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Interview mit FDP-Chef: Christian Lindner: "Söder nimmt ein ganzes Land in Geiselhaft"

Fassungslos beobachtet FDP-Chef Christian Lindner, wie sich die Union aus CDU und CSU gerade selbst zerlegt. Im stern-Interview sieht er insbesondere die CSU schon auf dem Weg in "einen Schäbigkeitswettbewerb" mit der AfD.

Christian Lindner

FDP-Chef Christian Lindner wirft der CSU vor, sich mit ihrem Verhalten als bürgerliche Partei zu verabschieden

DPA

FDP-Chef Christian Lindner hat dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vorgeworfen, er nehme für seinen Wahlkampf "ein ganzes Land, einen ganzen Kontinent in Geiselhaft". Lindner sagte dem stern, Söder führe sich auf "wie ein pubertierender Schulhofschläger". Die CSU breche im Streit um die Flüchtlingspolitik den Koalitionsvertrag mit der SPD und mache mit ihren Ultimaten "die Kanzlerin und unser Land in Europa erpressbar", sagte Lindner weiter.

Der FDP-Vorsitzende warf der CSU vor, sich mit ihrem Verhalten als bürgerliche Partei zu verabschieden. "Wer verroht argumentiert, wer nicht vertragstreu ist, wer sogar das Kreuz als christliches Symbol politisch instrumentalisiert, wem also nichts heilig ist - der kann für sich nicht in Anspruch nehmen, bürgerliche Partei zu sein", so Lindner wörtlich. Sollte sich die CSU in ganz Deutschland ausbreiten, sieht der FDP-Chef "fatale Folgen". Lindner: "Sie würde in einen Schäbigkeitswettbewerb mit der AfD eintreten."

Lindner: Kein Eintritt in die Regierung an Stelle der der CSU

Lindner nannte es einen "historisch beispiellosen Irrsinn, sollte sich die Regierung über einen 'Masterplan' zerlegen, den keiner kennt". Dass die FDP nach einem Auseinanderbrechen der Union an Stelle der CSU in die Bundesregierung eintritt, schloss der FDP-Vorsitzende kategorisch aus. "Ich sehe nicht, wo die inhaltlichen Übereinstimmungen sein könnten in einer schwarz-rot-gelben Deutschlandkoalition."

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