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Grüne Richtungssuche Frankfurter Grünen-Chef fordert Ende der Führungsquerelen


Die Grünen-Führung zerstreitet sich im Kampf um die Macht. Und schon verliert die Partei - wenn auch nur bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt. Der Unmut der Grünen über ihre Vierer-Spitze wächst.

Bei den Grünen wächst nach der ersten Wahlenttäuschung seit Ausbruch des internen Machtkampfs der Einigungsdruck auf das Führungsquartett. Am Sonntag hatte die Grünen-Kandidatin bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt am Main den Bewerbern von SPD und CDU das Feld für eine Stichwahl überlassen müssen. Der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour, der zugleich Frankfurter Grünen-Chef ist, sagte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin: "Wichtig ist, dass die Personalquerelen schnellstens zum Ende kommen, und zwar deutlich vor den Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein." An der Saar wird in zwei Wochen gewählt.

An diesem Montag findet außer der regulären Sitzung des Grünen-Vorstands ein Treffen mit den Landes- und Fraktionsvorsitzenden in Berlin statt.

Nouripour sieht den Ausgang in Frankfurt als "Warnschuss, dass die Grünen aufhören, Personaldebatten über Inhalte zu stellen". Die grüne Bewerberin Rosemarie Heilig erreichte dort nur 14,0 Prozent. "Das hat auch kommunale Gründe, aber es war alles andere als hilfreich, dass Claudia Roth kurz vor der Wahl den Jahrmarkt der Eitelkeiten eröffnet hat", sagte Nouripour.

Das Warten auf einen gemeinsamen Vorschlag

Die Parteichefin hatte eine männliche Einzelspitze der Grünen im Bundestagswahlkampf unter Hinweis auf die Frauenquote abgelehnt, ihre eigene Kandidatur angemeldet und eine Entscheidung per Urwahl der Parteimitglieder gefordert. Es geht darum, wer von den vier Führungsleuten - neben Roth Jürgen Trittin, Renate Künast und Cem Özdemir - Spitzenkandidat wird oder ob es noch anderen Lösungen gibt. Unter anderem Schleswig-Holsteins Spitzenkandidat Robert Habeck hatte sich mitten im Wahlkampf genervt von dem Personalspektakel im Bund gezeigt.

"Der Vorschlag einer Urwahl klingt gut - doch es ist die Frage, ob wir uns es leisten können, ein halbes Jahr über Personen zu verhandeln", sagte Nouripour. "Es ist wichtig, dass sich unsere vier Spitzenleute zusammensetzen und einen gemeinsamen Vorschlag machen, welche personelle Aufstellung die Grünen haben sollen." Die Konzentration müsse der inhaltlichen Arbeit gelten. Alle vier seien absolut profiliert.

Basil Wegener, DPA DPA

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