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Wirtschaftskrise: Russland bangt um seinen Reichtum

Die weltweite Finanzkrise erwischt Russland eiskalt: Die Reichsten des Landes haben in kürzester Zeit 230 Milliarden Dollar an Vermögen verloren, und auch der Preis für Öl - die Haupteinnahmequelle des Landes - geht in die Knie . Nun rächt sich, dass sich Russland weltweit isoliert hat.

Von Andreas Albes, Moskau

Die Finanzkrise hat Russland so hart getroffen, dass nicht einmal die Klatschpresse daran vorbeikommt. Roman Abramowitsch, Sammler von Luxusyachten und Weltklassefußballern, soll die Hochzeit mit seiner Geliebten Dascha Schukowa verschoben haben. In Zeiten der Krise fühle er nicht in der richtigen Stimmung zu heiraten, heißt aus gut informierten Kreisen. Dabei sei das Hochzeitskleid, eine 250.000 Dollar teure Kreation von Roberto Cavalli, schon bestellt.

20 Milliarden Dollar hat Abramowitsch durch die weltweite Wirtschaftsmisere verloren. Noch heftiger erwischte es Stahlmagnat Wladimir Lissin mit einem Verlust von 22 Milliarden. Insgesamt, so eine Berechnung der Nachrichtenagentur Bloomberg, schmolz das Vermögen der Oligarchen seit Mai um 230 Milliarden Dollar.

"Russlands Reichster auf dem Papier"

Oleg Deripaska, Spitzenreiter im russischen Milliardärs-Ranking, wird von einigen Zeitungen nur noch "Russlands Reichster auf dem Papier" genannt. Ihn traf die Krise am schlimmsten. Der 40-Jährige, der bekannt ist für seinen diktatorischen Führungsstil, war gezwungen, seine Beteiligungen an dem deutschen Baukonzern Hochtief zu verkaufen ebenso wie an dem kanadischen Autozulieferer Magna. Zudem ließ er den Börsengang seines Minen-Unternehmens SMR verschieben. Das dürfte ihn besonders schmerzen, denn Deripaska benötigt dringend Kapital. Der Großteil seines Imperiums ist auf Pump gekauft.

Welcher Oligarch die Finanzkrise überleben wird und wer auf der Strecke bleibt, entscheidet sich vor allem im Kreml. Der sitzt dank des Rohstoffreichtums im größten Flächenstaat der Erde auf Währungsreserven von über 500 Milliarden Dollar, mit denen die Regierung das russische Bankensystem vor dem Zusammenbruch bewahren will. Deshalb hat sie es in der Hand, jene Unternehmen zu bestimmen, denen Kredite gewährt werden. Angeblich existieren bereits schwarze und rote Listen.

Neuer Konflikt zwischen den mächtigen Clans

Die Finanzkrise ist damit Auslöser eines neuen Konflikts zwischen den mächtigen Clans aus Unternehmern, Beamten, Geheimdienstlern und Politikern um die Macht- und Geldverteilung im Land. Diese Kämpfe finden natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dennoch gibt es Indizien dafür, welche Gruppierung gerade im Vorteil ist. Grob lassen sich die Clans in Liberale und Geheimdienst-Hardliner unterscheiden. Zurzeit scheint es, als seien die Liberalen am Zug.

So wurde vor wenigen Tagen der stellvertretende Finanzminister Sergej Storschakt überraschend aus dem Gefängnis entlassen. Er gilt als einer der Mächtigsten aus dem liberalen Lager und war wegen des zweifelhaften Vorwurfs der versuchten Unterschlagung von Staatsmitteln inhaftiert worden. Nun soll er bei der Entschärfung der Krise helfen. Dem Ruf nach ist er einer der besten Wirtschaftsexperten in Moskau.

Börsen haben mehr als 70 Prozent des Werts verloren

Solche Leute hat der Kreml derzeit bitter nötig. Denn die katastrophale Lage an den internationalen Finanzmärkten hat Russland schwerer erschüttert als die meisten anderen Länder. Seit ihrem Höchststand im Mai verloren die russischen Börsen über 70 Prozent an Wert; die Inflation liegt bei rund elf Prozent; Preise für Lebensmittel, Strom und Heizung sind seit Januar um rund 30 Prozent gestiegen; der Kurs des Rubel gegenüber dem Dollar büßte seit August 14 Prozent ein - und zu allem Überfluss ist auch noch der Preis für Rohöl abgestürzt, von einst 160 auf unter 60 Dollar. Für einen ausgeglichenen Staatshaushalt ist jedoch ein Preis von 70 Dollar pro Barrel erforderlich.

Zudem rächt sich, dass Moskau durch seine aggressive Politik der vergangenen Jahre weltpolitisch isoliert dasteht. Von den europäischen und amerikanischen Maßnahmen zur Krisenbewältigung erfahren die Kreml-Ökonomen zuweilen nur aus der Zeitung. In der Welthandelsorganisation WTO ist Russland auch kein Mitglied, weil es bislang die Auflagen nicht erfüllte. Obendrein tönte Premierminister Wladimir Putin nach dem Konflikt mit Georgien, dass man eine WTO-Mitgliedschaft auch gar nicht nötig habe. Mittlerweile allerdings werden die Verhandlungen wieder vorangetrieben.

Russland hoffte auf Öl-Reduzierung

Angesichts des fallenden Ölpreises versucht der Kreml nun enger mit der Opec, dem Kartell der arabischen Erdölexporteure, zu kooperieren. Moskau hegte Hoffnung auf eine drastische Reduzierung der Fördermengen, was den Preis wieder nach oben getrieben hätte. Doch die erdölfördernden Staaten begnügten sich mit einer moderaten Drosselung, um die Weltwirtschaft nicht noch zusätzlich zu schwächen.

Auch die bislang enge Verbindung mit China hat Russland längst nicht mehr exklusiv. Beim jüngsten Europa-Asien-Gipfel in Peking erlebte Moskau wie Chinesen und EU in ungeahnter Harmonie einen Masterplan zur Krisenbewältigung verabschiedeten.

In Russland nehmen die Wirtschaftsprobleme solche Ausmaße an, dass sie für Putin und Präsident Dmitri Medwedew auch politisch gefährlich werden könnten. Denn es wächst gewaltiger Unmut in der Bevölkerung. Zwar werden in der Börsenberichterstattung des staatlich gelenkten Fernsehen Ausdrücke wie "Krise" oder "Kollaps" vermieden und ein Crash um 15 Prozent allenfalls als "Abschwung" bezeichnet, dennoch begreift die Mehrheit inzwischen den Ernst der Lage. Nach einer Umfrage glauben 44 Prozent der Russen, dass sich die Krise negativ auf die Volkswirtschaft auswirkt, 41 Prozent rechnen mit Nachteilen für ihre persönliche finanzielle Situation.

Auf Baustellen wird nicht mehr gearbeitet

Schon jetzt wird auf vielen Baustellen rund um Moskau nicht mehr gearbeitet. Der Bausektor ist einer der wichtigsten Arbeitgeber im Land, er trägt mit knapp zehn Prozent zum Bruttosozialprodukt bei. Diese Woche dann eine Hiobsbotschaft vom Autobauer GAZ. Seit kurzem steht die Lkw-Produktion still. Eine Konzernsprecherin erklärte, dass die Arbeiter in den Urlaub geschickt wurden unter Garantie von zwei Dritteln ihrer Bezüge. Sergej Mironow, Vorsitzender des Föderationsrates, gestand gerade öffentlich ein, dass bereits 100.000 Arbeitnehmer ihren Job verloren hätten und bis Ende Oktober 380.000 Gehaltskürzungen hinnehmen müssten.

Der Politologe Stanislaw Belkowski, der bereits im vergangenen Jahr eine ausgewachsene russische Wirtschaftskrise prophezeite, rechnet damit, dass die Bevölkerung das Schlimmste erst im Frühjahr erwartet. Dann, wenn es in Russland am kältesten ist und ernsthafte Schwierigkeiten bei der Wärmeversorgung auftreten. Trotz seines Öl- und Gasreichtums habe es Russland nämlich versäumt, in dringend notwendige Infrastrukturprojekte zu investieren. Die Heizungstechnik sei im ganzen Land marode; wenn es jetzt zu Ausfällen komme, so Belkowski, würde das Geld in vielen Regionen nicht einmal reichen, um Leitungen und Kraftwerke notdürftig zusammenzuflicken. Der staatliche Wetterdienst hat bereits einen harten Winter angekündigt.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.