Die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach sorgt für Empörung - wieder einmal: Sie fordert Twitter-Nutzer auf, Wehrmachtsfotos zu veröffentlichen. Die User reagieren zum Teil mit drastischen Bildern.
Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Erika Steinbach, inzwischen parteilose Bundestagsabgeordnete, in der aktuellen Debatte zur Traditionspflege der Bundeswehr zu Wort meldet.
Im Zuge der Ermittlungen zu einer möglichen rechten Terrorzelle in der Armee im Umfeld des mutmaßlichen Rechtsterroristen Franco A. hatte unter anderem Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Diskussion über das Verhältnis der Bundeswehr zur Wehrmacht ausgelöst.
Steinbach gibt Provokation zu
Devotionalien und Sinnsprüche der Hitler-Armee wurden aus den Kasernen entfernt und die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr verbannte ein Foto des namensgebenden Altkanzlers in Wehrmachtsuniform aus dem Flur eines Studentenwohnheims.
Die Verantwortlichen sind mit dieser Maßnahme möglicherweise übers Ziel hinausgeschossen, für Erika Steinbach ist es aber Grund genug, von Deutschland als "IRRENHAUS, IRRENHAUS, IRRENHAUS" zu schreiben.
Offenbar als Reaktion auf den Umgang der Bundeswehr-Führung mit der Geschichte der deutschen Armee forderte die 73-Jährige jetzt auf ihrem Twitter-Profil von den Usern, Wehrmachtsfotos von Familienangehörigen zu posten:
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="540"><p lang="de" dir="ltr">Ein schönes Wochende wünsche ich allen.<br>Vielleicht finden Sie Zeit,alte Wehrmachtsfotos von Familienmitgliedern herauszusuchen u.zu posten <a href="https://t.co/GDgJ4h9ubi">pic.twitter.com/GDgJ4h9ubi</a></p>— Erika Steinbach (@SteinbachErika) <a href="https://twitter.com/SteinbachErika/status/863341854544285696?ref_src=twsrc%5Etfw">May 13, 2017</a></blockquote>
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Was die Ex-CDU-Politikerin zunächst selbst als Zeichen des Mitgefühls "für eine Generation, der die Jugend gestohlen wurde" bezeichnet, entlarvt sie wenig später selbst als eine erneute Provokation ihrerseits:
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="540"><p lang="de" dir="ltr">Ein Land, das das Foto eines renommierten Buka in seiner Wehrmachtsuniform in der nach ihm benannten Uni abhängen läßt, muss man provozieren <a href="https://t.co/P6xhexfvGZ">https://t.co/P6xhexfvGZ</a></p>— Erika Steinbach (@SteinbachErika) <a href="https://twitter.com/SteinbachErika/status/863445008078299138?ref_src=twsrc%5Etfw">May 13, 2017</a></blockquote>
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Hundertfache Empörung in sozialen Netzwerken
Der Empörungsmechanismus funktionierte: Erika Steinbach schlagen hundertfach Entsetzen und Unverständnis entgegen, zahlreiche Internetnutzer weisen zum Teil mit Fotos auf die Verbrechen hin, die in der Nazi-Zeit auch von Wehrmachtssoldaten begangen wurden:
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="540"><p lang="de" dir="ltr">Warum glorifizieren Sie, Frau Steinbach, die <a href="https://twitter.com/hashtag/Wehrmacht?src=hash&ref_src=twsrc%5Etfw">#Wehrmacht</a> und stellen die Soldaten sogar als Opfer dar?<br><br>Die Meisten waren Täter. Keine Opfer.</p>— Thomas P.-K. | Creator & Volt 🔜 #CAGGTUS2026 (@Thomy_Freaky) <a href="https://twitter.com/Thomy_Freaky/status/863447343743594497?ref_src=twsrc%5Etfw">May 13, 2017</a></blockquote>
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AfD warb um Erika Steinbach
Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Erika Steinbach mit öffentlichen Äußerungen provoziert. So bezeichnete sie unter anderem die NSDAP als "linke Partei" oder empörte mit Aussagen zur Flüchtlingspolitik. Auch die Relativierung von NS-Verbrechen wurde Steinbach bereits vorgeworfen, nachdem sie in einem Zeitungsinterview damit zitiert wurde, dass Polen schon vor Beginn des Zweiten Weltkrieges mobil gemacht hätte.
Steinbach ist zu Beginn des Jahres aus der CDU ausgetreten, weil sie mit der Einwanderungspolitik der Partei unzufrieden war. Führende AfD-Mitglieder hatten danach um sie geworben, Steinbach lehnte einen Eintritt aber zunächst ab.