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"Erlanger Erklärung" Junge Union fordert Rückzug - wie lange kann sich Seehofer noch halten?

Die Junge Union Bayern stellt sich in ihrer "Erlanger Erklärung" offen gegen CSU-Chef Horst Seehofer
Die Junge Union Bayern stellt sich in ihrer "Erlanger Erklärung" offen gegen CSU-Chef Horst Seehofer
© Maurizio Gambarini/Daniel Karman/DPA
Ist das der Anfang vom Ende der Ära Horst Seehofer in der CSU? Die Junge Union in Bayern verweigert dem Parteichef die Gefolgschaft. Er müsse spätestens im kommenden Jahr abtreten, fordert der Parteinachwuchs. Der Druck auf Seehofer nimmt zu.

Die bayerische Junge Union (JU) stellt sich offen gegen CSU-Chef Horst Seehofer und fordert einen Rückzug des 68-Jährigen spätestens im kommenden Jahr. Ein Antrag, in dem mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst 2018 ein "personeller Neuanfang"
gefordert wird, wurde von einer Landesversammlung des CSU-Nachwuchses in Erlangen mit deutlicher Mehrheit angenommen.

"Für einen Erfolg bei der Landtagswahl im kommenden Jahr braucht es einen glaubwürdigen personellen Neuanfang", heißt es in dem Antrag der Jungen Union wörtlich. Und weiter: "Bei allen Verdiensten, die sich Horst Seehofer zweifellos in vielen Jahrzehnten für die CSU, Bayern und Deutschland erworben hat, muss er jetzt den Weg bahnen für einen geordneten Übergang an der Spitze der Staatsregierung."

Horst Seehofer in der CSU unter Druck

Seehofer steht seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl intern unter Druck. Mehrere CSU-Bezirksvorstände forderten bereits jeweils mit großer Mehrheit einen "geordneten" personellen Übergang. Das waren allerdings interne Sitzungen. Die JU-Versammlung ist das erste große Gremium, das sich öffentlich gegen Seehofer stellt.

Offiziell, unter anderem vom CSU-Vorstand, war die Personaldebatte angesichts der laufenden Jamaika-Gespräche in Berlin vertagt worden. Das entscheidende Datum ist spätestens der Parteitag im Dezember.

CSU-Vize Manfred Weber hat seine Partei und den CSU-Nachwuchs indes zu "Mannschaftsgeist" und einem anständigen Umgang in der anstehenden Personaldebatte ermahnt. "Ja, die CSU braucht über kurz oder lang Erneuerung", sagte Weber am Samstag auf der Landesversammlung JU. Aber die "Form der Auseinandersetzung" sei genauso wichtig. "Die Art, wie wir miteinander umgehen, den Mannschaftsgeist hochzuhalten, ist eine der Kernfragen für die CSU."

Wird Markus Söder der große Profiteur?

Seehofer hätte eigentlich bei der JU-Landesversammlung sprechen sollen - er hat aber am Freitag kurzfristig abgesagt. Er entschuldigte dies mit den Jamaika-Gesprächen. "Wissen Sie, ich bin hier in historisch bedeutsamen Verhandlungen", sagte er vor unionsinternen Beratungen in Berlin. "Da darf kein Fehler passieren. Da muss man sich sehr vorbereiten."

Auf die Frage, ob er nicht am Sonntag zum CSU-Nachwuchs nach Erlangen hätte fahren können, sagte er: "Am Sonntagvormittag haben sie ja einen Redner, den ich nicht verdrängen möchte - Sie kennen den Namen." Am Sonntag wird in Erlangen Bayerns Finanzminister Markus Söder als Redner erwartet. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Seehofer-Nachfolge.

wue DPA

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