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ARD-Umfrage: So groß ist die Unterstützung für Merkels Kurs im Asylstreit

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt im Asylstreit Rückendeckung für ihren Kurs aus der Bevölkerung. Allerdings glaubt einer ARD-Umfrage zufolge nicht einmal die Hälfte der Befragten an eine europäische Lösung in der Asylpolitik.

Asylstreit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrer Suche nach einer europäischen Lösung im Asylstreit mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) einer ARD-Umfrage zufolge die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich

AFP

Im erbittert geführten Asylstreit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Regierungschefin die Mehrheit der deutschen Bevölkerung an ihrer Seite. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Infratest Dimap" im Auftrag des ARD-Morgenmagazins.

Demnach wünschen sich drei Viertel der Befragten die von Merkel favorisierte europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik, 22 Prozent sprechen sich für eine nationale Lösung aus, die Seehofer ankündigt. Im Vergleich zu einer "Infratest Dimap"-Erhebung vor gut zwei Jahren ist das Ergebnis nahezu unverändert.

Asylstreit ohne großen Effekt auf Sonntagsfrage

Allerdings: Allein der Glaube an die gewünschte europäische Lösung fehlt. Fast zwei Drittel der Befragten (59 Prozent, plus ein Prozentpunkt) glauben nicht, dass sie realisierbar ist. 36 Prozent (minus vier Punkte) halten sie für möglich.

Aufgeschlüsselt nach Parteien zeigt sich, die jeweils mehr als drei Viertel der Anhänger von Grünen, SPD, Linken, Union und FDP den Wunsch der Kanzlerin nach einer europäischen Lösung unterstützen. Nur unter den AfD-Symphathisanten fordert die Mehrheit einen nationalen Alleingang (67 Prozent).

Der Asylstreit in der Union hat indes offenbar wenig Auswirkungen auf die Zustimmung zu den Parteien. In der Sonntagsfrage würden 32 Prozent der Befragten CDU oder CSU wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre (plus ein Prozentpunkt gegenüber dem 14. Juni). Auch die SPD legt um einen Punkt auf nun 19 Prozent zu, die AfD verliert einen Punkt und wäre mit 14 Prozent weiter drittstärkste Kraft. Dahinter folgen Grüne mit unverändert 13 Prozent, die Linke (neun Prozent, minus ein Punkt) und die FDP mit acht Prozent (gleichbleibend).

Für die Umfrage hat "Infratest Dimap" ARD-Angaben zufolge am 25. und 26. Juni 2018 insgesamt 1025 Wahlberechtigte in Deutschland repräsentativ nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und befragt. Die Ergebnisse wurden auf ganze Prozentwerte gerundet.