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Vorwahlen der US-Republikaner in Kansas: Rick Santorum spaziert zum Sieg

Rick Santorum ist der große Sieger bei den Vorwahlen der Republikaner im US-Bundesstaat Kansas. Santorum holte knapp 52 Prozent und deklassierte seinen Rivalen Mitt Romney.

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner hat der erzkonservative Ex-Senator Rick Santorum die Vorwahl im US-Bundesstaat Kansas für sich entschieden. Der frühere Senator von Pennsylvania konnte bei der Abstimmung am Samstag (Ortszeit) 51,2 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Sein Hauptkonkurrent Mitt Romney erreichte 21 Prozent der Stimmen. Hinter dem früheren Gouverneur von Massachusetts landete der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, bei gut 14 Prozent. Der Kongressabgeordnete Ron Paul aus Texas holte knapp 13 Prozent.

Santorum konnte damit den Abstand zum klar in Führung liegenden Rivalen Romney verkürzen. Der Sieg könnte ihm zudem Rückenwind für die wichtigen Abstimmungen am Dienstag in den konservativen Südstaaten Alabama und Mississippi geben. Diese Vorwahlen hat der Ex-Unternehmenschef und Multimillionär Romney selbst bereits als "Auswärtsspiel" bezeichnet.

Romney hatte am vergangenen Dienstag, dem "Super Tuesday", zwar die Abstimmungen in sechs von zehn US-Bundesstaaten gewonnen und hat auch bislang insgesamt die meisten Vorwahlerfolge vorzuweisen. Zudem siegte er am Samstag bei Abstimmungen in Guam und den Nördlichen Marianen, die zu den US-Territorien zählen und holte sich auch in Wyoming sieben der zwölf zu vergebenden Delegiertenplätze. Dennoch ist es ihm bisher nicht gelungen, sich klar von Santorum abzusetzen, der zudem auch in der nächsten Woche gute Chancen auf weitere Siege hat.

Santorum hofft auf Alabama und Mississippi

Gewinnt der Ex-Senator und tiefgläubige Katholik Santorum auch in Alabama und Mississippi, könnte dies zum Ausscheiden des Konkurrenten Newt Gingrich führen. Denn sollten dem aus Georgia stammenden früheren Vorsitzenden des Repräsentantenhauses weitere Achtungserfolge im Süden misslingen, dürften die Rufe nach seinem Verzicht lauter werden. Ganz und gar abgeschlagen ist bislang der Kongressabgeordnete Ron Paul aus Texas.

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, der im November gegen Amtsinhaber Barack Obama antritt, wird auf einem Parteitag Ende August gekürt. Er braucht dazu die Stimmen von 1144 Delegierten. Romney hat sich bislang mehr als 400 gesichert und führt damit deutlich.

McCain schlägt Alarm

Der harte Vorwahlkampf der Republikaner könnte sich für Amtsinhaber Barack Obama auszahlen. Der Demokrat profitiert in Umfragen davon, dass sich seine potenziellen Herausforderer seit Jahresbeginn gegenseitig zerfleischen und so immer mehr Anhänger verprellen. Der frühere Republikaner-Kandidat John McCain, der 2008 die Wahl gegen Obama verloren hatte, schlug bereits Alarm. "Jeder Tag der Vorwahl mit gegenseitigen Attacken ist ein verlorener Tag, weil man sich nicht gegen den wirklichen Gegner richten kann, also Präsident Obama", sagte McCain der "Bild am Sonntag". "Außerdem ist diese Kampagne der republikanischen Kandidaten sehr, sehr schmutzig."

Zugleich machte McCain sich für Romney stark. "Denn diese Wahl wird nicht über Fragen der nationalen Sicherheit entschieden, sondern über Arbeitsplätze und die Wirtschaft", sagte McCain.

kng/DPA / DPA