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Fachkräftemangel: Seehofer will Potenzial in Deutschland ausschöpfen

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sprach sich gegen ein Begrüßungsgeld für ausländische Fachkräfte aus. Er halte eine solche Prämie nicht für gut, sagte Seehofer in der ARD. Es gebe andere Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

CSU-Chef Horst Seehofer ist gegen die von der FDP vorgeschlagene gezielte Anwerbung von Fachkräften im Ausland. "Wir brauchen keine Veränderung unserer Politik", sagte er am Montag vor dem Parteivorstand in München. Zunächst müsse es um das "Ausschöpfen des Potenzials bei den Beschäftigten in Deutschland" gehen. "Dazu darf man nicht übersehen, dass ab nächstem Jahr Freizügigkeit in Europa bei der Arbeitsplatzwahl herrscht - und zwar totale, auch aus Osteuropa." Ab 1. Mai 2011 können auch die Bürger der östlichen EU-Staaten ohne Einschränkungen in Deutschland arbeiten.

Wegen des Fachkräftemangels und sinkender Geburtenraten hatten Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und der Arbeitgeberverband Initiativen angekündigt, um Deutschland für Experten aus aller Welt attraktiver zu machen. Brüderle hatte unter anderem eine "Lockprämie", eine Art Begrüßungsgeld, ins Gespräch gebracht.

Die Prämie lehnte Seehofer ab. Schon heute könnten Fachkräfte aus Ländern außerhalb Europas angeworben werden; Voraussetzungen sind bisher, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können und ein relativ hohes Gehalt bekommen. Mittelfristig könne man aber über die Höhe des Einkommens sprechen, sagte der CSU-Chef.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bezeichnete die Lockprämie als falsches Signal im Ausland. "Es ist der falsche Ansatz, jetzt von einem Begrüßungsgeld zu reden." Im Moment könne niemand vorhersagen, was die Freizügigkeit ab nächstem Jahr bedeute. In Deutschland gebe es noch immer rund drei Millionen Arbeitslose, die in Arbeit gebracht werden müssten. "Wir brauchen eine weitere Qualifizierungsoffensive am Arbeitsmarkt."

Reuters/APN / Reuters