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Meinung

Berlin³: Fünf Fälle pro Tag - wie ein Detail den Asylstreit endgültig zur lächerlichen Komödie macht

Ganz im Ernst: Angela Merkel und Horst Seehofer haben sich darüber gefetzt, wie Deutschland im Schnitt fünf Asylbewerber pro Tag loswerden kann. Die vermeintliche Schicksalsfrage der Nation ist nicht mehr als eine Farce!

Im Bundestag steht Angela Merkel im roten Blazer vor Horst Seehofer, der auf seinem blauen Stuhl sitzt

Horst Seehofer und Angela Merkel haben einen Streit zur Regierungskrise aufgeblasen, der zu lächerlich für eine Farce ist

Getty Images

Kleine Orientierungshilfe für alle, die in dieser Woche im politischen Berlin die Orientierung verloren haben. Also für alle.

Horst Seehofer? Ist noch im Amt. Die Kanzlerin? Auch. Die SPD? Ist weiter in der Koalition.

War was? Nö.

Das heißt: Stopp, da war doch was. Die Migrationsfrage, die unsere Republik vermeintlich spaltet – das behaupten doch so viele -  ist gelöst. Es gibt keine Grenzzurückweisungen, es gibt auch keine Transitzentren mehr, es gibt, nach einem Treffen des Koalitionsausschusses gestern Abend,  nun nur noch "Transitverfahren".  Man muss sich das bildlich in etwa so vorstellen:  in grenznahen Gebäuden der Bundespolizei wird eine Art von Warteräumen  eingerichtet,  in denen dann Asylbewerber, die bereits in einem anderen Land ein Asylverfahren laufen haben, auf ihre Rückreise in besagtes Land warten können.

Warteräume also.  Ob das alles gelingt, reduziert sich nur noch auf die Frage, wie weit es zum nächsten Baumarkt ist.  Damit man auf die Schnelle noch ein Regal oder ein Zusatzbett aufstellen kann.

Asylstreit war eine erschreckende Farce

Man kann das Ganze deshalb mit einiger Nonchalance betrachten, weil die Zahl der infrage kommenden Personen, ja doch einigermaßen überschaubar ist. Der aktuelle Personenkreis, auch das wurde in dieser Berliner Chaos-Woche bekannt, liegt nämlich im Schnitt bei fünf Ankommenden pro Tag. Fünf! Also eine Handvoll. Fünf, das sind einer mehr, als wären es nur Vier!

Für alle, die das immer noch für einen Tippfehler halten, nochmal: Fünf. Es können an manchen Tagen aber auch nur drei sein. Drei. Das sind die Zahlen, um die es operativ geht. Nicht gerade mächtig gewaltig. Von bedrohlich ganz zu schweigen. In der Substanz haben sich Angela Merkel und Horst Seehofer aktuell aber exakt deswegen am Ende bis aufs Messer bekämpft. Übrigens: Beide wussten um die Größenordnung. Das lässt ihr Wirken im Nachhinein noch verbitterter erscheinen. Und macht das Ganze zur erschreckenden Farce.

Wer an den Sinn von politischer Steuerung in gesellschaftlich komplexen Themengebieten glaubt, wird an dieser Stelle womöglich längst irritiert verharren. Ein fast zur Schicksalsfrage der Nation aufgepumpter Koalitionsstreit,  der zu einer Regierungskrise geführt hat und zu einer Staatskrise hätte werden können,  findet seinen vermeintlich gütlichen Ausweg durch oben bereits angerissene Baumarktlösung? Das ist lächerlicher, als es eine Farce normalerweise vertragen kann.

Es stimmt einiges nicht mehr in Deutschland

Wenn das so ist, dann stimmt so einiges nicht mehr in diesem Land,  und mit dieser Regierung auch nicht. Denn dann wird die Erbärmlichkeit des Streits nur noch übertroffen von der Erbärmlichkeit, mit der man sich zufrieden über die gefundene Kompromisslösung beugt.  Man tut ja so, als ob man ein real existierendes Problem beseitigt hätte. Die berühmte Frage von Recht und Ordnung. Merkel tut so. Seehofer tut so. Und, ja, auch,  eine  verschüchterte, um ihren Verbleib in der Koalition zitternde SPD gleich mit. Eine Clique letztlich überforderter Politiker verharrt im Selbstreferentiellen.

Im Koalitionsausschuss hat man sich überdies darauf verständigt, noch in diesem Jahr ein Einwanderungsgesetz durchs Kabinett zu bringen. Immerhin. Das ist längst überfällig. Allein, es fehlt der Glaube, wie nach dieser Farce ein konstruktives Arbeiten an einem wirklich wichtigen Thema noch möglich sein soll.

Sehen Sie im Video, was Politiker der CDU, SPD und Grünen über den Asylstreit denken. 

tkr
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.