HOME

UN-Sanktionen: Hostel in Berliner Nordkorea-Botschaft - das sagen die Betreiber

Nach der Ankündigung der Bundesregierung, das "City Hostel" auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft in Berlin schließen zu wollen, wehren sich die Betreiber: Mit der Finanzierung des Atomprogramms hätten sie nichts zu tun.

Das "City Hostel Berlin" in der nordkoreanischen Botschaft droht zum Zankapfel zu werden

Das "City Hostel Berlin" in der nordkoreanischen Botschaft droht zum Zankapfel zu werden

In der Berliner Auslandsvertretung von Nordkorea gibt es ein Hostel - diese Nachricht war für viele Menschen überraschend, als das Auswärtige Amt in dieser Woche ankündigte, die Herberge schließen zu wollen - um die Sanktionen gegen das stalinistische Land durchzusetzen.

Was steckt hinter dem Hostel in der Botschaft? Das abgeschottete Land ist dringend auf Devisen angewiesen, zu hoch sind die Kosten für das Militär, zu schlecht die eigene Wirtschaftsleistung, zu hart treffen die Diktatur die Embargos.

Sanktionen gegen Nordkorea unterlaufen?

Wie der "Oberste Führer" Kim Jong Un die benötigten Devisen erwirtschaftet, zeigt das Beispiel des Hostels. Schon seit Jahren verpachten die Nordkoreaner die Immobilie und ein Kongresszentrum, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR meldeten. Demnach überweist angeblich allein der Hostel-Betreiber für sein Haus in bester Innenstadtlage nahe Gendarmenmarkt und Potsdamer Platz monatlich 38.000 Euro nach Pjöngjang.

Die Bundesregierung will nun handeln und dem offenbar einträglichen Geschäft ein Ende bereiten. Denn seit der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea nach einem Atomtest im November verschärfte, sind solche Aktivitäten von Diplomaten illegal.

Ein Berliner Hostel finanziert das nordkoreanische Atomprogramm? Davon wollen die Betreiber nichts wissen. Eine Interview-Anfrage des stern blieb zwar unbeantwortet, dafür veröffentlichte das Unternehmen jetzt eine Presseerklärung, in der die Verantwortlichen ihre Sicht der Dinge darstellen.

Hostel-Betreiber wehren sich

Demnach werde das Botschaftsgebäude in der Berliner Glinkastraße bereits seit der Deutschen Einheit mit Billigung des Auswärtigen Amtes an unterschiedliche Nutzer vermietet. 

Die Hostel-Betreiber hätten mit den Eigentümern der Immobilie ein langfristiges, "gewöhnliches Gewerberaummietverhältnis zu den üblichen Bedingungen" geschlossen. Berliner Behörden hätten alle erforderlichen Genehmigungen erteilt.

Die monatlichen Mietzahlungen seien bis zu einer Klärung auf diplomatischer Ebene eingefroren, die Unterstützung des nordkoreanischen Atomprogrammes sei von den Betreibern weder beabsichtigt noch geleistet worden. Entsprechende Vorwürfe seien "absurd und offenkundig unwahr."

Nach Angaben der Hostelbetreiber sei die angekündigten Schließung des Hauses existenzvernichtend, 50 Mitarbeiter seien in dem Hostel tätig. Daher wolle man sich mit "allen zur Verfügung stehenden Mitteln" dagegen zur Wehr setzen.

mit DPA
Themen in diesem Artikel