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Krawalle in Suhl: Streit eskaliert: Flüchtlinge attackieren Polizisten

Als ein Mann Seiten aus einem Koran reißt eskaliert der Streit: 20 Bewohner eines Flüchtlingsheims in Suhl verfolgen den Asylbewerber, der in Schutzhaft genommen wird. Dann richtet sich die Wut gegen die Polizei.

Eingangsschild der Landesaufnahmestelle in Suhl. Eine Familie betritt die Flüchtlingsunterkunft

Überfüllt und wiederholt Schauplatz von Streits und Krawallen: Die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Suhl

Nach den Ausschreitungen in einer Suhler Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei einen Mann in Schutzgewahrsam genommen. Wie die Thüringer Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, wurde der Asylbewerber zu Beginn des Streits am Mittwochabend von rund 20 anderen Heimbewohnern verfolgt, weil er einige Seiten aus einem Koran herausgerissen haben soll. Später beteiligten sich etwa 50 Flüchtlinge an dem Streit, weitere 50 sollen zugeschaut haben.

Die Polizei versuchte, die streitenden Parteien zu trennen. Die Lage eskalierte allerdings. Polizisten seien von den Flüchtlingen attackiert und mit Steinen sowie Stangen beworfen worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei der Auseinandersetzung wurden drei Beamte und mindestens zehn Heimbewohner verletzt. Zudem wurden sechs Polizeiautos beschädigt. Erst nach vier Stunden hatte sich die Lage wieder beruhigt.

Schlägerei auch schon Anfang August

Das Flüchtlingsheim stand bereits häufiger in der Kritik: Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) hatte Anfang August mit der Schließung der Unterkunft wegen Baumängeln gedroht. Nachdem diese beseitigt worden waren, war die Schließung vom Tisch. Thema war aber auch immer wieder die massive Überbelegung im Heim. Diese war Auslöser für eine Schlägerei in der Einrichtung Anfang August. Wegen Platzmangels sollten die Flüchtlinge damals auf dem Gang schlafen. Der Flüchtlingsrat forderte in diesem Zusammenhang von der  Landesregierung eine weitere Erstaufnahmestelle.

dho / DPA / AFP
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