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Davos "Dieser Typ braucht Widerrede" – Habeck erklärt seinen Angriff auf Trump

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OT Robert Habeck
"Er hat eigentlich nur gesagt: Ich bin der Beste, ich bin der Schönste, ich weiß alles, ihr seid alles Idioten."


Grünen-Chef Robert Habeck hat sich in mehreren Interviews deutlich gegen US-Präsident Donald Trump positioniert.


Beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos hält Trump zuvor eine Rede, die in weiten Teilen an seine vor Eigenlob triefenden, üblichen Wahlkampfparolen erinnert:


Die USA würde gewinnen wie nie zuvor und das wirtschaftliche Wachstum sei einfach spektakulär – natürlich insbesondere im Vergleich zur Vorgängerregierung.


Die Anerkennung des Klimawandels oder gar eine Strategie dagegen sucht man hingegen bei Trump vergebens. 


Dabei lautet das Motto des diesjährigen Weltwirtschaftsforums: gemeinsam die Welt retten.


Für Habeck ist die Rede ein einziger Affront – und ein Schlag ins Gesicht aller Klimaschutzaktivisten.


OT Robert Habeck
"Diese Rede war gar nicht für dieses Forum hier, sondern für seine Wähler zuhause. Er hat eigentlich nur gesagt: Ich bin der Beste, ich bin der Schönste, ich weiß alles, ihr seid alles Idioten. Nationalismus ist die Lösung, die Klimakrise ist eine Voodoo-Geschichte, wer daran glaubt, ist ein Schamane des letzten Jahrhunderts, alles Lüge, alles Trug. Das ist natürlich die Faust geballt und den Leuten, die hier diskutieren voll ins Gesicht geschlagen. So hat sich das auch für mich angefühlt. Weder von der fehlenden Höflichkeit, noch von der intellektuellen Durchdringung, konnte man mit dieser Rede irgendetwas anfangen. Es war einfach eine bockige, pubertierende Rede – dummerweise vom amerikanischen Präsidenten."


Auf Twitter bekommt der Grünenpolitiker für seine direkten Worte viel Zuspruch.


Tweets




Doch es gibt auch Gegenwind für die scharfe Kritik am US-Präsidenten.


CDU-Politiker Norbert Röttgen hält Robert Habecks deutliche Worte für "unklug."
https://twitter.com/n_roettgen/status/1219896464538767360


(@Die_Gruenen Chef #Habeck schafft es, sich mit seiner Kritik an Präsident #Trump selbst zu disqualifizieren. Man muss Trump nicht mögen, aber Habeck täte gut daran, sich zu erinnern, dass Trump der demokratisch gewählte Präsident des Landes ist, das unsere Sicherheit garantiert.)




Habeck steht allerdings zu seinen Worten – auch, wenn er seine Meinung eventuell etwas höflicher hätte formulieren können:


OT Robert Habeck
"Ich glaube nicht, dass dieser Mann es irgendwie respektiert, wenn man nickt und sich dann seinen Teil denkt, sondern da muss man schon sagen: „Hier mein Freund irrst du.“ Das kann man vielleicht höflich und bestimmend tun, vielleicht auch ein bisschen höflicher als ich es vorhin im ersten Brast getan habe. Aber der Typ braucht Widerrede."




In Davos diskutieren etwa 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch bis Freitag unter dem Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt" über aktuelle globale Herausforderungen.

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Trumps vor Eigenlob triefende Rede in Davos sei eine einzige Provokation für Klimaschutzaktivisten, sagte der Grünen-Chef vor Journalisten. Für seine harsche Kritik am US-Präsidenten bekommt Habeck allerdings auch Gegenwind.

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