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Demonstrationen am Wahlabend: So protestierte Deutschland gegen die AfD

Fast 13 Prozent der Stimmen für die AfD, das heißt im Umkehrschluss 87 Prozent haben nicht für die Rechtspopulisten gestimmt. Ein Teil dieser Gruppe wurde am Wahlabend laut - in den sozialen Netzwerken und auf den Straßen vieler Großstädte.

Hunderte Menschen haben nach der Bundestagswahl in mehreren Großstädten gegen die rechtsnationale  protestiert. Die Partei zieht mit rund 13 Prozent der Stimmen als drittstärkste Kraft erstmals in den Bundestag ein. Vor dem Gebäude der AfD-Wahlparty am Alexanderplatz in Berlin versammelten sich rund 1000 Menschen. Sie versuchten mit lauten Pfiffen die Veranstaltung zu stören und riefen Parolen wie "Haut ab, haut ab" und "AfD Rassistenpack".

Trotz eines Flaschenwurfs wurde die Lage von der insgesamt als eher friedlich eingeschätzt. Eine Frau sei nach einem Eierwurf aus der Menge gezogen und in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher. Zudem habe es einen Zwischenfall mit einem Taxi gegeben: Es gebe die Aussage, dass Demonstranten das Fahrzeug bei der Wegfahrt behindert hätten. Von einem Fotograf hieß es bei Twitter, das Taxi sei auf die Demonstranten zugefahren. Dies war der Polizei zunächst nicht bekannt.

Anti-AfD-Demonstrationen in Großstädten

Zu einer Spontandemo kamen mehrere Hundert Protestierende in Leipzig zusammen. Die Ergebnisse der Rechtspopulisten machten deutlich, dass ihre Partei und die außerparlamentarische Linke vor einer "großen Aufgabe" stünden, sagte die Linken-Landtagsabgeordnete, Juliane Nagel. Die AfD hatte in Sachsen besonders viele Stimmen gesammelt. Dort sowie in Thüringen und Sachsen-Anhalt lag die Partei rund zehn Prozentpunkte über ihrem bundesweiten Ergebnis.

Rund 1000 Menschen versammelten sich auf dem Berliner Alexanderplatz um gegen die Politik der AfD zu protestieren

Rund 1000 Menschen versammelten sich auf dem Berliner Alexanderplatz um gegen die Politik der AfD zu protestieren


Auch in Köln, Hamburg und Frankfurt kamen Menschen zu Anti-AfD-Kundgebungen zusammen. In der Main-Metropole zogen nach Angaben der Polizei rund 800 Menschen durch die Innenstadt. Zu Zwischenfällen kam es nicht. In Köln waren es 400 Anti-AfD-Demonstranten, die einen angemeldeten Protestzug durch die Innenstadt veranstalteten. Auch hier blieb es friedlich. Ebensoviele Demonstranten waren es in Hamburg.


Im Internet äußerten zahlreiche Menschen auf ihren Unmut über das starke Ergebnis der rechten Partei: Der Hashtag #fckafd tauchte in den Twitter-Trends zeitweise unter den ersten fünf Plätzen auf. Unter #87Prozent äußerten sich diejenigen, die sich selbst zu den 87 Prozent der Wähler zählten, die nicht die AfD gewählt haben.

wue/DPA