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Bayerische Schicksalstage: Stoiber und die Landfrauen

Will die CSU ihren wankelmütigen Chef zurück haben? Was denken die Bayern über den Heimkehrer? stern.de berichtet von der Parteibasis im Freistaat. Heute: von den Landfrauen.

Von Florian Güßgen

In Bayern ist der Bauernverband in etwa das, was die IG Metall im Ruhrpott ist: Mächtiges Sprachrohr einer mächtigen Bevölkerungsgruppe, Bindeglied und Fundament der Staatspartei. 175.000 Mitgliedsbetriebe im Bauernverband. Hinter jedem dieser Betriebe steht, zumindest theoretisch, eine Frau. An der Spitze all dieser Landfrauen, steht Landesbäuerin Annemarie Biechl.

Kritik am bayerischen König

Eigentlich ist Biechl keine, der man etwas vormacht. 55 Jahre alt ist sie, Mutter dreier Kinder, ihr Hof liegt in der Nähe Rosenheims. Natürlich ist sie nicht nur im Bauernverband, sondern auch in der CSU. Seit 2003 vertritt sie die Stoiber-Partei im Landtag. Die elegante Biechl, mit ihrem hochgesteckten blond-weißen Haar und dem dunkelgrünen Trachtenkleid, ist keine, Gott bewahre, Rebellin. Und sie ist keine, die man leicht aus der Ruhe bringt.

Aber Edmund Stoiber hat es geschafft. Ausgerechnet er, der bayerische König, der Held der Landtagswahl von 2003, der Parteichef und Landesvater, hat es geschafft, das Biechl sich windet, ausweichen muss, unsicher wird. An diesem Montag hat sie die Führungsriege der bayerischen Bäuerinnen routinegemäß zur Jahressitzung gerufen, nach München, ins Kardinal-Wendel-Haus, einem katholischen Konferenzzentrum direkt neben dem Englischen Garten.

Eigentlich berichtet Biechl hier, was sie im vergangenen Jahr geleistet wurde, wo die Probleme auf den Höfen liegen. Sie spricht von Weiterbildung, von Bäuerinnen-Chören und Veranstaltungen wie "Kartoffeln – die tolle Knolle", die sie auf der Bundesgartenschau organisiert haben. Eigentlich ist das alles Routine, aber wenn Biechl über Edmund Stoiber sprechen muss, dann ist die ganze die mit einem Mal weg, dann muss sie Neuland betreten, auf das verminte Gebiet der Kritik am vormals großen Vorsitzenden.

Die Basis rebelliert

Sie ist vorsichtig. Man müsse unterscheiden zwischen Landtagsfraktion und CSU-Basis, sagt sie. Sicher, der Zorn sei groß in der Fraktion, aber es gebe auch viele, die jetzt, da der Moment günstig sei, einfach nachtreten würden und sich rächen für Gemeinheiten, die Stoiber ihnen angetan hat. Doch man werde sich schon wieder berappeln, vor allem dann, wenn Stoiber sage, was er ändern werde.

An diesem Mittwoch, zum Beispiel, wenn er das erste Mal nach Rom-Reise und Papst-Besuch mit der gesamten Fraktion zusammentrifft. Die Abgeordneten, berichtet sie sorgenvoll, würden sich beruhigen, aber die Basis sei etwas anderes. "An der Basis denken sie, dass man mit Stoiber keine Wahlen mehr gewinnen kann", sagt die Frau aus Oberbayern. Auch bei den Landfrauen, sagt Biechl, habe Stoiber verloren. Und das sind aber viele in der CSU. "Die Stimmung ist nicht pro Stoiber." So, wie sie das sagt, wirkt die resolute Landesbäuerin wie eine Mutter, die sich für die wiederholten Untaten ihres Sohnes schämt.

Auch bei den Landfrauen, sagt Biechl, habe Stoiber verloren. Die sind zwar nicht alle in der CSU, aber die politischen Grenzen sind hier fließend, eine Sozialdemokratin ist an diesem Vormittag im Kardinal-Wendel-Haus jedenfalls nicht auszumachen. "Das sind alles Frauen, die politisch denken", sagt Biechl. "Und die Stimmung ist nicht pro Stoiber." So wie sie das sagt, wirkt die resolute Landesbäuerin wie eine Mutter, die sich für die wiederholten Untaten ihres Sohnes schämt.

Die nächsten Wahlen - zuerst die Kommunalwahlen, dann die Landtagswahlen, beide in drei Jahren - sind das Kriterium, das über das politische Schicksal Edmund Stoibers, des wankelmütigen Heimkehrers, entscheiden wird. Zweimal schon zog er aus, um Berlin zu erobern. Das erste Mal, 2002, haben sie ihm den Rücken gestärkt und für ihn gekämpft. Jeder hatte damals Verständnis dafür, dass er nach der knappen Niederlage in Bayern geblieben ist, als aufrechter Herrscher, der eine Schlacht verloren hat.

Stoiber hat seine eigene Heldenstatue ramponiert

Diesmal hat er die eigenen Leute mit seiner Zauderei zermürbt, und seine eigene Heldenstatue Stück für Stück ramponiert. Jetzt, da er Angela Merkel den Brocken hingeworfen hat, sind sie seiner überdrüssig. Seit Tagen schwillt in der CSU der Unmut gegen Stoiber, die Partei begehrt auf, eine Welle der Entrüstung hat das Land erfasst. Früher oder vielleicht eher später, könnte dieser Unmut ihn aus dem Amt spülen. Sie nehmen ihm nicht übel, dass er in München bleiben will. Was sie ihm übel nehmen ist, dass er so schrill gezeigt hat, dass er seine persönlichen Eitelkeiten über alles stellt - über jede politische Verantwortung und Überzeugung. Das stößt auch bei jenen Konservativen auf, die bislang in eiserner Königstreue zu Stoiber verblieben waren.

Streift man derzeit durch die CSU, dann scheint es, als löse sich die Einheit von Partei und Vorsitzendem auf. Der Selbsterhaltungstrieb der Staatspartei setzt ein, die Erkenntnis, dass das Interesse Stoibers plötzlich nicht mehr identisch sein könnte mit den Interessen der CSU. Auch Marlene Mortler hat ihre Zweifel, ob alles gut ist, wie es ist. Mortler ist erste stellvertretende Landesbäuerin, Biechls Vize und CSU-Bundestagsabgeordnete aus Mittelfranken.

"Stoiber war in all den Jahren das beste Zugpferd im Stall"

Auch sie ist an diesem Tag im Kardinal-Wendel-Haus. Vor den Spitzen-Bäuerinnen sagt sie: "Doktor Stoiber war in all den Jahren das beste Zugpferd, das wir im Stall hatten." Aber jetzt, jetzt habe sich etwas verändert, referiert Mortler. Die Partei habe die Stimmung der Basis seit der letzten Landtagswahl nicht immer ernst genommen. "Ich bedaure, dass wir es seit der letzten Wahl in Bayern versäumt haben, die Stimmung der Bürger besser zu erkennen", sagt sie.

Für die CSU, die deshalb stark ist, weil sie tief verwurzelt ist in dieser bayerischen Gesellschaft, den Trachtenvereinen, den Fußballvereinen, den Verbänden, könnte diese Entfremdung fatale Auswirkungen haben. Wohl auch deshalb schreckt Mortler später im Foyer auch vor Kritik an Stoiber nicht zurück. "Der Parteivorsitzende ist massiv beschädigt", sagt sie mit fränkischem Zungenschlag.

"Vor der nächsten Landtagswahl werden die Menschen das jetzige Hin und Her zwar sicher schnell vergessen, aber die Medien werden es zur rechten Zeit wieder hervorholen. Das ist das Problem." Es müsse daher das Ziel der CSU sein, schnell wieder als Einheit aufzutreten. Auch Mortler berichtet von wütenden Reaktionen aus ihrem Wahlkreis, von wütenden Emails und angedrohten Partei-Austritten. Die CSU ist in Wallung. Überall.

Wie geht es weiter in der Union?

Wie es weitergehen soll, weiß derzeit keiner so genau in der CSU. Der Termin-Plan ist auf jeden Fall eng gefasst. Am Dienstag ist Stoiber noch einmal glimpflich davon gekommen, direkt angegriffen wurde er beim Treffen der Berliner CSU-Landesgruppe nicht. Was vielleicht auch damit zu tun hatte, dass er unerwartet nach München zurückgekehrt ist. Doch die eigentliche Krisensitzung der Landtagsfraktion kommt erst noch. Am Mittwoch.

Dann muss Stoiber der Landtagsfraktion Rede und Antwort stehen. Am kommenden Montag findet in München ein kleiner Parteitag statt, auf dem der Koalitionsvertrag abgesegnet werden soll. Vielleicht wird es dort auch zur offenen Rebellion gegen den wankenden Bayern-König kommen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(