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CDU: Friedrich Merz bringt sich als Minister ins Spiel - und kritisiert eigenen Auftritt

Der beim Kampf um den CDU-Vorsitz unterlegene Friedrich Merz hat offenbar große Ambitionen, nicht nur in der CDU wieder Verantwortung zu übernehmen. Eine Umfrage zeigt allerdings, dass die Wähler einen Minister Merz kritisch sähen.

Friedrich Merz zeigt während seiner Rede beim CDU-Parteitag in Hamburg mit beiden Zeigefingern auf sich

Friedrich Merz sieht im Nachhinein Schwächen bei seiner Rede während des CDU-Parteitages in Hamburg

DPA

Der bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitz knapp unterlegene Bewerber Friedrich Merz hat seine Bereitschaft bekräftigt, ganz in die Politik zurückzukehren. "Ich habe mein Angebot noch einmal erneuert, wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen und dafür auch meine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben", sagte Merz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, ein Amt als Bundesminister zu übernehmen, antwortete der frühere Unionsfraktionschef: "Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in der Wirtschaft und Politik zutrauen." Die Entscheidung liege aber nicht in seiner Hand, sondern sei "Sache der Kanzlerin". Das Verhältnis zwischen Merz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gilt als angespannt.

"Sehr gutes, vertrauensvolles" Gespräch

Merz bestätigte, mit der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer darüber gesprochen zu haben, wie seine Einbindung in die CDU möglich wäre. Es sei ein "sehr gutes, vertrauensvolles" Gespräch gewesen, über dessen Inhalt jedoch Vertraulichkeit vereinbart worden sei.

Merz wies Berichte zurück, er sei bei seiner Rede auf dem Hamburger Parteitag am 7. Dezember benachteiligt worden. Unter anderem hatte es Gerüchte gegeben, das Mikrofon sei leiser gedreht worden, während Merz seine Bewerbungsrede für den Vorsitz hielt. Außerdem hatte es Mutmaßungen gegeben, die Scheinwerfer seien zu heiß gewesen. Er könne mit diesen Gerüchten "gar nichts anfangen", sagte Merz der "FAZ". "Der Wettbewerb um den CDU-Vorsitz war fair."

Friedrich Merz kritisiert eigenen Auftritt

Der frühere Unionsfraktionschef gestand ein, dass sein Auftritt Schwächen gehabt habe. "Aus der Rückschau betrachtet, hätte ich freier sprechen sollen - es lag aber sicher auch an meiner Tagesform, dass die Inhalte nicht optimal rübergekommen sind." Inhaltlich würde er jedoch "heute nichts anderes" sagen.

Eine Einbindung von Merz wird insbesondere von den konservativen und wirtschaftsnahen Flügeln der CDU gefordert. Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, warnte erneut davor, Merz zu übergehen. "Ich freue mich, dass sich Friedrich Merz weiter aktiv einbringen will", sagt Steiger der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Wähler zeigen Skepsis gegenüber Merz

Bundesregierung und Parteispitze sollten Merz klug einbinden. "Über 48 Prozent der Delegierten und die breite Zustimmung der Parteibasis für Friedrich Merz in den vergangenen Wochen bei Regionalkonferenzen und Basisabstimmungen zu übergehen, hätte fatale Folgen", sagte Steiger. "Diese engagierten Mitglieder muss die CDU dringend einbinden, wenn sie die schweren Wahlen im Frühjahr gewinnen will."

Allerdings sehen viele Deutsche ein Ministeramt für Merz mit Skepsis. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für die "Bild"-Zeitung (Bezahl-Inhalt) sind 40 Prozent der Befragten dagegen, dass Merz zum aktuellen Zeitpunkt Bundesminister wird. Nur ein Viertel (25 Prozent) befürwortet ein Ministeramt für den 63-Jährigen. Bei den Unions-Wählern sind 41 Prozent der Meinung, dass Merz Bundesminister werden sollte. 32 Prozent sind dagegen. Die übrigen Befragten haben keine klare Meinung oder machen keine Angabe.

Für den INSA-Meinungstrend wurden vom 13. bis zum 17. Dezember 2077 Menschen befragt. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt den Angaben zufolge bei 2,5 Prozentpunkten.

Quellen: FAZ, RP-Online, Bild