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Debatte um Integration: Seehofer erklärt Multikulti für tot

Horst Seehofer hat im Integrationsstreit nachgelegt. Wer hier leben wolle, müsse sich zur deutschen Leitkultur bekennen, forderte er. Rückendeckung erhielt der CSU-Chef von Kanzlerin Merkel.

In der Integrationsdebatte haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Druck auf Zuwanderer erhöht. Die hier lebenden Menschen müssten sich zur deutschen Leitkultur bekennen. Dies bedeute christliche Werte zu achten. Dabei sei es die wichtigste Aufgabe sich zu qualifizieren und zu integrieren, sagte Seehofer am Freitagabend auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam. "Wir dürfen nicht zum Sozialamt für die ganze Welt werden", warnte der CSU-Chef und erinnerte an den Zustrom von Asylbewerbern Ende der 80er Jahre.

"Multikulti ist tot", rief Seehofer den Delegierten der Jungen Union zu. "Wir haben eine christlich orientierte Wertorientierung in Deutschland und die ist Maßstab für die Alltagskultur", sagte er unter dem Beifall der Zuhörer. Wer in Deutschland leben wolle, müsse auch bereit sein, "mit uns zu leben". Der Ministerpräsident forderte eine Pflicht zur Integration ein. Ohne Beherrschung der deutschen Sprache könne Integration nicht gelingen. Darum sei eine Überprüfung der Deutschkenntnisse vor der Einschulung nötig.

"Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden"

Unterstützung erhielt Seehofer von Kanzlerin Merkel: Die Bereitschaft zur Integration sei bei Menschen aus Einwandererfamilien dringend nötig, sagte die CDU-Chefin am Freitagabend bei einer Regionalkonferenz ihrer Partei in Berlin. "Die Voraussetzung für die Integration ist, dass man die Sprache hier spricht."

Auch die CDU-Vorsitzende versicherte: "Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht." Wer das nicht akzeptiere, "der ist bei uns fehl am Platz". Gleichzeitig sollten die Deutschen über ihre Werte und die zunehmende Entfremdung von Religion sprechen, um sich über ihr Land und ihre Gesellschaft zu vergewissern.

Merkel lastete die Schuld an den aktuellen Problemen bei der Integration auch den Vorgängerregierungen an. "Die Versäumnisse von 30, 40 Jahren können nicht so schnell aufgeholt werden", sagte sie.

mad/DPA/DAPD/DPA

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