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Charterflug statt Holzklasse: Asylbewerber randaliert und wird abgeschoben - im Privatjet

Weil sich ein abgelehnter Asylbewerber mit Händen und Füßen gegen seine Abschiebung gewehrt hat, wurde er Anfang Januar mit einem Privatjet an die Elfenbeinküste ausgeflogen. Finanziert wurde der 165.000 Euro teure "Luxusflug" von der EU-Grenzsicherungsagentur "Frontex".

Ein Flugzeug hebt am Flughafen Düsseldorf ab

Vom Flughafen Düsseldorf hob der Privatjet mit dem abgelehnten Asylbewerber Anfang Januar in Richtung Elfenbeinküste ab. Die Kosten des Luxusflugs: circa 165.000 Euro (Symbolbild).

DPA

Statt wie üblich in der schnöden Holzklasse eines Linienflugs ist ein abgelehnter Asylbewerber Anfang Januar offenbar mit einer privaten Chartermaschine von Düsseldorf in sein Heimatland ausgeflogen worden. Kostenpunkt der Luxus-Abschiebung: circa 165.000 Euro. Wie die "Bild"-Zeitung" berichtet, hatte der 26-jährige Ivorer bei vorigen Abschiebeversuchen mehrfach derart heftig randaliert, dass die Beamten die Aktion abbrechen und ihn zurück in die JVA nach Hannover-Langenhagen bringen mussten. "Ein erneuter Versuch, den Asylbewerber mit einem Linienflug abzuschieben, war aus unserer Sicht nicht erfolgsversprechend",  sagte Svenja Mischel vom niedersächsischen Innenministerium der "Bild". Um andere Passagiere nicht zu gefährden, habe man sich dazu entschlossen, in Düsseldorf einen Flieger zu chartern.

Frontex zahlt die Luxus-Abschiebung

Der Mann von der Elfenbeinküste war dem Bericht zufolge seit 2015 in Deutschland und lebte mit seiner Freundin in Hannover. Die Frau erwartet ein Kind – auch sie hat Asyl in Deutschland beantragt. Das Verfahren läuft noch. Warum der Asylantrag des werdenden Vaters abgelehnt wurde, ist nicht bekannt. Er sei gut integriert, heißt es zumindest in einer Mitteilung des Niedersächsischen Flüchtlingsrats.

Der schätzt die Kosten des Fluges an die Elfenbeinküste allein für den 26-Jährigen auf knapp 140.000 Euro. Laut Innenministerium habe Frontex, die europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache, die Reisekosten weitgehend übernommen. An Bord der Maschine waren außerdem ein seit Mai 2018 ausreisepflichtiger 29-Jähriger, sowie ein halbes Dutzend Beamte, Mediziner und ein Dolmetscher. 

Klage gegen Abschiebung abgeschmettert

Der Ivorer hatte noch gegen die Abschiebung in seine westafrikanische Heimat geklagt. Einen Tag vor dem Abflug im Privatjet schmetterte das Verwaltungsgericht Hannover diese Klage ab. Dass der Mann bald einen Rückflug nach Deutschland bucht, ist eher unwahrscheinlich. Laut einer Mitteilung des Niedersächsischen Flüchtlingsrats wäre er dann nämlich "verpflichtet, die Kosten der Abschiebung selbst zu zahlen." 

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js