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Die Morgenlage: Börsen in Asien sowie Ölpreis sacken erneut deutlich ab

Asiens Leitbörse in Tokio angesichts wachsender Sorgen über die Folgen des Coronavirus erneut eingebrochen +++ Lieferengpässe in Industrie und Handel +++ Niederlande fangen mit Tempo 100 auf Autobahnen an +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag. 

Asiens Leitbörse in Tokio ist angesichts wachsender Sorgen über die Folgen des Coronavirus erneut eingebrochen.

Japan, Tokio: Ein Mann schaut auf eine elektronische Tafel, auf welcher der Nikkei-Index 225 angezeigt wird. Asiens Leitbörse in Tokio ist angesichts wachsender Sorgen über die Folgen des Coronavirus erneut eingebrochen.

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

das Coronavirus bestimmt weiter die Schlagzeilen. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft werden mit jedem Tag gravierender. Die Börsenkurse in Asien sacken erneut deutlich ab. Auch der Ölpreis fällt weiter. Direkter Auslöser der starken Kursverluste war die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Bekämpfung der Corona-Krise. Er hatte am Mittwochabend unter anderem ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus Europa verkündet.

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie in China werden in den nächsten Wochen außerdem verstärkt Deutschlands Industrie und Handel treffen. Da viele chinesische Fabriken über Wochen stillstanden und auch derzeit nur eingeschränkt arbeiten, fehlen Vorprodukte, Teile oder komplette Erzeugnisse, die hierzulande verarbeitet beziehungsweise verkauft werden. Die Verbraucher werden aller Voraussicht nach die Auswirkungen in den Elektromärkten spüren. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Börsen in Asien sowie Ölpreis sacken erneut deutlich ab

Die Sorgen wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben am Donnerstag in Asien die Börsenkurse weiter deutlich absacken lassen. In Tokio sank der Leitindex Nikkei am Vormittag um 5,17 Prozent auf 18.412,24 Punkte. Der breiter angelegte Topix-Index sank um 4,78 Prozent auf 1318,96 Punkte. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index fast drei Prozent. Auch der Ölpreis rutschte erneut stark ab.

Der Ölpreis sackte im elektronischen Handel am frühen Donnerstag um mehr als sechs Prozent ab. Der Preis für das Barrel der Nordseesorte Brent sank um 6,04 Prozent auf 33,63 Dollar (29,70 Euro), der Preis für die US-Referenzsorte WTI um 6,28 Prozent auf 30,91 Dollar. 

Der Ölpreis sowie die weltweiten Börsenkurse hatten zu Wochenbeginn die dramatischsten Einbrüche seit vielen Jahren erlebt, so dass von einem "schwarzen Montag" die Rede war. Der Absturz des Ölpreises wurde durch einen Preiskrieg zwischen den größten Ölförderstaaten Russland und Saudi-Arabien ausgelöst.

Niederlande fangen mit Tempo 100 auf Autobahnen an

Im Kampf gegen gefährliche Stickoxide beginnen die Niederlande mit der Einführung von Tempo 100 auf Autobahnen. Von diesem Donnerstag an sollen die neuen Schilder aufgestellt werden, wie die niederländische Behörde für Straßen und Wasserwege mitteilte. Der eigentliche Stichtag für Tempo 100 als Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist der kommende Montag.

Wegen Corona-Situation: Von der Leyen sagt geplante Athen-Reise wegen minderjähriger Flüchtlinge ab

Wegen der drastischen Maßnahmen Italiens im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kurzfristig ihre Reise nach Athen abgesagt. Dies habe sie mit Blick auf die "sich entwickelnde Situation in Europa in Bezug auf Covid-19" in Übereinstimmung mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis entschieden, schrieb die CDU-Politikerin am späten Mittwochabend auf Twitter. Stattdessen wolle sie sich auf die Koordinierung der EU-Maßnahmen gegen das Virus und seine Folgen konzentrieren.

Champions League: BVB scheidet aus, auch Klopp raus

Borussia Dortmund ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Der BVB verlor das Geisterspiel beim französischen Fußball-Meister Paris Saint-Germain mit 0:2 (0:2). Das Hinspiel hatte der Bundesliga-Zweite mit 2:1 gewonnen. Neymar (28. Minute) und der Ex-Münchner Juan Bernat (45.+1) trafen für das Team des einstigen BVB-Trainers Thomas Tuchel. Dortmunds Emre Can sah kurz vor Schluss nach einem Foul an Neymar die Rote Karte (89.). Dagegen musste ein weiterer Ex-BVB-Coach die Segel streichen: Jürgen Klopp und sein Team vom FC Liverpool mussten sich Atlético Madrid mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben. Der Titelverteidiger aus England führte dank Wijnaldum und Firmino (94.) schon 2:0, ehe Llorente (97./105.) und Morata (120.) das Spiel in der Extratime komplett drehten. 

Ein Mann steht an einem Waschbecken und wäscht sich gründlich die Hände

Das wird heute wichtig:

Ministerpräsidenten und Schulminister beraten Corona-Folgen

Die Ministerpräsidenten der Länder beraten  ab 12 Uhr in Berlin über die Coronavirus-Krise. Am Nachmittag wird dies auch Thema bei Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sein. Die Bildungsminister der Länder befassen sich unterdessen mit den Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Schulen. Bei der zweitägigen Sitzung der Kultusministerkonferenz geht es unter anderem darum, ob die Ausbreitung des Virus die anstehenden Abiturprüfungen gefährdet.

Erste Plädoyers im Prozess gegen "Gruppe Chemnitz"

Im Prozess gegen die rechtsextreme "Gruppe Chemnitz" werden ab 9.30 Uhr am Oberlandesgericht Dresden die ersten Plädoyers erwartet. Zunächst erhalten die Vertreter des Generalbundesanwaltes und der Nebenklage Gelegenheit zum Schlussvortrag. Die ersten Verteidiger sollen am 17. März zu Wort kommen. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht laut Gericht noch nicht fest. Bei der Verhandlung am Dienstag hatte der Vorsitzende Richter Hans Schlüter-Staats aber schon einmal den 27. März genannt.

Ministerpräsidenten beraten über Höhe des Rundfunkbeitrags 

Die Ministerpräsidenten wollen ab 12 Uhr) beraten, ob der monatliche Rundfunkbeitrag in Deutschland steigen soll. Eine unabhängige Kommission hatte im Februar empfohlen, den Beitrag zum Januar 2021 um 86 Cent auf 18,36 Euro im Monat zu erhöhen. Derzeit zahlt ein Haushalt monatlich 17,50 Euro. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit ARD, ZDF und Deutschlandradio ist der Rundfunkbeitrag die Haupteinnahmequelle.

Preis der Leipziger Buchmesse wird im Radio verkündet 

Die Leipziger Buchmesse ist wegen des Coronavirus abgesagt worden, aber ihr renommierter Buchpreis wird trotzdem vergeben. Die Träger des Preises der Leipziger Buchmesse werden an diesem Vormittag im Deutschlandfunk Kultur bekannt gegeben. Die Auszeichnung gehört zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Er wird jährlich in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung ausgelobt und ist mit insgesamt 60,000 Euro dotiert.

Olympia-Feuer wird entfacht - in verkleinerter Feier

Mit einer kleinen Feier wird um 11 Uhr MEZ im antiken Olympia das Olympische Feuer für die Sommerspiele in Tokio entzündet. Wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus werden nur 100 geladene Gäste, in ihrer Mehrheit Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), teilnehmen. Ursprünglich waren mehr als 700 Gäste eingeladen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern.de-Redaktion

ivi/dho / DPA / AFP