen bisherigen Vorwahlen allerdings Biden bei der Zahl der Delegierten. Nach einem zunächst schwachen Start in die Vorwahlserie hatte er am wichtigsten Abstimmungstag vor einer Woche, am "Super Tuesday", einen großen Überraschungserfolg verbucht und in 10 von 14 Bundesstaaten Siege eingefahren. Nun muss sich zeigen, ob Biden seinen Vorsprung ausbauen oder ob Sanders das Rennen wieder drehen kann.

Booker und Harris unterstützen Biden

Biden hatte in den vergangenen Tagen öffentliche Unterstützung von mehreren moderaten Demokraten bekommen, die aus dem Präsidentschaftsrennen ausgestiegen sind. Das hatte ihm neuen Schwung verliehen. Am Wochenende schlug sich auch die ehemalige demokratische Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris öffentlich auf Bidens Seite, am Montag dann der ebenfalls ausgestiegene Senator Cory Booker. Dies könnte Biden einen weiteren kleinen Schub geben, insbesondere bei afroamerikanischen Wählern.

Allein in Michigan geht es bei der jetzigen Abstimmung um 125 Delegiertenstimmen, in Bundesstaat Washington um 89, in Missouri um 68. Sanders konzentrierte seinen Wahlkampf in den vergangenen Tagen sehr auf den stimmengewichtigen Staat Michigan, in dem er bei den Vorwahlen 2016 gewonnen hatte. "Michigan ist sehr, sehr bedeutend", sagte Sanders am Wochenende. Er betonte aber, er werde auf keinen Fall aus dem Rennen aussteigen, falls er dort verliere.

Auch die Republikaner halten an diesem Dienstag Vorwahlen ab. Ihr Präsidentschaftskandidat steht aber quasi schon fest: Amtsinhaber Donald Trump hat parteiintern keine ernstzunehmende Konkurrenz und kann erneut mit überwältigenden Resultaten rechnen.

Unklar ist, ob und wie sich die Krise um das neuartige Coronavirus auf die Wahlbeteiligung auswirken könnte. Im Staat Washington, der bislang in den USA am stärksten betroffen ist, wird überwiegend per Briefwahl abgestimmt.

rw DPA

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