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"Jetzt geht's los": Horst Seehofer hat seinen ersten Tweet abgesetzt – das steht drin

Horst Seehofer will selber twittern. Diese Nachricht sorgte in der parlamentarischen Sommerpause für Aufsehen – und auch für Spott. Manche befürchteten eine deutsche Version von Donald Trump. Nun ist Seehofers erster Tweet draußen.

Horst Seehofer 2016 an einem Laptop

Horst Seehofer 2016 an einem Laptop

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Im August kündigte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an, künftig auch bei Twitter aktiv zu werden. Nun – nach dem Ende der parlamentarischen Sommerpause – hat er seinen Plan um- und seinen ersten Tweet abgesetzt.

Er sehe sich zum Twittern gezwungen, "weil ich manche Wahrheiten sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme", sagte der 69-Jährige im Bierzelt in Töging am Inn zu seinem Vorhaben. Manch einer sah schon eine bajuwarische Lawine von Medienschelten à la US-Präsident Donald Trump auf den Kurznachrichtendienst zukommen, zumindest aber sorgte die Ankündigung für reichlich Spott und Sarkasmus bei Twitter-Nutzern.

Video: Twitter-User reagierten auf den Plan Seehofers 

Netz-Spott: Twitter-User reagieren auf Seehofers Ankündigung: "Kriegen wir jetzt einen eigenen Trump?"

Vor einigen Wochen präzisierte Seehofer dann sein Vorhaben. Er wolle unter dem Account seines Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat seine Sicht der Dinge verbreiten, ein eigener Account sollte nicht extra eingerichtet werden. 

Jetzt, am 11. September, war es dann soweit: Um 16.55 wurde der erste Tweet aus der Hand des Innenministers in die Timelines der über 40.000 Follower seines Hauses gespült: "Im Gedenken an die Opfer des Anschlags auf das World Trade Center am 11. September 2001 sage ich deutlich: Wir brauchen eine starke #Zivilgesellschaft, starke #Polizei und starke Sicherheitsbehörden im Kampf gegen jeglichen #Extremismus. Dafür werde ich sorgen."

Zum Auftakt also keine Medienschelte, sondern politische Allgemeinplätze anlässlich des Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September 2001. Die Antworten auf Userkommentare übernahmen dann aber doch wieder die Mitarbeiter von Seehofers Social-Media-Team.

Sie luden auch wenige Minuten danach ein Video Seehofers hoch, auf dem er quasi selbst noch einmal den Startschuss zu seinen Twitteraktivitäten gab. "Ich würde mich freuen, wenn diese Tweets auf eine starke Resonanz stoßen würden", sagte der CSU-Chef darin. "Mein Ziel ist es, mit Ihnen in einen Dialog zu kommen." Er wolle mit den Bürgern reden, auf sie hören und ihre Meinungen in praktische Politik umsetzen. "Jetzt geht's los mit dem Twittern!"

Twitter dürfte auch für Seehofer ein Instrument zur Imagepflege werden, gute PR-Arbeit hat der Innenminister zurzeit auch nötig. Seine CSU ist in den Umfragen zur bayrischen Landtagswahl im Sinkflug und nur 37 Prozent der Bevölkerung sind mit Seehofer laut "ARD Deutschlandtrend" zufrieden. Zuletzt gab es scharfe Kritik an seinem Umgang mit Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und den rechtsextremen Ausschreitungen von Chemnitz. Unter anderem hatte ihn die Führung der niedersächsischen Landespolizei zu einer Mäßigung in der Wortwahl aufgefordert (lesen Sie hier im stern mehr dazu).