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Krisenmanagement in der Pandemie Warum jeder von uns heilfroh sein sollte, dass Angela Merkel noch Kanzlerin ist


Besonnenheit, analytische Kühle, Weitblick – die Regierungserklärung der Kanzlerin hat wieder einmal gezeigt: Bei Angela Merkel ist das Land in guten Händen. Auch und gerade während Corona, sagt unsere Autorin.

Die vergangenen Wochen waren hart. So hart, dass bei vielen Deutschen langsam Geduld und Durchhaltewillen schwinden. Aber: Dass die Pandemie in Deutschland (noch) nicht so schlimm wütet wie andernorts, ist kein Zeichen dafür, dass wir verschont bleiben. Es ist den Beschränkungen und unserem exzellentem Gesundheitssystem zu verdanken, dass die Todeszahlen nicht so in die Höhe schnellen wie in anderen Ländern.

Und nicht zuletzt Angela Merkel. Ihre Besonnenheit, analytische Kühle und ihr Weitblick sind genau das, was wir in einer solch beispiellosen Situation brauchen. Wie froh können wir sein, dass Merkel noch da ist. Dass sie es ist, die uns durch die Pandemie steuert. 

Sie findet die richtigen Worte und den richtigen Ton

Angela Merkel ist kein Lautsprecher. Sie ist niemand, der sich durch derbe Rhetorik oder verbale Angriffe Gehör verschafft. Im Gegenteil: Sie äußert sich lieber einmal zu selten als einmal zu oft. Umgekehrt bedeutet das: Wenn sie was zu sagen hat, dann hört das Land zu – auch und gerade in einer Krise wie dieser. "Wir werden auf eine Bewährungsprobe gestellt, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gab", sagte sie in ihrer Regierungserklärung. Damit hat sie den Ernst der Lage auf den Punkt gebracht: Selten war es so wichtig, zusammenzuhalten und sich zusammenzureißen. Sie sagte es mit einer Ruhe, aber Bestimmtheit, die nicht anzuzweifeln ist.

Merkel ist demütig und verlässlich

Angela Merkel ist keine Machtpolitikerin, sie ist keine, die regiert um des Regierens Willen. Sie ist demütig, stellt ihr Wirken in den Dienst des Landes. Um John F. Kennedy zu zitieren: "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst". Wenn Merkel entscheidet, hat sie nicht den persönlichen Vorteil vor Augen, sondern das Wohl ihrer Landsleute. Auch, wenn ihr in der Flüchtlingskrise und von rechten Hetzern das Gegenteil unterstellt wurde: "Wir schaffen das", hat Merkel gesagt. Und wir haben es geschafft. Genauso werden wir auch durch diese Epidemie kommen – wenn wir auf unsere Kanzlerin hören. Und das sollten wir, denn wir wissen, dass wir uns auf sie verlassen können.

Merkel ist Wissenschaftlerin

Vor ihrer Karriere in der Politik promovierte Angela Merkel als Physikerin. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war früher Investmentbanker, Russlands Präsident Vladimir Putin studierte Jura; auch der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte ist Jurist. Sein schwedischer Amtskollege Stefan Löfven besuchte die Sozialhochschule, Chinas Staatschef Xi Jinping hat einen Titel als "Doktor der Rechte". Und Donald Trump... nun ja. Der kennt sich nach eigenen Angaben in vielen Bereichen sehr gut aus.

Das, was anderen Staatenlenkern ein Stück weit fehlt, ist unserer Bundeskanzlerin inhärent: Der wissenschaftliche Blick auf diese Pandemie. Und wie alle Naturwissenschaftler ist auch Merkel jemand, die sich beim Treffen von Entscheidungen auf Forschung und Fakten verlässt. Was wissen wir? Was lässt sich belegen? Was schließen wir daraus? Das, was man ihr immer vorwirft – sie sei kühl und berechnend – ist jetzt entscheidend: Merkel analysiert und handelt rational.

Unsere Kanzlerin hat Weitblick und Augenmaß

Ja, wir haben bereits seit mehreren Wochen Lockdown. Ja, wir waren bisher überwiegend diszipliniert. Und dennoch: "Wir leben nicht in der Endphase der Pandemie, sondern immer noch an ihrem Anfang", sagte Merkel. Deswegen sei eine verfrühte Rückkehr zur Normalität fatal: "Lassen sie uns jetzt das Erreichte nicht verspielen und einen Rückschlag riskieren. Es wäre jammerschade, wenn uns die voreilige Hoffnung am Ende bestraft." Worauf sie anspielt: Sie will und muss, dem Föderalismus sei Dank, den Bundesländern ein Stück weit freie Hand lassen bei der Bewältigung der Krise. Und so gibt es zwar bundesweit beschlossene Regeln, aber die Möglichkeit zu Ausnahmen. Aufgefallen ist dabei vor allem Nordrhein-Westfalen, wo große Möbelhäuser und Babymärkte schon wieder öffnen durften. Die Wirtschaft freut's, Experten befürchten eine zweite Ansteckungswelle. Ohne Namen zu nennen, sagte auch Merkel, das sei ihr in Teilen "zu forsch" erschienen. 

Merkel weiß, dass Isolation hart ist. Sie weiß, dass die Wirtschaft nicht wochenlang auf Sparflamme laufen darf. Deswegen gibt es in Deutschland - im Gegensatz zu beispielsweise Italien - den "Lockdown light". Deswegen dürfen erste Geschäfte wieder öffnen. Aber: Das alles ist kein Freibrief mit der Überschrift "Juhu, das war's, jetzt kehren wir zur Normalität zurück." Sondern viel eher: "Wir kommen euch allen ein Stück weit entgegen, aber bitte, bitte nehmt das weiter ernst." Merkel sieht nicht die kurzfristigen Effekte, sondern erkennt den langen Atem, den wir brauchen werden. Und der wird noch viel länger, wenn wir jetzt schludern.

Bei Angela Merkel ist das Land in guten Händen. Auch und gerade während Corona

Es ist Merkels vierte Amtszeit. Und es ist erneut eine, die ihr eine Krise beschert: Nach der Finanzkrise, nach der Flüchtlingskrise nun die Coronakrise. Nun gehört es zwar zur Amtsbeschreibung eines Regierungschefs dazu, Krisen zu managen. Aber die wenigsten Regierungschefs sind derart lange am Steuer und müssen derart viel managen.

Krisenmanagement in der Pandemie: Warum jeder von uns heilfroh sein sollte, dass Angela Merkel noch Kanzlerin ist

Wir können wirklich dankbar sein, dass Merkel immer noch da ist. Dass sie noch nicht amtsmüde ist. Denn auch wenn die Zeiten wahrlich sorgenvoll sind – zumindest darum müssen wir uns keine Sorgen machen. Bei Angela Merkel ist das Land in guten Händen.

Auch und gerade während Corona.


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