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Very British: Brown taumelt, darf aber nicht fallen

Die britische Labour-Partei befindet sich in einer tiefen Krise. Premierminister Gordon Brown muss eine Serie von schweren Niederlagen verkraften. Ein Rücktritt kommt aber nicht in Frage - die dann notwendigen Neuwahlen würden verheerend für die Partei enden.

Von Cornelia Fuchs, London

Das letzte Jahr waren es die Maul- und Klauenseuche und Überschwemmungen in weiten Teilen des Landes, die Gordon Brown innerhalb von Stunden wieder aus dem Sommerurlaub zurückholten. Dieses Jahr ist es der Kampf um sein politisches Überleben, der ihn davon abhalten wird, die Beine auszustrecken und zu entspannen.

Dabei hat der britische Premier Gordon Brown Erholung dringend nötig. Die Wirtschaft seines Landes bewegt sich gefährlich nahe an der Rezession, viele Menschen haben Angst, bald ihre Hypotheken nicht bedienen zu können, die Zahl der Arbeitslosen und Armen wächst das erste Mal seit Antritt der Labour-Regierung im Jahr 1997 - und unter Brown hat Labour gerade vier empfindliche Niederlagen einstecken müssen.

Bei Neuwahl droht Katatrophe

Es begann mit dem schlechten Abschneiden bei einer Nachwahl in den Midlands, dann kam der Überraschungserfolg des wild-frisierten Tory-Kandidats Boris Johnson im Rennen um das Amt des Londoner Bürgermeisters. Es folgte eine weitere Niederlage im konservativen Landkreis Henley, bei der Labour nur einen demütigenden fünften Platz erreichte, noch hinter der ultra-rechten British National Party mit traurigen drei Prozent.

Der letzte und bisher schlimmste Tiefschlag war jedoch der Sieg der schottischen Nationalpartei in der Nachwahl in Glasgow-East am vergangenen Donnerstag: Labour verlor hier einen seiner sichersten Sitze und fast 20 Prozent der Stimmen. Angst breitet sich nun unter Labour-Parlamentariern aus: Hochgerechnet auf eine landesweite Wahl würden bei einem solchen Ergebnis bis auf zwei Dutzend Labour-Abgeordnete alle 350 ihres Amtes enthoben.

Die Reaktionen waren entsprechend panisch. Gordon Brown muss weg, ließen anonyme Quellen aus der Partei verlauten. Die Rebellion sei schon geplant, am 1. September, unmittelbar nach den Parlamentsferien, müsse Gordon Brown seinen Nachfolger bestimmen. Die Frage bei diesem Szenario schien nur noch, ob Brown einfach so in die Wüste geschickt werden sollte, oder ob ihm noch ein Posten zum Beispiel bei den Vereinten Nationen angeboten werden sollte.

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Planspielchen in den Medien auftauchen. Seit Monaten schon muss sich der Außenminister David Miliband gegen Gerüchte wehren, er stehe schon in den Startlöchern, um das Amt des Premiers im Falle des Falles zu übernehmen. "Nein", sagt er dann regelmäßig mit treuherzigem Augenaufschlag. "Wir haben einen guten Premierminister, und ich habe genug damit zu tun, den Job zu machen, zu dem ich angetreten bin." Und so laut die Rufe nach einem Rücktritt Browns noch am Beginn des Wochenendes waren, so deutlich folgten am Montag die Beschwichtigungsversuche.

Justizminister Jack Straw wollte von einer Rebellion nichts wissen - er war von den Medien als Anführer ausgemacht worden. Die stellvertretende Vorsitzende der Partei, Hariett Harman, wie auch Erziehungsminister Ed Balls stellten sich hinter Brown. Und auch das alte Labour-Urgestein John Prescott wurde deutlich: "Kein anderer in der Labour-Partei hat im Moment auch nur annähernd die Erfahrung und Fähigkeiten um diese großartige Partei zu führen." Aufmerksame Zuhörer bemerkten das "im Moment" in dieser Aussage.

Warten bis 2010

Denn das ist das Problem von Labour: Sollte es tatsächlich zum Aufstand gegen Brown kommen und ein neuer Vorsitzender und damit Premier auf dem Parteitag Ende September eingesetzt werden, dann geht wohl kein Weg daran vorbei, dass Labour Neuwahlen ausrufen muss. Denn schon Gordon Brown hängt der Makel an, dass er nicht von den Wählern ins Amt gehoben wurde, sondern durch Absprachen mit seinem Vorgänger Tony Blair. Ein zweiter solcher Wechsel ohne Wahl wäre nur schwer denkbar.

Doch eine Wahl in der jetzigen Verfassung ist das letzte, was Labour-Abgeordnete wollten. Gordon Brown muss erst im Juni 2010 zur Wahl schreiten, es gibt Stimmen, die sagen, dass die jetzigen Probleme bis dahin schon wieder ganz anders aussehen könnten. So scheinen nicht nur die beginnenden Sommerferien die Gemüter etwas abzukühlen.

Was bleibt, ist die Kritik an Gordon Brown. Es half nicht, dass er während seiner letzten Rede vor dem Urlaubsantritt vor Partei und Gewerkschaften so spröde und unnahbar wirkte wie eh und je. Denn obwohl enge Vertraute stets betonen, dass Brown ein humorvoller, integrer Mann mit großen Fähigkeiten sei - sein öffentliches Auftreten hat ihn zu einer grummeligen Witzfigur gemacht. Er wiederholt bei jedem Interview Satzfetzen wie "Das Streben jedes einzelnen nach Besserung werden wir unterstützen" und "Ich behalte die langfristigen Ziele im Auge" als seien dies wichtige Erkenntnisse, die nur noch nicht jeder verstanden habe. Verglichen mit der sprühenden Rhetorik seines Vorgängers Blair wirken Browns Auftritte fade und müde. Seit Wochen drucken Zeitungen nur noch Bilder, in denen seine abgekauten Fingernägel gezeigt werden und seine tiefen Augenringe.

Die Tageszeitung "Independent on Sunday" fragte am Wochenende: "Was sagt es über unsere politische Kultur, dass über Mister Brown so hart geurteilt wird im Gegensatz zu solchen "Showmännern" wie David Cameron oder Barack Obama?" Als Tony Blair vor etwas mehr als einem Jahr Downing Street Nummer 10 verließ, jubilierten die Tageszeitungen. Jetzt sei die Zeit der Politik ohne Showeinlagen gekommen. David Cameron, der Oppositionsführer der Konservativen, musste sich damals des Vorwurfs erwehren, er sei nur ein Blair-Aufguss, ein Mann mit vielen schönen Worten und wenig dahinter. Es scheint, als habe Großbritannien inzwischen genug von einer Politik ohne schöne Worte. Das liegt wohl auch daran, dass mit der neuen brownschen Real-Politik eine stotternde Weltwirtschaft in Großbritannien zu steigenden Lebenskosten und sinkenden Haus-Preisen geführt hat.

Die Sehnsucht ist da nach einem Premierminister, der schöne Dinge verspricht und sie dann zumindest ein bisschen umsetzt. Und nicht, wie Gordon Brown, ein Mann, der verkniffen wirkt und stets nur an die Schwierigkeiten seines Jobs zu erinnern vermag. Die Kritik an Brown geht, zumindest innerhalb der Labour-Regierung, nicht um Substanz, sondern um den Schein. Er wird die Sommerferien dazu nutzen müssen, seine Außenwirkung zu verbessern. Wenn es dazu nicht längst zu spät ist.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(