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Weitere Festnahme in der Bundeswehr: Terrorverdächtige Soldaten führten Todeslisten nach peniblen Kategorien

Die Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Soldaten Franco A. weiten sich aus. Polizisten nehmen einen weiteren Mann fest, der bei rechten Anschlagsplanungen geholfen haben soll. Also doch eine rechtsextreme Zelle innerhalb der Bundeswehr?

Kaserne des Jägerbataillons 291 vor in Illkirch bei Straßburg

Kaserne des Jägerbataillons 291 vor in Illkirch bei Straßburg

Im Fall des terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. haben Ermittler einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe mit. Es handele sich um den 27-jährigen Deutschen Maximilian T. Einsatzkräfte hätten den jungen Mann am Dienstag im baden-württembergischen Kehl festgenommen. Der Beschuldigte soll "aus einer rechtsextremistischen Gesinnung heraus" gemeinsam mit Franco A. und dem ebenfalls Ende April festgenommenen Mathias F. einen Anschlag geplant haben. "Spiegel Online" hatte als erstes über die Festnahme berichtet. Inzwischen wurde auch Haftbefehl erlassen.

Franco A. war am 26. April im unterfränkischen Hammelburg festgenommen worden (wir berichteten). In die Anschlagspläne soll auch der Student Mathias F. eingebunden gewesen sein, der ebenfalls Ende April festgenommen wurde. Beide stammen aus Offenbach. Die drei Männer planten der Bundesanwaltschaft zufolge "einen Angriff auf das Leben hochrangiger Politiker und Personen des öffentlichen Lebens, die sich für eine aus Sicht der Beschuldigten verfehlte Politik in Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten engagieren".

Kategorien A bis D - Ermittler finden Todesliste

Die Verdächtigen hatten Prominente und Politiker als mögliche Anschlagsopfer auf einer Todesliste nach Kategorien angeordnet. "Die Beschuldigten hatten ihre möglichen Anschlagsopfer in einer Liste unter verschiedenen Kategorien erfasst - konkret den Kategorien A, B, C und D", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Als Kategorie A seien unter anderem Justizminister Heiko Maas (SPD) und Ex-Bundespräsident Joachim Gauck aufgeführt worden. Was es genau mit der kategorisierten Liste auf sich hatte, war zunächst unklar. Maximilian T. soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft Verfasser der Liste sein. 

Soldat soll mit Franco A. Anschläge geplant haben

Die Ausführung der Tat sollte den Ermittlern zufolge Franco A. übernehmen. Dazu hatte sich der Soldat unter einer falschen Identität als Asylsuchender aus Syrien registrieren lassen. "Auf diese Weise wollten die drei Beschuldigten nach dem Anschlag den Verdacht auf in Deutschland erfasste Asylbewerber lenken", erklärte die Bundesanwaltschaft. Die geplante Tat sollte von der Bevölkerung als radikal-islamistischer Terrorakt eines anerkannten Flüchtlings aufgefasst werden.

Der nun festgenommene Maximilian T. soll Franco A. gedeckt haben, indem er den Soldaten gegenüber Vorgesetzten entschuldigte. Zur Vorbereitung ihrer Tat hatten sich die Beschuldigten den Ermittlern zufolge in Österreich eine Pistole beschafft. Mitte Januar habe Franco A. die Waffe in einem Putzschacht auf einer Behindertentoilette am Wiener Flughafen deponiert. Dort wurde sie wenig später von österreichischen Polizisten entdeckt, was die Sicherheitsbehörden auf die Spur von Franco A. und Mathias F. brachte. 

Der dritte Mann - Maximilian T. - sollte noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.


jen/anb / AFP / DPA