Hells Angels und Bandidos Bundesweites Verbot der Rockerbanden unwahrscheinlich


Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat erklärt, er rechne nicht mit einem schnellen bundesweiten Verbot der verfeindeten Rockerbanden. Gleichzeitig bezweifelte Schünemann die Ernsthaftigkeit des von beiden Seiten propagierten Friedensschlusses.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) rechnet nicht mit einem schnellen bundesweiten Verbot der Rockerbanden Hells Angels und Bandidos. "Das erwarte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht", sagte Schünemann am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Die öffentliche Diskussion darüber sei kontraproduktiv. "Die hilft nur den Rockergruppen selber", sagte Schünemann.

Die Innenminister der Länder wollen bei ihren turnusmäßigen Beratungen in dieser Woche auch über die Rockerkriminalität sprechen. Mehrere Länder hatten sich für ein bundesweites Verbot der Banden ausgesprochen.

"Das ist keine grundsätzlich politische Entscheidung", betonte Schünemann. "Zunächst muss auf polizeilicher Ebene geliefert werden, ob es für ein Verbot genügend Anhaltspunkte gibt. Und wenn die Fakten da sind, muss man handeln und nicht reden."

Den Friedensschluss zwischen den Hells Angels und den Bandidos bewertete der Innenminister skeptisch. In der Vergangenheit hätten solche Pakte nur wenige Wochen gehalten. "Ich werte das im Moment eher als Medienspektakel", sagte Schünemann.

DPA DPA

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