HOME

Waffenbericht: Blix möchte Inspektionen fortsetzen

UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix hat sich im UN-Sicherheitsrat zwar äußerst positiv über die Irak-Inspektionen geäußert, die Arbeit im Irak sei allerdings nicht frei von Spannungen.

Der UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix hat sich heute grundsätzlich positiv über den Verlauf der Inspektionen im Irak geäußert. Bei der Präsentation seines Berichts im UN- Sicherheitsrat sagte er in New York, die Arbeit im Irak sei nicht frei von Spannungen. Die Inspekteure könnten ihrer Arbeit inzwischen aber professionell im ganzen Land nachgehen.

Die Inspekteure seien bei ihren Kontrollen verdächtiger Stätten mit "relativ wenig Schwierigkeiten" konfrontiert gewesen. Sie hätten bislang keine Hinweise auf eine unterirdische Produktion von chemischen und biologischen Waffen gefunden.

Die angelaufene Vernichtung von Al-Samoud-Raketen würdigte Blix als "substanzielle Abrüstung". Es handele sich dabei tatsächlich um die erste Zerstörung tödlicher Waffen im Irak seit Anfang der 90er Jahre. Er wies aber zugleich darauf hin, dass der Irak die Raketenzerstörung heute ausgesetzt habe. Er hoffe, dies sei nur eine vorübergehende Maßnahme. Bagdad hatte zuvor erklärt, es werde die Vernichtung von Raketen einstellen, wenn ein US-Angriff unmittelbar bevorstehe.

Unklarheiten über den Verbleib von B- und C-Waffen

Beim Verbleib von biologischen und chemischen Waffen im Irak gibt es nach den Worten von Hans Blix weiter Unklarheiten. Die Inspektionen in diesem Bereich würden fortgesetzt, sagte er in New York. Blix zeigte sich optimistisch, dass die Inspekteure feststellen könnten, wie viele seiner B- und C-Waffen der Irak tatsächlich wie gefordert zerstört habe.

Blix will Irak-Inspektionen noch mehrere Monate lang fortsetzen

Blix sprach sich dafür aus, dass die Waffeninspektionen im Irak noch einige Monate fortgesetzt werden. Selbst wenn Bagdad uneingeschränkt "pro-aktiv" mit den Inspekteuren zusammenarbeite, bräuchten diese für die Erfüllung ihres Auftrags noch Zeit, sagte Blix vor dem UN- Sicherheitsrat. Es gehe dabei nicht um Jahre, aber auch nicht nur um Tage, sondern um mehrere Monate. Allen sei jedoch klar, dass die Waffensuche nicht endlos fortgesetzt werden könne.

Der Weltsicherheitsrat war zur möglicherweise letzten großen Debatte vor einem Irak-Krieg zusammengetreten. US-Präsident George W. Bush hatte zuvor betont, dass Bagdad den UN-Forderungen seiner Ansicht nach nicht nachkommt und die USA zur Not auch ohne Zustimmung des Sicherheitsrats in den Krieg ziehen würden. An der Sitzung nahm auch Bundesaußenminister Joschka Fischer teil.

Themen in diesem Artikel