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"Im Parlament nichts verloren": CSU fordert AfD-Politikerin von Storch nach Twitter-"Hetze" zu Rückzug auf

Nach Beatrix von Storchs umstrittener Twitter-Reaktion zur Amokfahrt in Münster fordert die CSU Konsequenzen: Die AfD-Politikerin soll ihr Bundestagsmandat zurückgeben - wenn sie "auch nur einen Funken Anstand hat".

Reaktionen auf AFD-Hetze: "Es gibt Menschen, die sind nicht integrierbar - Storch gehört dazu"

Die CSU hat die AfD-Politikerin Beatrix von Storch zum Verzicht auf ihr Bundestagsmandat aufgefordert. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte vor einer Vorstandssitzung der Partei in München zu den islamfeindlichen Tweets von Storchs zur Amokfahrt von Münster, "wer dieses Ereignis in der Weise ausschlachtet wie es Frau von Storch getan hat, der hat in einem Parlament in Deutschland nichts verloren".

Für die CSU gebe es deshalb an die AfD-Politikerin nur eine Botschaft: "Wenn Frau von Storch auch nur einen Funken Anstand und Verstand noch hat, dann sollte sie ihr Mandat im deutschen Bundestag zurückgeben", sagte Blume.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) warf der AfD-Politikerin "einseitige Hetze" vor. Die Tweets von Storchs seien "unsäglich" und "für das Klima in der Gesellschaft, den Zusammenhalt in der Gesellschaft unverantwortlich", sagte Reul im Deutschlandfunk.

So reagiert Beatrix von Storch auf die CSU-Forderung

Die bereits wiederholt durch streitbare Tweets aufgefallene von Storch hatte unmittelbar nach den ersten Meldungen über die Amokfahrt bei Twitter nahegelegt, ein Flüchtling sei für die Tat verantwortlich. Später legte sie nach, der Täter von Münster sei ein "Nachahmer" islamistischer Gewalttäter.

Auf die Forderung der CSU, sie solle ihr Bundestagsmandat zurückgeben, reagierte von Storch mit Polemik. "Bin ICH Miglied einer 'Regierung des Unrechtes' - oder SIE ?", fragte die AfD-Politikerin in einer Kurzbotschaft.

Ein 48 Jahre alter Mann war am Samstag mit seinem Auto in den Außenbereich einer Gaststätte der Münsteraner Altstadt gerast und hatte dabei zwei Menschen getötet und etwa 20 verletzt, mehrere davon lebensgefährlich. Ein politisches Motiv sehen die Ermittler nicht, als Auslöser wird eine psychische Erkrankung des Mannes angenommen. Dieser hatte sich nach der Tat erschossen.

fs / AFP