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CDU-Regionalkonferenz: Merz, AKK oder Spahn: Wer hat beim ersten Schaulaufen gepunktet?

Das große Schaulaufen der Kandidaten vor der CDU-Basis hat begonnen. Auftakt ist eine Regionalkonferenz im schleswig-holsteinischen Lübeck. Wer konnte die ersten Punkte einfahren?

CDU-Regionalkonferenz: Merz, AKK oder Spahn - wer hat gepunktet?

Erste CDU-Regionalkonferenz mit den Kandidaten für den CDU-Vorsitz: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn (v. l.)

DPA

Der Applaus der rund 800 angereisten CDU-Mitglieder war eher zurückhaltend, als die drei Kandidaten für den Parteivorsitz in die Kulturwerft Gollan in Lübeck einzogen. Diese Situation war nach 18 Jahren Dominanz von Angela Merkel an der Parteispitze offensichtlich ungewohnt für die Basis. Mehr Applaus gab es für den Hausherrn, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der sicherheitshalber nochmals gefragt wurde, ob er nicht doch noch antreten wolle.

Als Günther dann die Kandidaten einzeln vorstellte, gab es viel Applaus für Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, etwas weniger euphorisch war er für den dritten, Gesundheitsminister Jens Spahn. Wer darf nun beginnen mit der Vorstellung? Die drei ziehen ein Los. Nummer 1: Kramp-Karrenbauer, Nummer 2: Merz und Nummer 3: Spahn. Manche dürften dies schon als Omen angesehen haben.

Wer konnte bei der CDU-Regionalkonferenz punkten?

Denn kurz vor dem Auftritt der Kandidaten wurde der neue ARD-Deutschlandtrend bekannt. Eine Befragung der CDU-Anhänger Anfang der Woche ergab demnach, dass 46 Prozent der Ansicht seien, die CDU-Generalsekretärin sollte neue CDU-Chefin werden. 31 Prozent sagen, dies sollte Merz werden und 12 Prozent sprachen sich für Spahn aus. Eine Vorentscheidung?

Sicherlich nicht. Es sind nicht einfache CDU-Anhänger, sondern die 1001 Delegierten, die auf dem Parteitag am 7. Dezember in Hamburg entscheiden, wer es wirklich wird. Die Zusammensetzung dieser Delegierten, darunter viele Funktionäre auf lokaler und regionaler Ebene, haben sicherlich schon alle drei analysiert. Was wohl nicht stimmt, ist, dass alle Frauen auf dem Parteitag - sie machen den Angaben zufolge ein Drittel der Delegierten aus - der Generalsekretärin zugeneigt sind.

Wer konnte nun auf der Regionalkonferenz im Lübeck punkten? Die Teilnehmer versuchten an diesem Abend viel aus dem Applaus der CDU-Mitglieder für die einzelnen Kandidaten herauszulesen. Doch einfach war das nicht.

So haben sich AKK, Merz und Spahn geschlagen

Die Positionen der drei brachten keine Überraschung: Zusammenhalt der Partei, innere Sicherheit, Steuern und Steuersystem, Wohnungsbau, Digitalisierung, Mittelstand, Bundeswehr, mehr Macht für die Mitglieder im Dreiklang von Partei, Unionsfraktion und Kanzleramt.

Kramp-Karrenbauer, die an diesem Abend zwischen ihren beiden hoch gewachsenen Kontrahenten steht, gibt die erfahrene Regierungschefin. Sie habe - im Gegensatz zu den beiden anderen - schon harte Wahlkämpfe geführt und vor allem gewonnen. Sie spricht die Herzen der Parteimitglieder an.

Merz versucht, sich als Wirtschaftskopf zu präsentieren, kühl mit erhobenem Zeigefinger. Und er spielt mit der Angst der Bürger vor einem bevorstehenden Wirtschaftseinbruch. Und ja, er stehe dazu, ein effektives und einfaches Steuersystem sei möglich, vielleicht lasse sich das heute nicht mehr auf den Bierdeckel malen. Kramp-Karrenbauer nimmt den Steuerfachmann direkt in die Pflicht: sie erhoffe sich von ihm ein effizientes Steuersystem - sobald sie Parteichefin ist, heißt das wohl.

Spahn, der nervös wirkt, setzt vor allem auf das Thema Innere Sicherheit. Er sieht sich wohl auch im Hintertreffen und versucht, durch eine schärfere Tonalität wieder nach vorne zu kommen. Es brauche Mut zu einem echten Neustart, sagt der Gesundheitsminister. Es dürfe weder ein "Weiter so" geben noch Nostalgie oder ein Zurück in die Vergangenheit.

Das kein "Weiter so" darf als Spitze gegen Kramp-Karrenbauer verstanden werden, der nachgesagt wird, sie führe die Geschäfte so weiter wie die scheidende Parteivorsitzende Merkel. Das "Zurück in die Vergangenheit" dürfte auf den 63-jährigen Merz gemünzt sein, der seit 2009 der Politik den Rücken kehrte und in die Wirtschaft ging, während er, Spahn, sich um die Partei vor Ort gekümmert habe.

Umfrage: Herbe Verluste für Regierungsparteien

Am Schluss wird es dann doch nochmals lebhaft, als ein Teilnehmer die drei fragt, was sie denn nun unterscheide. Merz und Kramp-Karrenbauer hielten sich diplomatisch zurück. Spahn versucht dann doch noch, einige Unterschiede herauszustellen - und sich als Konservativer zu profilieren. Ob ihm das geholfen hat, aus der Defensive zu kommen, ist fraglich. 

Übrigens: Bei der Sonntagsfrage bleiben die Regierungsparteien bei den niedrigsten Werten, die im ARD-Deutschlandtrend jemals für sie gemessen wurden. Die Union steht demnach stabil bei 26 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und erreicht 14 Prozent. Dagegen hält der Aufwärtstrend der Grünen weiter an, sie legen um 6 Punkte auf 23 Prozent zu.

Der Merz- oder auch der Kramp-Karrenbauer-Effekt scheinen also bisher ausgeblieben zu sein. Es bleibt spannend. Zuletzt könnte es auf die Stimmung beim Parteitag Anfang Dezember ankommen.

Eva-Maria Mester / Matthias Hoenig / Ruppert Mayr / fs / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.