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Konflikt in der Union Die Kräfte sortieren sich: Wer steht als Seehofer-Nachfolger parat?

Markus Söder, Horst Seehofer, Joachim Herrmann (o.v.l.), Alexander Dobrindt, Stephan Mayer und Manfred Weber (u.v.l.)
Markus Söder, Horst Seehofer, Joachim Herrmann (o.v.l.), Alexander Dobrindt, Stephan Mayer und Manfred Weber (u.v.l.) - welcher CSU-Politiker käme als Seehofer-Nachfolger infrage?
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Tritt er zurück oder nicht? Horst Seehofer hatte angeboten, seine Posten des Innenministers und CSU-Parteivorsitzenden zu räumen, doch dann wieder zurückgezogen. Welche Politiker kämen denn als mögliche Nachfolger infrage?

Tritt Horst Seehofer tatsächlich als CSU-Vorsitzender und Bundesinnenminister zurück? Wenn, dann muss die CSU umgehend zwei Spitzenpositionen neu besetzen. Das sind die möglichen Kandidaten:

Markus Söder: Der 51-jährige Nürnberger ist seit März dieses Jahres bayerischer Ministerpräsident - und hat damit schon seinen Traum-Job. Zu tun hat er eigentlich auch genug: Am 14. Oktober steht die Landtagswahl vor der Tür, bei der der CSU der Verlust der absoluten Mehrheit im Landtag droht. Dennoch: Söder wird mit als erster genannt, wenn es um eine mögliche Nachfolger Seehofers als Parteivorsitzender geht. Damit hätte er - wie Seehofer bis diesen März - die beiden wichtigsten Posten, die die CSU zu vergeben hat, in Personalunion inne. Er wäre, jedenfalls auf dem Papier, aber auch Alleinverantwortlicher für das CSU-Abschneiden bei der Landtagswahl. 

Alexander Dobrindt: Auch der ehemalige CSU-Generalsekretär und Bundesverkehrsminister ist eigentlich glücklich mit seinem neuen Job als Landesgruppenvorsitzender. Schließlich ist er damit einer der einflussreichsten Strippenzieher seiner Partei auf dem Berliner Parkett, kann über Ressortgrenzen hinweg und fern jeglicher Kabinettsdisziplin Politik machen. Ob er das eintauschen will? Tatsächlich gilt Dobrindt in der CSU neben Söder als möglicher neuer Parteivorsitzender - aber auch als möglicher Bundesinnenminister.

Stephan Mayer: Als ministrabel und möglicher Seehofer-Nachfolger als Bundesinnen- und Heimatminister gilt auch dessen bisheriger Parlamentarischer Staatssekretär Stephan Mayer. Mayer ist zwar wenig bekannt, gilt aber als erfahrener Innenexperte, dessen Arbeit auch von den Sicherheitsbehörden geschätzt wird. In Berlin heißt es, der 45 Jahre alte Jurist erledige schon jetzt für Seehofer sehr viele Aufgaben im täglichen Alltagsgeschäft des großen Ministeriums.

Joachim Herrmann: Der bayerische Innenminister war Spitzenkandidat der CSU bei der Bundestagswahl 2017 - und galt als Anwärter für das Bundesinnenministerium. Dann aber griff Seehofer selber zu, Herrmann hatte das Nachsehen, wie auch im Rennen um Seehofers Nachfolge als Ministerpräsident. Herrmann kündigte daraufhin an, in Bayern zu bleiben. Zugetraut wird ihm das Bundesministerium in der CSU aber nach wie vor.

Manfred Weber: Der Niederbayer, stellvertretender CSU-Vorsitzender und Fraktionschef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, hatte nach den CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl 2017 intern Interesse am CSU-Vorsitz angemeldet, sollte Seehofer nicht mehr kandidieren. Könnte aber sein, dass das passé ist: Weber gilt als möglicher Kandidat für das Amt des nächsten EU-Kommissionspräsidenten - auch wenn er selbst dazu bisher nichts öffentlich gesagt hat.

vit DPA

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