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ARD-Hauptprogramm CDU-Sachsen-Anhalt will "Das Erste" in seiner jetzigen Form abschaffen

"Das Erste" ist das bundesweite Hauptprogramm der ARD
"Das Erste" ist das bundesweite Hauptprogramm der ARD
© Thomas Trutschel/photothek/ / Picture Alliance
Die CDU in Sachsen Anhalt sorgt mit Gedankenspielen zum Aus für das ARD-Hauptprogramm "Das Erste" für Aufregung. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion stört sich an "Minderheitenmeinungen" und Gendersprache.

Wirbel um Überlegungen in der CDU in Sachsen-Anhalt zur Zukunft des ARD-Hauptprogramms Das Erste: "Wir unterstützen den Vorschlag von Staatsminister (Rainer) Robra, langfristig den Sender "Das Erste" als eigenständigen Kanal abzuschaffen", zitierte die "Mitteldeutsche Zeitung" den Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Markus Kurze. Er sagte der Zeitung demnach: "Als nationaler Sender bliebe das ZDF übrig." Die Schließung des Ersten sei eine langfristige Vision. "Wir wissen, dass wir das politisch derzeit nicht umsetzen können. Aber das ist unser Fernziel."

Mit Blick auf die öffentlich-rechtlichen Sender sagte Kurze der Zeitung zufolge: "Wir sind der Meinung, dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft Minderheitenmeinungen stärker vorkommen als die Meinung der Mehrheit", sagte er. "Zum Beispiel sollten die Sender nicht nur diejenigen zu Wort kommen lassen, die immer noch mehr und mehr Klimaschutz wollen, sondern auch diejenigen, die das bezahlen müssen." Die Vorabmitteilung trug die Überschrift: "Sachsen-Anhalts CDU will "Das Erste" abschalten".

Zudem stört sich CDU-Politiker Kurze daran, dass öffentlich-rechtliche Journalisten Gender-Formulierungen wie "Zuschauer:innen" oder "Hörer:innen“ verwenden. "Auf das Gendern sollten die Sender verzichten und ihre Kraft auf den Kernauftrag richten", fordert Kurze. 

"Schaufenster der Regionen"

Die CDU-Fraktion teilte am Abend mit, dass auf ihrer Klausurtagung nicht beschlossen worden sei, das ARD-Hauptprogramm abzuschalten. Von einer "jetzigen Abschaltung des Ersten" sei niemals die Rede gewesen, sie sei auch nicht beschlossen worden. "Kern des Vorschlages war es, dass das Erste als Schaufenster der Regionen und das ZDF als bundesweiter Sender dient."

Medienportale und Politiker griffen den Bericht noch am Abend auf. Der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, schrieb dazu auf Twitter: "Die CDU Sachsen-Anhalt dreht wieder mal rechts frei - ein intakter öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie".

Die damalige schwarz-rot-grüne Regierung von Sachsen-Anhalt war Ende 2020 an einem Streit über die Erhöhung des Rundfunkbeitrags beinahe zerbrochen. Die CDU lehnte die Erhöhung strikt ab, die Koalitionspartner SPD und Grüne wollten sie hingegen mittragen. Um zu verhindern, dass die CDU-Fraktion die Erhöhung im Landtag mit den Stimmen der AfD blockiert, hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die Entscheidung dem Landtag entzogen und so für ein Veto Sachsen-Anhalts gesorgt, ohne dass das Parlament darüber abgestimmt hatte. Die CDU regiert nun mit SPD und FDP.

bak DPA

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