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Ermittlungen gegen Trump Organization Wechselt Ivanka Trump die Seiten und sagt gegen ihren Vater Donald aus?

Ermittlungen gegen Trump Organization: Wechselt Ivanka Trump die Seiten und sagt gegen ihren Vater Donald aus?
Sehen Sie im Video: Staatsanwalt klagt Trump Organisation wegen Steuerbetrugs an.




Die Trump Organisation und ihr Finanzchef Allen Weisselberg sind vom Bezirksstaatsanwalt in Manhattan wegen Steuerbetrugs angeklagt worden. Weisselberg hatte sich am Donnerstag den Behörden gestellt. Es sind die ersten Anklagen in einer Untersuchung, die den früheren US-Präsidenten Donald Trump schon seit Jahren im Visier hat. Weisselberg ist ein langjähriger Geschäftspartner Trumps. Während dessen Präsidentschaft hat er mitgeholfen, sein Immobilien-Imperium zu leiten. Die Trump Organisation und Weisselberg plädierten auf nicht schuldig. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Unternehmen unter anderem Geldstrafen. Obwohl Ex-Präsident Trump selbst nicht angeklagt ist, könnte seine politische Zukunft infrage gestellt werden - er erwägt, 2024 erneut zu kandidieren. Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance erhob Anklage gegen Weisselberg und die Trump Organisation in 15 Punkten wegen Steuerbetrugs und der Fälschung von Geschäftsunterlagen. Die Trump Organisation warf der Staatsanwaltschaft vor, sie wolle Weisselberg als Bauernopfer nutzen. Es solle versucht werden, verbrannte Erde zu hinterlassen und dem ehemaligen republikanischen Präsidenten zu schaden. Trump selbst hatte jegliches Fehlverhalten bestritten und die Ermittlungen als Hexenjagd politisch motivierter Staatsanwälte bezeichnet.
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Die Ermittlungen gegen die Trump Organization schreiten voran und manche fragen sich, ob und wer demnächst die Seiten wechselt und Donald Trump so in Schwiergkeiten bringen könnte. Selbst Tochter Ivanka zählt schon zu den Umfaller-Kandidatinnen. 

Die Trump Organization, das Firmenkonglomerat des ehemaligen US-Präsidenten, ist ins Visier der New Yorker Staatsanwaltschaft geraten. Nachdem die Ermittler zwei Jahre lang die Geschäftspraktiken des Unternehmens unter die Lupe genommen haben, wurde nun Finanzchef Allen Weisselberg angeklagt. Ihm wird systematische Steuerhinterziehung vorgeworfen und die meisten Experten sind sich sicher: Der 73-Jährige kommt aus der Sache heraus, wenn er mit den Anklägern zusammenarbeitet. Sprich: Interna aus der Trump Organization ausplaudert. Bislang aber sieht es nicht so aus, als ob sich der langjährige Familienfreund Weisselberg gegen Donald Trump wendet – anders als womöglich Tochter Ivanka Trump.

Im linken US-Sender MSNBC stellte die frühere Staatsanwältin Cynthia Alksne die Vermutung auf, dass sich die zuständigen Ermittler die Bücher der 39-Jährigen genauer anschauen werden. Ivanka hatte sowohl für das Unternehmen ihres Vaters gearbeitet als auch eine eigene Firma geleitet. Während Trumps Präsidentschaft war sie Beraterin im Weißen Haus und trug den Titel "Assistant to the President". Juristen vermuten, dass sie die gleichen Steuervermeidungstricks angewandt haben könnte wie Allen Weisselberg. Ähnlich hatte sich zuvor schon der Trump-Biograf Michael D'Antonio geäußert.

Gehälter nicht nur in Geld gezahlt

Trumps Finanzchef wurden über Jahre nicht nur Gehälter gezahlt, sondern auch Firmenwagen bezahlt, das Schulgeld für Weisselbergs Enkel und Kosten für Wohnungen. Leistungen im Wert von 1,8 Millionen Dollar soll er auf diese Weise am Fiskus vorbeigeschleust haben. Auf ähnliche oder gleiche Weise sollen auch andere Führungskräfte der Firma entlohnt worden sein - womit Tochter Ivanka ins Spiel kommt. 

"Ich würde mich nun auf die Kinder fokussieren", sagte Ex-Anklägerin Alksne. "Es gibt Berichte über Ivankas Beratungshonorare und andere Dinge, die sie getan oder eben auch nicht getan haben soll." D'Antonio, der sich über viele Jahre mit den Trumps beschäftigt hat, sagt: "Wir wissen, dass Ivanka erhebliche Summen als Selbstständige erhalten hat. Auf diese Weise musste die Trump Organization keine Steuern für sie zahlen und ich schätze, ihr Status als Freiberuflerin dürfte bei den Steuerbehörden einige Fragen aufwerfen. Die Familie betrügt bei allem, was sie tut."

Mittlerweile hat sich auch Mary Trump in die Diskussion eingeschaltet. Die Nichte von Donald äußert sich als einziges Familienmitglied öffentlich über den berühmten Onkel, allerdings hat sie kaum etwas Gutes über ihn zu berichten. In den Podcast "The New Abnormal" sagt sie, dass sich Ivanka Trump möglicherweise illoyaler ihrem Vater gegenüber verhalten werde, als es Weisselberg tun würde: "Ich denke, sie hat zum einen mehr zu verlieren, und zum anderen hängt von ihrem Verhalten mehr ab. So ist die Familie ihres Mannes Jared Kushner sehr wohlhabend." Damit spielt Mary Trump darauf an, dass eine Anklage nicht nur das Trumpsche Familienvermögen gefährden würde, sondern auch das der Schwiegerfamilie.

Wen stößt Donald Trump vor den Bus?

Noch sind solche Wenn, dann-Überlegungen reine Spekulation. Dass Allen Weisselberg, der schon in der Firma gearbeitet hat, als Donalds Vater Fred noch der Chef war, je die Seiten wechseln wird, gilt als unwahrscheinlich. Anders bei den Kindern. Angeblich soll sich Ivankas Verhältnis zu ihrem Vater ohnehin abkühlen. Gerüchten zufolge seien sie und ihr Mann Jared genervt davon, dass der Patriarch zu sehr in der Vergangenheit hängt – sprich, seine Wahlniederlage partout nicht anerkennen will. Michael Cohen, Trumps früherer Anwalt auf dessen Aussagen vermutlich eine Reihe von Anklagen beruhen, prophezeit deswegen, dass einer der beiden von Trump demnächst vor dem Bus gestoßen wird.

Quellen: "Raw Story", "The Hill", The New Abnormal, "The Independent", Michael Cohen auf Twitter, MSNBC.

tkr

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