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Rick Santorum CNN feuert Trumps standhaften Verteidiger

Rick Santorum beim Event der Young America's Foundation
Rick Santorum beim Event der Young America's Foundation
© Yaf/ / Picture Alliance
Der US-Fernsehsender CNN hat sich vom ehemaligen Senator Rick Santorum als Experten getrennt. Grund dafür waren abfällige Bemerkungen zu amerikanischen Ureinwohnern.

Rick Santorum ist ein Urgestein der Republikaner. 1990 wurde er für den Bundesstaat Pennsylvania erstmals in das US-Repräsentantenhaus gewählt, 1994 folgte der Senat. Er stieg bis in die Führungsriege seiner Partei, bewarb sich zweimal (2012 und 2016) als Präsidentschaftskandidat. Nach seiner politischen Karriere wechselte Santorum 2017 als politischer Analyst zum Fernsehsender CNN, wo er unter anderem den US-Wahlkampf zwischen Trump und Biden begleitete.

Santorum gilt als ultrakonservativer Hardliner, vor allem wenn es um gesellschaftliche Themen rund um Abtreibung oder Homosexualität geht. Er ist gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen, gegen Einwanderung und sprach sich früher für die Todesstrafe aus.

Santorum sollte provozieren – und ging zu weit

Seine Aussagen eckten an, doch genau dafür wurde er engagiert. Nachrichtensendungen sind in den USA deutlich mehr auf Unterhaltung fokussiert als auf reine Wissensvermittlung. Santorums Rolle war die des standhaften Trump-Verteidigers, der von anderen CNN-Journalisten jede Menge Gegenwind aushalten musste. Doch nun ging er mit seinen Provokationen zu weit, weshalb CNN die Zusammenarbeit mit Santorum eingestellt hat.

Grund dafür waren abfällige Äußerungen über die amerikanischen Ureinwohner. Santorum hielt im April eine Rede auf einer Veranstaltung der konservativen Jugendorganisation Young America's Foundation. Dort sagte der Ex-Senator: "Wir haben eine Nation aus dem Nichts geboren. Ich meine, hier war nichts. Ich meine, ja, wir haben zwar Indianer, aber ehrlich gesagt existiert in der amerikanischen Kultur nicht viel Kultur der amerikanischen Ureinwohner."

Eine Welle der Kritik

Die Äußerungen lösten viele kritische Reaktionen aus und der Sender CNN wurde aufgefordert, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden. Fawn Sharp, Präsidentin des National Congress of American Indian, erklärte Ende April in einer Stellungnahme: "Rick Santorum ist ein verstörter und peinlicher Rassist, der CNN und jedem anderen Medienunternehmen, das ihm eine Plattform bietet, Schande macht. Jemanden mit seinen Ansichten über den Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern ins Fernsehen zu bringen, ist im Grunde nicht anders, als einen ausgesprochenen Nazi ins Fernsehen zu bringen, der den Holocaust rechtfertigt."

CNN zog nach wochenlangen Protesten am Wochenende die Konsequenzen und trennte sich von Santorum. "Als ich bei CNN anfing, war mir klar, dass meine Kommentare nicht das sind, was der typische CNN-Zuschauer normalerweise gewöhnt ist", schrieb er auf Twitter. "Ich schätze die Gelegenheit, die CNN mir in den letzten vier Jahren geboten hat. Ich bin entschlossen, den Kampf für unsere konservativen Prinzipien und Werte fortzusetzen."

Es ist nicht das erste Mal, dass CNN konservative Kommentatoren nach umstrittenen Äußerungen feuern muss. Von Autor und Polit-Stratege Jeffrey Lord trennte sich der Sender 2017, nachdem dieser auf Twitter den Vorsitzenden von "Media Matters for America" mit den Worten "Sieg Heil!" verhöhnte.


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